11.09.2013 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Mordprozess in Amberg: Einsatzkräfte vernommen Offensive Anwälte

von Autor HWOProfil

Zweiter Tag im Amberger Mordprozess. Dabei offenbarte sich: Die Verteidiger einer 35-jährigen Ex-Lehrerin aus Pfreimd (Kreis Schwandorf), die ihren Mann mit einer Schrotpatrone in den Kopf geschossen und getötet haben soll, gehen voll in die Offensive.

Tapete mit Blutspuren

Das Schwurgericht vernahm Helfer und Polizisten, die am frühen Morgen des 17. April 2012 in den Kellerraum eines Pfreimder Einfamilienhauses gerufen worden waren und dort die Leiche eines Speditionsunternehmers gefunden hatten. Die Befragung ging zunächst reibungslos vonstatten. Bis sich der Regensburger Anwalt Robert Hankowetz einschaltete und Dinge wissen wollte, die keiner im Gedächtnis haben konnte. Zumal dann, wenn es um die naturgemäße Hektik bei einem Sanitäter- und Notarzteinsatz geht. Das Schwurgericht ließ ihn gewähren.

Ein Nabburger Notarzt sah sich mit der Frage konfrontiert: "Wie gehen Sie an eine Leiche heran?" Ein BRK-Rettungsassistent hätte beantworten sollen, wie er sich an einer Tür abstützte. Unmut erregte bei dem Verteidiger auch der Nachbau des Kellerzimmers, der im Amberger Landgerichtsgebäude entstand. Dort bemängelte er eine eingezeichnete Linie zur Lage der Leiche. Die Linie wurde daraufhin entfernt.
Die des Mordes angeklagte Ex-Lehrerin macht weiterhin von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Sie musste zwar am Dienstag den Gang in das nachgebaute Kellerzimmer antreten, stellte sich dort aber in eine Ecke des Raumes und mochte nicht auf die Einrichtung und die an der Wand angebrachte Fototapete mit gesicherten Blutspuren blicken. Der Nachbau wird während der kommenden Prozesstage den Sachverständigen dazu dienen, ihre Ausführungen quasi "vor Ort" zu machen.

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