26.02.2018 - 17:14 Uhr

185 Jahre Bürgerverein Junge nur schwer zu begeistern

"Die Bürger erheitern und einander näherbringen" - das gilt seit der Gründung am 4. März 1832 als Motto des Amberger Bürgervereins. Rund 100 Mitglieder gehören ihm im 185. Jahr seines Bestehens an. Die Feier zum Jubiläum musste der Verein von 2017 auf heuer verschieben.

Auch Gäste kommen zur Feier und gratulieren zum 185-jährigen Bestehen des Bürgervereins. Von links: OB Michael Cerny, stellvertretender Vorsitzender Sigurd Klein, Heidemarie von Wittgenstein und Vorsitzender Volker Wappmann (beide Vohenstrauß) sowie Karl Beer (Bürgerverein Nabburg). Bild: Uschald
von Autor USCProfil

185 Jahre Bürgerverein repräsentieren 185 Jahre Kulturgeschichte Amberger Bürgertums. Diese Bilanz zog der Verein bei seiner 185-Jahr-Feier am Samstag im Gasthaus Aschenbrenner in Paulsdorf. Stellvertretender Vorsitzender Sigurd Klein hob in seinem Rückblick die vier Schwerpunktthemen hervor: Erlebnis von Gemeinschaft, von Natur und Kultur, von Theater und Musik sowie moderner Technik.

In seinem Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre, den Klein in Vertretung der erkrankten Vorsitzenden Virginia Herpich hielt, schilderte er Einzelheiten aus den Aktivitäten. Er bedauerte, dass es einst so beliebte Veranstaltungen wie den Bürgerball, den kleinen Kappenabend und den Preisschafkopf nicht mehr gibt. Wegen einer zu geringen Beteiligung und der steigenden Kosten.

Bis nach Verona

Als Glanzpunkte der Veranstaltungen der vergangenen zehn Jahre listete Klein die Fahrten auf, die beispielsweise an den Niederrhein, nach Sachsen, an die Nordsee, in den Harz und in die Lüneburger Heide führten. Zudem ging es beim Schwerpunkt "Theater und Musik" nach Oberammergau, Salzburg oder auch Verona. Moderne Technik erlebten Mitglieder im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld, in der Mineralwasserabfüllung Kondrau und in Weißwasser beim Braunkohle-Tagebau. Bunt und abwechslungsreich ist auch das Programm für 2018. Erwähnt seien die Ausflüge nach Linz, wo die Aufführung "Eine Nacht in Venedig" im neuen Opernhaus besucht wird, und die Fahrt zum Böhmischen Advent in Prag.

Der stellvertretende Vorsitzende stellte auch Überlegungen über die Zukunft des Bürgervereins an. Die Zahl der Mitglieder sei in den vergangenen zehn Jahren geschrumpft. Aktuell seien es knapp 100. Klein: "Wir alle werden immer älter, und jüngere Frauen und Männer sind sehr schwer für eine Mitgliedschaft im Bürgerverein zu begeistern."

Im 19. Jahrhundert

OB Michael Cerny befasste sich in seinem Grußwort mit der Geschichte bürgerlicher Vereinigungen im Amberg des 19. Jahrhunderts. Demnach war es neben dem zumeist adeligen Offizierskorps der Garnison vor allem das gehobene Bürgertum, das sich in sogenannten Honoratiorenvereinen zusammenfand.

1823 und 1832

Die Anfänge reichen laut Cerny bis zum Jahr 1803 zurück. Dem Vergnügen huldigte der 1823 gegründete Verein Frohsinn, der sich ab 1828 Harmonie nannte. Schließlich ging er 1832 in der Casino-Gesellschaft auf. Ebenfalls 1832 konstituierte sich der Bürgerverein. Um den ersten Vereinszweck zu erreichen, bezog der Bürgerverein Zeitungen und Zeitschriften, die den Mitgliedern in einem Lesezimmer zur Verfügung standen. Wie Cerny außerdem berichtete, bildeten große Feste und Bälle, zumeist anlässlich besonderer Vorkommnisse oder Feiern, Höhepunkt der Geselligkeit.

Für die befreundeten Bürgervereine Nabburg und Vohenstrauß gratulierten deren Vorsitzende, Karl Beer und Volker Wappmann.

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