20.12.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

AZ-Adventskalender, Türchen Nr. 21 Sumpf oder Hose?

Gewinnspiel

Ein Türchen des AZ-Adventskalenders öffnet sich an jedem Tag im Dezember bis Heiligabend. Neben Fotos und Informationen zu einer Amberger Altstadt-Straße enthält er jeweils auch ein schönes Geschenkpäckchen. Wer Nummer 21 gewinnen will, ist aufgerufen, heute die Gasse In der Brüh zu besuchen und dort ein Selfie zu machen (Veröffentlichung im Internet möglich): Auf dem Foto sollte neben dem Einsender auch ein weihnachtliches Motiv zu sehen sein. Wer sein Glück versuchen will, mailt sein Foto mit Namen, Adresse und Telefonnummer (wird nicht veröffentlicht) noch am Donnerstag, 21. Dezember, bis 20 Uhr an die Redaktion (verlosung-az[at]oberpfalzmedien[dot]de). Alle Einsender nehmen an einer Verlosung teil, bei der es täglich eine Überraschung zu ergattern gibt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Zuweilen lässt es sich einfach nicht mehr klären, warum eine Straße so heißt, wie sie heißt. "In der Brüh" ist so ein Fall. Zwei Meinungen dazu gibt es aber - Ursprung könnte das veraltete Wort "Brüch" (Hose) sein, oder aber eine Sumpflandschaft.

Hübsch umrahmt von einem Torbogen fällt der Blick hier auf das Altstadt-Gässchen In der Brüh. Bilder: Hartl (2)
von Heike Unger Kontakt Profil

Erwähnt sei diese Gasse, die heute Thema des AZ-Adventskalenders ist, bereits in mehreren frühen Urkunden, sagt Hobby-Heimatforscher Gerhard Kotzbauer und zählt auf: 1478 als "in dere Brüch", 1486 als "in den Prüchgassen", 1600 als "Winkel die Prüch genannt", 1617 als "(Wirt) in der schwarzen Brüh" und 1704 als "in der Prüch".

Im Ortsblatt von 1835 heißt die Sackgasse "Brühe", im Adressbuch von 1867 taucht erstmals die heutige Bezeichnung "In der Brüh" auf. Zur Namensherkunft gibt es laut Gerhard Kotzbauer "bisher keine eindeutige Erklärung" - wohl aber unterschiedliche Meinungen.

Etwa die des Chronisten Anton Dollacker. Der sei 1922 noch der Ansicht gewesen, dass der Name von "Brüch" komme, einem veralteten Wort für Hose. Dollacker habe darin einen Bezug zur Breite des Gässchens gesehen. Dann aber scheint er seine Meinung geändert zu haben: "1933 verzeichnet er in seinem handschriftlich verfassten Amberger Straßenbuch erneut zunächst diese Begründung, streicht sie dann aber durch und schreibt jetzt darüber: Die Brüch war früher so viel wie Sumpfland." Hans Frank verweise im historischen Ortsnamenbuch 1975 darauf, dass der Name in den Quellen immer in der weiblichen Form gebraucht werde - also könne er nur von "die Brüch" (Hose) und nicht vom männlichen "der Brüch" (Moor, Sumpf) abgeleitet sein.

Gerhard Kotzbauer verweist aber auch auf eine Zulassungsarbeit, in der Klaus Hartinger um 1970 den Sumpf als die begründetere Erklärung sieht. Auch deshalb, weil "sich nicht weit entfernt ein Sumpfland befand". Nach Kotzbauers Auffassung findet sich die "heute überwiegend vertretene Meinung" im Amberger Adressbuch 2015/16, das den Namen "wahrscheinlich auf die Bedeutung des Wortes ,brüch' (Schlamm)" zurückführt.

Die Erwähnung von 1617 mit dem "Wirt in der schwarzen Brüh" stütze dies: "Durch die Verwendung des Adjektivs schwarz in Verbindung mit dem Substantiv Brüh scheint ein Bezug zu einem Moor- oder Sumpfland realitätsnäher zu sein als zu einer Hose", meint Gerhard Kotzbauer.

Severin in der Brüh

Gerhard Kotzbauer zitiert zu seinen Anmerkungen zur Gasse "In der Brüh" Auszüge eines Gedichts aus der Chronik von Michael Scherm von 1902:

Severin ein durstg'er Schuster, strebt in dunkler Nacht nach Heim. Eine Pfütze war des Weges, Severin legt sich hinein.

Saht Ihr eine Schildkröt liegen auf den Rücken je? - genau. Also lag der arme, trunkne Severin und sagte: Au!

Seine Frau unferne wohnend, hörete den Jammerschrei, den er ausstieß als er stürzte, und sie eilte schnell herbei.

Donner, Pechdraht! - rief der Schuster. So ein Fisch wie ich lag nie, hier in diesem säck'chen Gäßchen und in solcher schmutz'ger Brüh.

Kam das Gäßchen, wo der Schuster damals zappelte und schrie, nun zu seinem Eckelnamen, ward benamset "In der Brüh". (eik)

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