20.10.2017 - 15:42 Uhr
Oberpfalz

Hahnbacher spielt Nebenrolle bei Wackersdorf-Film Max, der Sohn des Landrats

Vielleicht will Timo Battaglia Arzt werden. Vielleicht aber doch Schauspieler. Der 19-Jährige bewirbt sich auf jeden Fall für beide Studiengänge. Beim Casting für den Wackersdorf-Film, der derzeit um Schwandorf gedreht wird, spielt der Hahnbacher eine Nebenrolle. Timo Battaglia ist Max, der Sohn von Landrat Hans Schuierer.

Timo Battaglia (19) aus Hahnbach stellt Max Schuierer dar, den Sohn der Hauptfigur im Wackersdorf-Film. Auf diesem Bild noch im Alter von etwa 16 Jahren: "Später werde ich dann ein bisschen cooler mit Lederjacke und gegelten Haaren." Bild: exb
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Wie kamen Sie zu der Rolle?

Battaglia: Ich spiele Theater bei Winnie Steinl, der für den Film als Sprachcoach engagiert ist. Wir saßen bei ihm bei Kaffee und Kuchen zusammen und besprachen Aufführungen. Am Ende meinte er, dass er bei einem Film mitmache, für den noch Nebendarsteller gesucht werden. Er hatte eine Liste dabei, und wir durften unsere Namen hinter die Rollen schreiben, für die wir gerne vorsprechen würden. Dann wurde ich zum Casting eingeladen.

Und engagiert.

Nicht sofort. Ich bin nach Schwandorf gefahren und habe dort vorgesprochen. Vorher habe ich einen Text bekommen, den ich mit Winnie gelernt habe. Eine Woche später hieß es, ich wäre in der engeren Auswahl. Dann musste ich nochmal vorsprechen und improvisieren.

Wie groß war Ihre Konkurrenz?

Von uns war ich der einzige, der eine Nebenrolle bekommen hat. Beim Casting waren schon ein paar Leute, die für den Max vorgesprochen haben. Die Produktionsfirma hat am Ende bei mir angerufen und gefragt, ob es okay wäre, wenn sie mich besetzen würden.

Und das war dann auch o.k?

Das war komplett o.k. (lacht). Ich hab mich fast nicht mehr eingekriegt am Telefon.

Ist das Ihre erste Filmrolle?

Ja.

Seit wann spielen Sie Theater?

Ich habe schon im Kindergarten angefangen. Meine erste Rolle war der Prinz von Dornröschen. Jahrelang wurde ich in der Grundschule von einem Mädchen damit aufgezogen. Das war mir schrecklich peinlich, heute finde ich es eher witzig. Ab der Unterstufe habe ich am Herzog-Christian-August-Gymnasium Theater gespielt. Nach dem Abi bin ich zum Winnie.

Wie verlockend ist das Filmgeschäft?

Sehr. Aber Theater möchte ich nicht missen. Ich habe mit vielen am Set über dieses Thema geredet. Es ist so ein großer Unterschied. Das Schwierigste beim Film ist, in der Rolle zu bleiben, wenn man zwischendurch mal eine Stunde warten muss. Dann soll man aber auf Knopfdruck wieder komplett drin sein. Im Theater dagegen durchlebt man einen Prozess. Das ist schon allein durch die Proben so. Das Gute beim Film ist natürlich, dass man Szenen mehrmals hintereinander drehen kann, ohne dass es der Zuschauer mitkriegt. Beim Theater ist das ein anderer Kick: Jetzt geht es los, jetzt muss es laufen. Und wenn es nicht stimmt, merkt es der Zuschauer. Diese beiden komplett unterschiedlichen Facetten mag ich.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit den anderen Schauspielern?

Ich hatte ein bisschen Angst. Ich arbeite ja mit Profis zusammen. Aber sie sind alle sehr sympathisch. Der Umgang miteinander ist locker, mit jedem weiteren Drehtag wird es familiärer.

Haben Sie Feedback bekommen?

Nahaufnahmen mit Text sind natürlich was anderes als ein bisschen im Hintergrund rumzulaufen. Ich habe mit meinen Film-Vater gesprochen, mit dem ich im Film im Konflikt stehe. Wir haben uns vorher als Familie Schuierer zusammengesetzt und über die Situation in der Familie geredet. Sie haben mir schon Tipps gegeben, aber ob sie mich als Talent sehen, weiß ich nicht.

Was ist Max für ein Typ?

Sein Fokus liegt auf Fußballspielen, Moped und seinem besten Freund Erich. Da geht es zunächst um ein pubertäres Machtspiel mit dem Vater, der nie daheim ist, weil er Landrat ist. Das stört ihn. Später interessiert er sich doch für die WAA. Mein letzter Drehtag am 6. November ist am Bauzaun.

Hatten Sie vor dem Film schon einmal von der WAA gehört?

Ja, von meinen Eltern. Dass es so krass war, wusste ich nicht.

Gehörten Ihre Eltern auch zu den Demonstranten?

Nein. Mein Vater ist Italiener, meine Mutter aus Wernberg. Sie hatten zu dem Zeitpunkt ein Lokal in Mantel aufgemacht und waren mit ihrer Arbeit beschäftigt.

Mussten Sie für die Drehtage freinehmen?

Ich hatte ziemlich Glück. Ich habe 2016 Abi gemacht und lasse mich jetzt zum Notfallsanitäter ausbilden. Ich habe mir extra für die Drehzeit Urlaub genommen und Dienste getauscht. Meine Kollegen waren sehr kulant.

Sehen Sie sich in Zukunft als Schauspieler?

Was nach zwei Jahren ist: keine Ahnung. Ein Traum ist Medizin. Der andere Schauspiel. Ich bewerbe mich für beides. Vielleicht bleibe ich auch im Rettungsdienst, aber nicht in Amberg. Ich möchte raus in die Welt.

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