09.02.2018 - 11:08 Uhr
Altenstadt an der Waldnaab

Jahrestreff beim KS-Landservice "Landwirtschaft 4.0" bringt neue Chancen und Risiken

"Der Aufwärtstrend setzte sich 2017 weiter fort", freute sich Karl Kiesl, Geschäftsführer der KS Landservice GmbH beim sechsten Jahrestreff in der "Wirtschaft". Die Zahl der gelisteten Landwirte kletterte auf 464. Doch die Zukunft der Bauern leuchtet nicht unbedingt in rosigen Farben.

von links: GF Martin Stauber, Stadtrat Karl Bärnklau, LD Gerhard Gradl, Referent: Dr. Josef Bosch, BBV Kreisobmann Josef Fütterer, stellv.BBV Kreisobmann Karl Bäumler, Margit Bock (KS) Andreas Hermann (KS), Petra Hager (SVLFG), Klaus Gieler (BBV), Josef Stauber (Dt. Vermögensberatung) Josef Völkl (Direktor Raiba Floß, GF Karl Kiesl. Bild: sm
von Werner SchmolaProfil

Als Erfolgsfaktoren machte Kiesl die flexiblen und hochmotivierten Mitarbeiter und den ehrlichen Umgang mit Kunden und Partnern aus. Von fast 60 000 abgeleisteten Stunden in der Betriebshilfe berichtete Co-Geschäftsführer Martin Stauber. Das entspreche der Arbeitsleistung von 35 Vollzeitkräften. Mit 27 000 Stunden wurde ein Großteil davon in der sozialen Betriebshilfe erbracht. Die Listungspreise seien weiterhin stabil. "Jeder ist Teil unseres Unternehmens", betonte Stauber. Andreas Hermann, seit Dezember neuer Mitarbeiter, ging auf die Düngemittelverordnung ein, die eine exakte Düngebedarfsermittlung vorsieht. Insbesondere müssten für jeden Schlag eine eigene, nachvollziehbare Rechnung aufgestellt und die tatsächlich ausgebrachten Mengen zuverlässig dokumentiert werden. Zur Umsetzung stünden Computerprogramme zur Verfügung.

Hauptreferent des Abends war dann auch ein IT-Experte. Josef Bosch von der Farm Facts GmbH sprach über "Landwirtschaft 4.0 - die leise Revolution". "Das was da auf uns zukommt, ist enorm. Das wird den Arbeitsalltag verändern. Wir müssen natürlich darauf achten, dass die Menschen bei dieser Entwicklung mitkommen", warnte Bosch.

Sein Unternehmen betreut deutschlandweit 33 000 Kunden, die zusammen 3,88 Millionen Hektar und damit ein Viertel der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands bewirtschaften. Weltweit schrumpfe die verfügbare Ackerfläche pro Kopf. Im Jahr 2050 stünden nur noch 2.000 Quadratmeter für einen Menschen zur Verfügung. Entsprechend müssten die Flächen bestmöglich bewirtschaftet werden.

IT-Lösungen, die bislang nur für Großbetriebe einsetzbar waren, könnten künftig auch auf kleinen Höden eingesetzt werden. Kern des von Bosch vorgestellten Konzepts ist die Nutzung von Satellitendaten, die die Auswertung von Teilflächen bis auf zehn mal zehn Meter genau ermöglichten. Farm Facts könne die Daten auswerten und zusammen mit den Saatgutherstellern und den Experten vor Ort etwa die optimale Sorte und die passende Aussaatmenge je Teilfläche eines Ackers ermitteln.

BBV-Kreisobmann Josef Fütterer betonte, dass allein schon der Begriff "Landwirtschaft 4.0" dramatische Veränderungen widerspiegle. "Wir sind alle nur Menschen. 14- oder 16-Stunden Tage sind auf Dauer Raubbau am Körper", mahnte er.

Wir sind alle nur Menschen. 14- oder 16-Stunden Tage sind auf Dauer Raubbau am KörperBBV-Kreisobmann Josef Fütterer

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