Der Amberger Weihnachtsmarkt bekommt immer mehr Fans
Klein kann auch fein sein

Noch bis Freitag, 23. Dezember, ist der bisher längste Amberger Weihnachtsmarkt geöffnet. Bilder: Hartl (2)
Freizeit
Amberg in der Oberpfalz
11.12.2016
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Schönes aus einer der Buden: Wer möchte, kann sich das Wingershofer Tor an den Christbaum hängen.

Einsatzfahrzeuge und Polizisten an den Zugängen: Am Nürnberger Christkindlesmarkt sind die Sicherheitsvorkehrungen nicht zu übersehen. In Amberg wählten die Organisatoren des Weihnachtsmarktes einen anderen Weg.

"Wir haben das diskutiert", erzählt Andreas Raab, der Chef der Park- und Werbegemeinschaft (PWG), die auch den 31. Weihnachtsmarkt auf die Beine gestellt hat. Bereits 2015 sei die Zahl der Security-Leute verdoppelt worden. Was vielleicht nicht jedem aufgefallen sein mag: "Wir wollten sie bewusst ein bisschen im Hintergrund halten." Mehr müsse aber nicht sein. "Für einen kleinen Weihnachtsmarkt ist das nicht so das Thema", sagt Raab. Amberg sei eben ein anderes Pflaster als beispielsweise Nürnberg.

Apropos Pflaster: Auf dem stehen heuer wieder über zwei Dutzend Buden. Ein Teil des Publikums, das hört auch Raab regelmäßig, hätte den Markt gerne größer. Der PWG-Vorsitzende erinnert daran, dass es bereits Anläufe gegeben habe, ihn zu erweitern. Jetzt hat Raab in diesem Zusammenhang eine neue Idee: warum nicht die Wochenmarkt-Fieranten "ein bisschen mit integrieren"? "Wir tun die Deko dazu", verspricht er schon mal. Und "dazwischen kleine Stände" und "ein paar Buden" auf dieser Seite des Marktplatzes.

Vielleicht kommen dann noch mehr Besucher. An einem starken Samstag sind es laut Raab "mehrere Tausend, die durchlaufen". Worüber sich vor allem diejenigen freuen, die in den Buden stehen: "Es bleibt dann auch dementsprechend was hängen", weiß Raab und sagt: "Die Umsätze stimmen." In seinen Augen auch die Besucherzahl: Mit der sei man "sowieso zufrieden".

Zumal immer mehr Busse die Stadt ansteuern würden, darunter viele aus Tschechien. "Der Weihnachtsmarkt-Tourismus hat auch Amberg erfasst", stellt Raab fest. Die gern gewählte Variante: zuerst auf einen anderen Markt und danach einen Abstecher hierher. "Wir werden mitgenommen, was früher überhaupt nicht war", lautet Raabs Erkenntnis. Was auch an der neuen Weihnachtsbeleuchtung liege, die Amberg große Aufmerksamkeit beschert habe: "Die Beleuchtung ist schon fast ein Teil des Besuchsprogramms geworden." Für Raab ist das "ein großer Schritt". Die Leute, die kommen, hätten viel Lob für den Weihnachtsmarkt übrig. "Klein, aber fein" sei er, und auch das Sortiment passe. Den Gästen gefalle zum Beispiel, dass es hier noch Selbstgestricktes oder selbst gebastelte Krippen gibt. "Wir hätten noch gerne ein paar Schnitzer", formuliert Raab einen Wunsch, wohlwissend, dass es gar nicht so leicht wäre, für sie auch noch einen freien Platz zu finden.

Leben in der Bude(nstadt) - Angemerkt von Jürgen KandzioraVerhungern dürfte keiner. Ein halber Meter Bratwurst in der Semmel ist schon mal eine Ansage. Verdursten wird auch niemand. Glühwein, Schnaps oder Opas Spezialtee heizen ein - und sind gute Gründe, sich dann lieber nicht mehr ans Steuer zu setzen. Ins Karussell vielleicht auch nicht. Und wem's irgendwann zu kalt wird beim Aufenthalt zwischen den Buden: Hüte, Mützen und Schals lassen sich vor Ort käuflich erwerben.

Der Amberger Weihnachtsmarkt erfüllt also schon vor dem Fest viele Wünsche - und hat eine Menge Fans. Jedes Jahr scheinen es mehr zu werden. Volksmusik- und Schlagerstars auf der Bühne locken die Leute in Scharen an. Die lauschen dann zu Hunderten den Klängen und sind willkommene Gäste, auch wenn sich mancher von zu Hause eine Thermoskanne mit Tee mitbringt und den Umsatz damit nicht gerade ankurbelt.

Andreas Raab von der Park- und Werbegemeinschaft, deren Kind dieser Weihnachtsmarkt ist, freut sich in seiner Halbzeitbilanz über diese Akzeptanz und Resonanz. Das Lob, das er immer wieder zu hören bekommt, geht ihm runter wie Öl. Auf der Suche nach neuen Attraktionen ist Raab jetzt diese Idee gekommen: "Wir wollen nächstes Jahr mit dem Brunnen was machen." Es soll etwas Auffälliges aus Holz werden. So viel nur dürfen wir an dieser Stelle verraten, auch wenn wir schon mehr wissen. Und das hört sich wirklich nicht schlecht an.
2 Kommentare
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Barbara Dürr aus Hirschau | 12.12.2016 | 13:13  
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Stefan Kreuzeck aus Weiden in der Oberpfalz | 17.12.2016 | 11:15  
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