09.07.2017 - 11:08 Uhr
Oberpfalz

50 Jahre Inter Bergsteig Geschichte voller Geschichten

50 Jahre SV Inter Bergsteig: Ein Jubiläum, das herzlicher nicht hätte gefeiert werden können. 50 Jahre hat der Sportverein dafür gearbeitet. War er doch über Jahre verrufen. Vor allem in den 70er- und 80er-Jahren stand er dafür, dass Dorfvereine mit einer gewissen Anspannung das Spielfeld in Amberg betraten.

Professor Friedrich Heckmann aus Bamberg referierte über die Zeit, in der der Bergsteig nicht immer den besten Ruf hatte. Bilder: Brückmann (3)
von Andreas Brückmann (brü)Profil

Längst ist das anders. Der neue Bergsteig präsentierte sich am Wochenende in neuem Glanz - und das im wahrsten Sinne des Wortes. So wurde zum Beispiel das Sportheim extra für das Fest neu gestrichen. Zur Eröffnung der Feierlichkeiten erwiesen viele Amberger Persönlichkeiten dem Jubelverein die Ehre. Allen voran Alt-OB Wolfgang Dandorfer, während dessen Amtszeit aus dem alten, verrufenen Sportplatz die moderne Pater-Küting-Anlage geworden war.

Wie es damals war

Vorsitzende Michaela Scheler hatte eine Präsentation mit Bildern vorbereitet. Passend dazu hielt Professor Friedrich Heckmann, der Leiter des Instituts Europäisches Forum für Migrations-Studien an der Universität Bamberg und Professor für Soziologie in der Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, seinen Vortrag. Über die Geschichte des Bergsteigs und die damit verbundenen Geschichten des Vereins. Dabei ging es um Heimatlose, soziale Schwierigkeiten und die Idee von Pater Karl Küting, ein sportliches Zentrum für die multinationale Zusammengehörigkeit zu schaffen. Laut Heckmann ist der Bergsteig in gewisser Weise immer noch ein sozialer Brennpunkt. Aber ein friedlicher.

Gut eineinhalb Stunden referierte er über die Projektarbeit, an der er Anfang der 80er-Jahre mitgearbeitet hatte: "Ich habe gemerkt, es hat sich etwas getan am Bergsteig in Amberg. Insgesamt ist es erfreulich, dass seit den Jahren, die lange vorbei sind, die Integration gut gelungen ist, dass auch der Sportverein wirklich gewachsen ist." Sein Projekt wurde Anfang der 80er-Jahre abgeschlossen. Einen Einblick über die vergangenen 20 Jahre bot Heckmann am Freitagabend nicht. Was etwas schade war, denn eben diese zwei Jahrzehnte haben den Bergsteig verändert.

Zum Positiven verändert

Man merkt beim Verein ein großes Stück Veränderung. Das Sportheim wurde in Eigeninitiative neu gestrichen, der Vorstand kämpft mit Leib und Seele. Wie Vorsitzende Michaela Scheler: "Ich weiß, wie es ist, eine Heimatlose zu sein. Ohne deutschen Pass, trotzdem als Deutsche, und somit nur mit einem Visum nach Spanien in den Urlaub fahren zu können." Scheler und ihre Vorstandskollegen sind es auch, die sich weiter für die Integration einsetzen. Für mehr Multikulti, für den Bergsteig und damit auch für ganz Amberg.

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