16.12.2017 - 06:00 Uhr
Oberpfalz

AZ-Adventskalender, Türchen Nr. 16 Hier ging die Post ab

Früher stand hier das Posthaus, heute kann man um die Ecke in dem Gebäude Kaffee kaufen: Ins Postgäßchen führt der AZ-Adventskalender heute. Gerhard Kotzbauer, der sich intensiv mit den Altstadtstraßen in Amberg beschäftigt hat, ist bei Chronist Anton Dollacker auf einen früheren Namen gestoßen - 1524 scheint hier die Frauengasse gewesen zu sein.

Das Postgäßchen hat seinen Namen von dem Posthaus, das es hier früher einmal gab: Es war die Station der Postwagenlinien. Heute hat dieses Gebäude (hinten links) die Adresse Georgenstraße 23. Bilder: Hartl (2)
von Heike Unger Kontakt Profil

In einer anderen Urkunde von 1611 hat Kotzbauer einen Hinweis gefunden auf ein "Haus an der Jorgengasse Eck des Kanzleigäßchens gelegen": Mit diesem "Kanzleigäßchen" sei allerdings nicht die Straße gemeint, die man aktuell unter diesem Namen kennt: Damit könne vielmehr nur das heutige Postgäßchen gemeint sein, erklärt Kotzbauer. Weniger verwirrend ist eine Steuerbeschreibung von 1774, die das "Postgässl" erwähnt. 1805 schreibt Destouches dann vom "Postgäßchen".

Gerhard Kotzbauer weist darauf hin, dass Bayern zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Postwesen verstaatlicht habe. In seinem Buch über die Altstadt-Straßen heißt es dazu: "Bis dahin lag die Beförderung von Briefen, Personen und Gütern weitgehend in den Händen des seit 1748 in Regensburg ansässigen Hauses Thurn und Taxis." Nach der Erhebung zum Königreich habe Bayern zwischen 1806 und 1808 das Postwesen übernommen. Bis zum Ausbau des Eisenbahnnetzes sei dieses die wichtigste Verkehrseinrichtung gewesen.

Von Destouches wisse man, "dass Anfang des 19. Jahrhunderts in Amberg wöchentlich vier überregionale Postwagenlinien bedient wurden, die bis nach Köln, Dresden, Breslau und Wien führten." Zusätzlich seien "Reitende oder Priefposten" sowie "Landbothen" unterwegs gewesen. "Fuß- oder gehende Bothen" hätten Briefe und Pakete "mit einem Schubkarren" zu den Empfängern gebracht.

Gewinnspiel

Ein Türchen des AZ-Adventskalenders öffnet sich an jedem Tag im Dezember bis Heiligabend. Neben Fotos und Informationen zum Straßennamen enthält der Kalender auch jeden Tag eine Überraschung. Wer Geschenk Nummer 16 gewinnen will, ist aufgerufen, im Postgäßchen ein Selfie zu machen (Veröffentlichung im Internet möglich): Auf dem Foto sollten neben dem Einsender auch eine Gestalt zu sehen sein, die gerade zu Weihnachten besonders in den Blick rückt.  Wer sein Glück versuchen will, mailt sein Foto mit Namen, Adresse und Telefonnummer (wird nicht veröffentlicht) am Samstag, 16. Dezember bis 20 Uhr an die Redaktion (verlosung-az[at]oberpfalzmedien[dot]de). Alle Einsender nehmen an einer Verlosung teil (Rechtsweg ausgeschlossen). (eik)

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