12.07.2017 - 21:17 Uhr
Oberpfalz

9. Firmenlauf Amberg-Sulzbach Kollegen in Turnschuhen

1700 Hobby-Sportler rannten am Mittwochabend vom Eisstadion über das schöne Landesgartenschaugelände wieder zurück zum Eisstadion. Warum? Teamgeist hieß ihre Motivation, 9. Volks- und Raiffeisenbanken Firmenlauf die Veranstaltung.

von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Eigentlich ist es enorm, welche Anziehungskraft der Fünf-Kilometer-Feierabend-Rundkurs auf die Kollegen aus 121 Firmen ausübt. Seit Jahren sind die Teilnehmerzahlen steigend. Primär geht es nicht um das Gewinnen, sondern um Kollegialität, Motivation, Teambildung, Kreativität und natürlich auch etwas Sportlichkeit. Alles Softskills, die in der Arbeitswelt gefordert sind und die am Mittwoch in Turnschuhen und Lauf-Dress ausgeübt wurden. Pünktlich zum Start regnete es. Knapp vier Minuten dauerte es, bis alle 1700 Menschen die Linie überschritten hatten. Das Schlusslicht bildeten die Walking-Gruppen. Vom Sonderpädagogischen Förderzentrum Sulzbach-Rosenberg hatte sich ein Teil als Erdbeeren, Bananen, Ananas oder Trauben verkleidet. „Wir machen auf unsere Schulobst-Aktion aufmerksam“, sagte Schulleiterin Gisela Lehnerer. Das Projekt sei heuer Nutznießer der Spenden, die über den Firmenlauf generiert werden. Süße Marienkäfer auf ihren T-Shirts präsentierte die Apotheke St. Marien. Silvia Hanschke und Diana Daubenspeck outeten sich als Nicht-Sportler und kommentieren vorab: „Eines ist klar, fünf Kilometer sind lang.“ Dieses Gefühl hatten Felix Meyerhöfer (Wechselszene) und Felix Sommerer (Strema Maschinenbau) wohl nicht, denn nach circa 16 Minuten erreichten die beiden als Erster und Zweiter die Ziellinie. Ihnen auf den Fersen waren die beiden Brüder Leopold und Benedikt Eckl (Frischmann Druck). Schnellste Frau auf dem Rundkurs war die Kommunale Jugendpflegerin Claudia Mai, die für das Landratsamt Amberg-Sulzbach unterwegs war.

Ergebnisse

Schnellstes Team: Leopold Eckl, Benedikt Eckl, Michael Wasner (Frischmann Druck und Medien);
Fitteste (Firma mit den meisten Teilnehmern): St.-Anna-Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg;
Kreativste: Sozialpädagogisches Förderzentrum Sulzbach-Rosenberg (verkleidet als Obst);
Schnellste Chefs: Katrin Färber (22:46), Elektrotechnik Färber; Christian Koch (18:07), MicroChemicals GmbH;
Schnellste Azubis: Manuela Herbst (22:10), ZF Friedrichshafen; Andre Merzlyakov (18:46), Clever fit;
Schnellster Rentner: Konrad Aumeier (22:59), Rohrwerk Maxhütte;
Größtes Handwerker-Team: Godelmann GmbH

Angemerkt

Erinnern,
nicht vergessen
Von Andrea Mußemann
Wenn alles normal gelaufen wäre, dann wäre Matthias Zenger als Chefkoch für das Drahthammerschlößl beim 9. Firmenlauf an den Start gegangen. Er hatte sich schon dafür angemeldet und eine Nummer zugewiesen bekommen. Aber manchmal läuft es im Leben eben nicht normal. Der 28-Jährige starb viel zu früh. Am 28. Mai brach der geübte Sportler beim LLC-Marathon in Regensburg, mit Herz-Kreislauf-Problemen zusammen und starb später im Krankenhaus. Die Nachricht war für alle, die den jungen Mann kannten, ein Schock.
Was bleibt? Natürlich die Erinnerungen an ihn. Sein Kollege und Laufpartner, Christian Rietz, ging deshalb beim Firmenlauf ausnahmsweise mit zwei Nummern an den Start. Einmal seine eigene, und einmal die, mit der eigentlich Matthias Zenger hätte laufen sollen. „Das wäre sein letzer Wunsch gewesen“, ist Rietz überzeugt.
Was noch bleibt ist nicht das beklemmende Gefühl einer viel zu kurzen Schweigeminute, sondern der Klang des spontanen Applauses aller Teilnehmer für einen (Sportler-)Kollegen, der bei einem Lauf am besten vom Arbeitsstress abschalten konnte. Es bleibt aber auch (wieder einmal) die Erkenntnis, dass das Leben endlich ist und Kleinigkeiten das Leben sind, mehr als es die Summe von Alltagssorgen jemals sein kann.

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