05.11.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Angehende Hauswirtschaftsmeisterin will Kindern Spaß am Kochen beibringen Interesse am Köcheln halten

Sie haben Sahne in Gläsern zu Butter geschüttelt, Kartoffeln geschält und gelernt, welche Lebensmittel besonders gut für ihren Körper sind: Zwölf Kinder haben am zweitägigen Kochkurs von Tanja Breitkopf in der Lehrküche der Landwirtschaftsschule mitgemacht. Das Besondere dabei: Die 41-jährige Breitkopf besucht derzeit den Meisterlehrgang der Hauswirtschaft. Die Planung, Umsetzung und Dokumentation des Kochkurs' sind sozusagen ihre Abschlussarbeit.

Wie schält man eine Kartoffel? Nick Birner (Mitte) und elf weitere Kinder lernen von der angehenden Hauswirtschaftsmeisterin Tanja Breitkopf, wie man sich bewusst ernährt, indem man selbst kocht. Bild: Steinbacher
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Das Gewusel am frühen Morgen in der Lehrküche ist groß: Der siebenjährige Nick Birner versucht sich vor Publikum am Kartoffelschälen. Nachher will der kleine Koch zusammen mit den anderen eine feine Kürbis-Kartoffel-Suppe zaubern. Als Nachspeise gibt es eine Quarkspeise mit Obst. "Kürbis mag ich gern", erklärt der Zweitklässler, der sich aus eigenem Antrieb für den Kurs angemeldet hat, wie er sagt. "Zuhause helfe ich dem Papa in der Küche. Hier möchte ich richtig kochen lernen."

So etwas freut Breitkopf, die ein großes Interesse der Kinder am Kochen festgestellt hat. "Mein Ziel ist es, die Kinder zu mündigen Verbrauchern zu machen." Sie sollten lernen, dass es nicht 1000 verschiedene Zutaten brauche, um ein gutes Essen herzustellen. "Sie sehen, dass aus einfachen Lebensmitteln viel zubereitet werden kann und man nicht immer das gleiche essen muss. Außerdem liege ihr am Herzen, dass die Kinder regional und saisonal kochen lernen. "Ich habe ihnen erklärt, dass man freilich im Januar Erdbeeren kaufen kann. Doch sie wissen nun auch, welche Auswirkungen dieses Kaufverhalten hat." Im Vordergrund der kleinen Köche steht aber stets der Spaß, erklärt sie. "Ein erhobener Zeigefinger bringt nichts."

Trotzdem hat Breitkopf tagszuvor mit den Kindern über die Ernährungspyramide gesprochen. Nick weiß nun: "Äpfel und Wasser sind gut. Von den Süßigkeiten und Müsliriegeln soll man weniger essen." Die Kinder sollten auch lernen, dass Essen und Kochen ein Genuss sein kann. "An Halloween haben die Kinder sicherlich gern genascht. Es ist auch wichtig, sich hin und wieder etwas zu gönnen." Breitkopf hat da vor allem auch Mädchen ab 13 Jahren im Kopf, die durch verschobene Schönheitsideale ihren Körper oft geiseln. "Ihnen will ich das auch wieder beibringen, wie genussvoll sich ernähren sein kann."

Nun gelte es, das Interesse der Kinder am Köcheln zu halten, sagt Breitkopf. "Es wäre schön, wenn die Kleinen auch zu Hause ab und zu an den Herd und die Töpfe dürften. Wer einmal die wichtigen Handgriffe gelernt hat, greift später nicht zum Fertigmischung im Päckchen."

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