04.09.2017 - 15:56 Uhr
Oberpfalz

Die siebte Auflage läutet sein Ende ein Der letzte Freundschaftsmarathon

Wer schon einmal selbst bei einem der bisherigen sechs Freundschaftsmarathons dabei war, kennt die besondere Atmosphäre dieser einzigartigen Laufveranstaltung im Herzen der Oberpfalz. Nun gibt es aber nur noch einmal die Möglichkeit, ganz oder teilweise die Distanz von Weiden nach Amberg zu laufen. Denn der 7. Freundschaftsmarathon wird definitiv der letzte sein.

Für den letzten Freundschaftsmarathon machen noch einmal alle Beteiligten Werbung. In der Mitte die beiden Bürgermeister Brigitte Netta (Amberg) und Jens Meyer (Weiden). Bild: Stephan Huber
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Wolfgang Meier, der Leiter des Schul- und Sportamts, gibt die Begründung: Bei sinkender Teilnehmerzahl - erwartet werden zum großen Finale am Sonntag, 17. September, noch einmal rund 1000 - bleibt der Aufwand für die 300 bis 350 durchweg ehrenamtlichen Helfer gleich groß. "Wir kommen inzwischen auf ein Verhältnis von einem Helfer auf drei Läufer - da stimmt dann das Verhältnis nicht mehr."

Der Grund für den Schwund an Teilnehmern vor allem im Marathonbereich macht Wolfgang Meier an der doch sehr anspruchsvollen Strecke fest, die sich von Weiden über Oberwildenau den langen Berg bei Schwanhof hinunter nach Schnaittenbach zieht. Von dort geht es ebenfalls sehr profiliert über Hirschau, Krondorf, Steiningloh und Immenstetten nach Amberg hinein. Und zwar auf der Streckenführung, die schon 2009 bestand. Inklusive des letzten kleinen Anstiegs im Pumperhölzl. "Der ist zwar landschaftlich sehr reizvoll, aber nicht ohne."

Am Montag trafen sich die Organisatoren und Sponsoren, ohne die es all die Jahre nicht ging, im Rathaussaal, um den Endspurt einzuläuten, bevor es am 17. September zum letzten Mal um die gelaufene Freundschaft zwischen Amberg und Weiden gehen wird.

Randnotizen

Entstanden ist der Freundschaftsmarathon am Biertisch - wie viele andere gute Ideen auch. Norbert Fischer, der damalige Amberger Kultur- und Sportreferent, saß gemeinsam mit Michael Ascherl und Hans Klemm von Oberpfalzmedien im Jahr 2004 im Hennerloch in Weiden. Zwischen beiden Städten, die rund 40 Kilometer auseinander liegen, so der Gedanke, der dort aufkeimte, müsse doch eine gemeinsame Laufveranstaltung möglich sein. Und tatsächlich: 2006 ging der Freundschaftsmarathon zum ersten Mal über die Bühne. Etwa 1300 Menschen wollten dabei sein. Den Marathon gewannen Manfred Rubenbauer und Britta Faldik.

Während die beliebten Städtemarathons Jahr für Jahr höhere Startgebühren erheben, sind die Preise beim Freundschaftsmarathon seit 2006 konstant geblieben. "Das liegt daran, dass wir nicht gewinnorientiert sind", sagt Wolfgang Meier. Bis zum 10. September ist eine Anmeldung für den Marathon (35 Euro) von Weiden nach Amberg, den Halbmarathon von Schnaittenbach nach Amberg (20) sowie die Disziplinen Run & Bike (25), Staffel (20) und Nordic Walking (20) möglich.

Weidens Bürgermeister Jens Meyer (SPD) weiß, wovon er spricht, wenn er vom Freundschaftsmarathon erzählt. Zweimal hat er daran teilgenommen, einmal am Halbmarathon, einmal in der Staffel - übrigens gemeinsam mit dem damaligen Amberger SPD-Fraktionsvorsitzenden Florian Fuchs. (ass)

Es war eine tolle Idee - Angemerkt von Andreas Ascherl

Sollte es jemals so etwas wie eine Feindschaft zwischen Weiden und Amberg gegeben hatten – sie existiert schon lange nicht mehr. Der Freundschaftsmarathon wäre von daher also gar nicht nötig gewesen. Aber die Versuchung war einfach zu groß: Rund 40 Kilometer zwischen den beiden Städten und eine stetig anschwellende Laufbegeisterung am Beginn der 2000er Jahre führten beinahe zwangsläufig zu seiner Erfindung.

Noch nicht einmal 15 Jahre später hat sich das Konzept überlebt. Die Strecke ist einfach zu anspruchsvoll für die Marathon-Bestzeit zwischendurch oder den Anfänger, der sich zum ersten Mal auf die 42 Kilometer traut. Und es sind zu viele Helfer nötig, um das Laufevent über die Bühne zu bekommen. Das Ende ist daher nur konsequent.

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