22.12.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

AZ-Adventskalender, Türchen Nr. 24 Hier schlägt Ambergs Herz

Gewinnspiel

In der heutigen Ausgabe öffnen sich die letzten beiden Türchen des AZ-Adventskalenders. Neben Fotos und Informationen zur Herkunft zweier Straßennamen in der Altstadt enthält der Kalender noch einmal zwei Überraschungen. Wer Geschenk Nummer 23 gewinnen will, ist aufgerufen, heute die Tanzhausgasse zu besuchen und dort ein Selfie zu machen (Veröffentlichung im Internet möglich): Auf dem Foto sollten neben dem Einsender auch ein wenig Grün von oben zu sehen sein. Eine Chance auf Überraschung Nummer 24 hat, wer ein Selfie von sich am Marktplatz macht - zusammen mit dem Amberger Wappentier.

Wer sein Glück versuchen will, mailt sein Foto von der Tanzhausgasse mit Namen, Adresse und Telefonnummer (wird nicht veröffentlicht) am Samstag, 23. Dezember, bis 20 Uhr an die Redaktion (verlosung-az[at]oberpfalzmedien[dot]de). Das Selfie vom Marktplatz muss am Sonntag, 24. Dezember, bis 20 Uhr eingehen. Alle Einsender nehmen an einer Verlosung teil, bei der es die beiden letzten Überraschungspäckchen zu ergattern gibt (Rechtsweg ausgeschlossen). (eik)

Den ganzen Advent hindurch hat Hobby-Heimatforscher Gerhard Kotzbauer die AZ-Leser durch die Altstadt geführt. Und dabei auch durch ein Stück Stadtgeschichte. Jetzt endet dieser Rundgang - natürlich im Herzen Ambergs, auf dem Marktplatz.

Der Marktplatz war schon immer Ambergs zentraler Punkt bei großen Veranstaltungen - sei es bei der Amberger Hochzeit 1474, beim "großen Hauptschießen" 1596 oder beim Weihnachtsmarkt (Bild) im Advent 2017. Bilder: Hartl (2)
von Heike Unger Kontakt Profil

"Für den Marktplatz in Amberg gibt es 1357 eine der ältesten urkundlichen Erwähnungen mit ,an dem Marckt'", berichtet Kotzbauer. In der ersten gedruckten Wochenmarktsordnung für die Stadt Amberg von 1586 sei er als "Marckt" zu finden. "Eine andere Bezeichnung für den Marktplatz, die später wiederholt erwähnt wird", gebe es in einer Steuerurkunde von 1629 als "Platz". 1774 sei in einer Steuerbeschreibung vom "Haubtplatz" die Rede.

Thema bei allen Chronisten

"Sämtliche Amberger Chronisten berichten über den Marktplatz", hat Kotzbauer bei seinen Recherchen in den Amberger Archiven festgestellt. "Wiltmaister nennt ihn 1783 überwiegend schon mit der noch heute gültigen Bezeichnung Marktplatz." Sogar mit München kann sich Amberg messen: Wie Kotzbauer berichtet, schreibt Chronist Johann Baptist Westermayer 1816 von diesem Platz als "Victualienmarkt": "Es dürfte sich allerdings dabei mehr um eine Bezugnahme auf die dort verkauften Waren als um eine offizielle Straßen- oder Platzbezeichnung handeln", meint Kotzbauer. Schließlich habe Westermayer auch andere Plätze nach den dort gehandelten Waren genannt, zum Beispiel den Holz-, Rinder- oder Roßmarkt. Seit 1323 sei der Amberger Wochenmarkt belegt, betont Kotzbauer: "Anfangs fand er am Mittwoch, seit 1570 am Samstag und seit 1606 schließlich mittwochs und samstags statt."

Waren aus dem Umland

Am Markttag sei "nach dem Aufsperren der Stadttore bis 11 Uhr mittags" ein Fähnchen mit dem Stadtwappen, ausgesteckt worden, schreibt Kotzbauer in seinem Buch über die Amberger Altstadt-Straßen: "Innerhalb dieser Zeit war der Einkauf nur der Obrigkeit, den Beamten sowie den Bürgern und Inwohnern gestattet, erst danach auch den Fremden." Verkauft worden sei hier alles für den täglichen Bedarf, vor allem aber "Lebensmittel aus der Produktion des Umlands".

Seit 1323 ist der Amberger Wochenmarkt belegt.Gerhard Kotzbauer

Eine Hochzeit und drei Hinrichtungen

"Dass auch damals auf dem Marktplatz schon alles seine Ordnung haben musste", belegt Chronist Johann Kaspar von Wiltmaister, der aus der Marktordnung von 1763 zitiert. Demnach wurden folgende "Markts-Commißarien" angeboten: "Geflügelwerk", "Schmalz, Eyer und Butter", "Kitz, Sauger dann Schweinferkeln", "Haasen, Vögel, so anderes Geflügelwerk", "Obst und Kräutelwerk" sowie "Flachs, Hanft, Zwirn, Wolle, Leinwad, so anders".

Anfangs sei die Nutzung des Marktplatzes noch vom Handel geprägt gewesen, berichtet Gerhard Kotzbauer. Er hat in den Archiven aber auch Hinweise auf andere Nutzungen gefunden.

"Die für die Betroffenen bedauernswerteste beziehungsweise folgenschwerste war zweifelsohne die Hinrichtung von drei Bürgern der Stadt, die am 5. Februar 1454 auf dem Marktplatz unter Beiwohnung des Regenten und der Bevölkerung enthauptet wurden." Dies sei gewissermaßen ein Racheakt des damaligen Kurfürsten Friedrich I. für ein Ereignis gewesen, das als Amberger Aufruhr in die Geschichte eingegangen sei, merkt Kotzbauer an. An diese Hinrichtung erinnere heute noch ein Pflasterstein mit einem weißen Kreuz auf dem Marktplatz.

Wesentlich erfreulicher sei ein Ereignis fast genau 20 Jahre später gewesen: 1474 fanden auf dem Marktplatz größere Festlichkeiten in Zusammenhang mit der Amberger Hochzeit statt. Damals heiratete der pfälzische Kurprinz Philipp, ein Mündel Friedrich I., Margarete von Bayern-Landshut.

Zentraler Punkt war der Platz laut Kotzbauer auch bei vielen anderen Festen, etwa beim "großen Hauptschießen" 1596 oder bei Barockfesten im 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert habe es hier Empfänge für die Mitglieder der königlichen Familie gegeben.

Nicht alle Veranstaltungen hätten aber einen heiteren Anstrich gehabt, fügt Gerhard Kotzbauer hinzu: "So bedienten sich auch die Machthaber der Nazizeit dieses Platzes" - für ihre "martialisch inszenierten Feiern". (eik)

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