Dazugesetzt auf dem Amberger Bergfest
Erstbesteigung der Berg(fest)saison

Eine geht auf jeden Fall noch, denn Jörg (links) und Markus haben sich an ihrem strategisch günstigen Plätzen zu Bergfestauftakt noch nicht sattgesehen. Bild: Steinbacher
Freizeit
Amberg in der Oberpfalz
02.07.2017
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Wetterpech beim Auftakt.

Sie haben noch Durst, weil sie sich noch nicht sattgesehen haben. Jörg (54) und Markus (47) suchten sich am ersten Bergfest-Tag gezielt ein strategisch günstiges Plätzchen: (von unten gesehen) ganz hinten links, aber ganz weit vorne, mit aufgespannten Sonnenschirm, der als Regenschirm herhalten musste.

Dieser Logenplatz in der ersten Reihe musste es sein, weil an diesem Mittag bis frühen Nachmittag genau hier praktisch jeder bei seiner bergfest-saisonalen Erstbesteigung mindestens einmal vorbeikommt, vorbeikommen muss.

Das ist auch der Zweck der Übung. Sehen und gesehen werden. Und zu zweit sieht man mehr. Die erste Maß ist derweil getrunken. Der Lkw-Fahrer (Jörg) und der Produktionssteuerer (Markus) scheuen sich nicht, auch dem Regensburger Bischofshof-Bier ein gutes Zeugnis auszustellen. Wohlwissend, dass sie damit Amberger Unmut auf sich ziehen dürften. Das halten beide jedoch locker aus. Sie kennen sich vom Handball, halten unerschütterlich die HG hoch und goutieren zufrieden, dass quasi ihr Oberchef, TV-Vorsitzender Thomas Bärthlein, an ihrer Loge vorbeikommt und einmal kurz Platz nimmt.

Mag das mit dem Amberger Bier Geschmackssache sein, dass sie waschechte Amberger sind, das lassen sich die beiden "alten Freunde" nicht ausreden. Markus, der in Ebermannsdorf gebaut hat, legt Wert auf das "gebürtig". Jörg, der zu Fuß "nur zehn Minuten unterhalb" der Bergkirche wohnt, hat es etwas schwerer. Er kommt nämlich aus Dresden.

Aber sein Vater war ein Amberger. Den zog es allerdings 1958 in die sächsische Landeshauptstadt. "Weil sie ihm angeblich so gut gefallen hat und er sie wieder mit aufbauen wollte." Drei Jahre später war's das dann nach dem Mauerbau. Bis sich 1985 Jörg seiner familiären Ursprünge besann und 'rübermachte.

Jörg und Markus sind nicht nur lokalpatriotisch gesinnte Berggänger. Den Frohn-, Anna- und Mausberg gebe es in dieser Saison schließlich auch noch zu besteigen, kündigen sie bestens gelaunt an.

Bergfest-Splitter

Maß genommen

Allzu groß ist es ja nicht, aber wie groß ist es denn nun wirklich? Für das Bergfest gibt es jedenfalls keine allgemeingültige Maßeinheit. Einmal die Bratwurst-Gasse rauf und runter ist schnell erledigt. Das lässt sich locker in maximal sechs Minuten machen: zu Fuß gemessene zweieinhalb bis drei Minuten sind das einfach. Doch diese Zeitrechnung fand unter völlig weltfremden Bedingungen statt, die kein eingefleischter Amberger Berggänger so kennt und als wirkliches Leben anerkennen würde. Dieser Sprint ist nur bei schlechtem Wetter zu völlig falschen Zeiten und in völliger Anonymität zu bewerkstelligen. Schon ein Bekannter - und es muss nicht einmal ein guter sein - kann die Bergstrecke ungeahnt verlängern. (zm)



Nachgezählt

Neben den Bierzelten spielt die kulinarische Versorgung der Bergfestgänger die entscheidende Rolle des überregionalen Rufs dieser Woche. Obwohl sie sich hinsichtlich des Angebots in ihrer Breite zweifellos ziemlich bescheidet. Ohne Anspruch auf endgültige Vollständigkeit wurden auf der Hauptachse gezählt: sieben Bratwurstbratereien, fünf Stände mit Backwaren, sprich hauptsächlich Spitzeln, zwei Käsestände, ein Stand mit nichtalkoholischen Getränken sowie Kaffee und Wein, eine Fischbraterei und ein Pizzastand. (zm)
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