19.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Wetter derzeit günstig für das Wachstum von Schwammerln in Oberpfälzer Wäldern Pilze schießen aus dem Boden

Die Kleinen und die Großen: Pfifferlinge, Rotkappe, Steinpilz. Einer davon 1110 Gramm schwer und bis auf ein paar Schneckenspuren durchaus brauchbar. Gefunden am Samstag im Freihölser Forst zwischen Schwandorf und Amberg. Bild: Houschka
von Autor HOUProfil

Plötzlich sind sie da. Eigentlich schon vermisst und nun doch landstrichweise in prächtiger Fülle vorhanden. Die Pilzernte hat begonnen. Dem Wasser, das von oben kam, sei Dank. Rückblende: Vor zwei Wochen noch war es eher mühselig, auf Schwammerlpirsch zu gehen. Da und dort ein paar Pfifferlinge mit den auf Wassermangel hindeutenden braunen Kappenrändern. Vereinzelt auch Maronen oder ein von Maden zerfressener Steinpilz. Leere Körbe und Frust bei den Leuten, die in ihren angestammten "Revieren" Nachschau hielten.

Doch dann kam Regen, gingen Gewitter nieder, wurde der Waldboden feucht. Hinzu kam sommerliche Wärme. Da schossen sie aus dem Boden. Und plötzlich wurde auch über stattliche Funde berichtet. Zum Beispiel im Raum nördlich von Weiden und in Schwandorf, wo ein am Stadtrand wohnendes Ehepaar 180 Steinpilze nach einem gemeinsamen Ausflug in den Wald vor sich ausbreiten konnte. Nebst etlichen Rotkappen und Birkenpilzen.

Nicht alles in die Pfanne

Die Körbe und Eimer können also gefüllt werden. Auch mit Pfifferlingen. Die sind ja eher selten vom Wurm befallen. Ganz anders der Steinpilz. Einen gefunden zu haben, bedeutet noch lange nicht, dass er auch in die Pfanne gelangt. Ein Beispiel aus dem zwischen Amberg und Schwandorf gelegenen Freihölser Forst vom vergangenen Wochenende: Nahezu 60 vom Anschein her prächtige Exemplare erspäht, gerade einmal 15 davon brauchbar. Alle anderen eine Beute der Maden. Selbst solche, die gerade erst aus dem Boden spitzten.

Was ist mit den anderen Waldfrüchten? "Ich habe eigentlich noch nie einen Sommer mit so vielen und großen Heidelbeeren erlebt", sagt der ehemalige Schwandorfer Landrat Hans Schuierer. Darauf habe vor einigen Wochen noch nichts hingedeutet, weiß der 83-Jährige, dessen Ausflüge in den Wald in den letzten Tagen mit gefüllten Eimern endeten. Auch über seine Preiselbeer-Ernte kann sich Schuierer nicht beklagen.

Abwarten, wie es nun weitergeht. Wasser von oben hat es in den letzten Tagen zwar gegeben. Aber die Temperaturen sind nach unten gegangen. Doch die Zeit der Pilze hat ja gerade erst begonnen. Ein paar Wochen bleiben da schon noch.

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