10.07.2017 - 14:24 Uhr
Oberpfalz

Wenn die Uri mit Ben ins Bad geht Mit 78 Jahren zum Seepferdchen

Jeden Tag steht Mathilde Fischer um 6 Uhr auf und macht eine halbe Stunde Gymnastik. Die Gailoherin, die im August 79 wird, ist fit. So fit sogar, dass sie mit ihrem ältesten Urenkel Ben einmal pro Woche zum Schwimmen geht. Doch damit nicht genug. Weil der Fünfjährige jetzt das Seepferdchen machen wollte, schloss sich die Uri, wie sie in der Familie liebevoll genannt wird, kurzerhand an: "Wir wollten das gemeinsam machen."

Schwimmmeisterin Magdalena Glaab (links) traute zunächst ihren Augen und Ohren nicht, als Mathilde Fischer (78) im Kufü das Seepferdchen-Abzeichen machen wollte. Bild: Sarah Dehling
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Gesagt, getan: Nachdem Ben sein Abzeichen schon hatte, sprang auch die Uroma ins tiefe Becken, tauchte nach einem Ring und legte eine Bahn zurück - 25 Meter. Dafür gab es nun auch für sie das Emblem: "Das muss ich mir noch an den Badeanzug nähen", ließ die Seniorin am Montag auf Nachfrage wissen und erzählte, dass sie das Schwimmen natürlich nicht erst in einem so hohen Alter beigebracht bekommen hat. Das könne sie schon, seit sie 16 ist: "Ich habe das damals im Haidweiher gelernt." Ein entsprechendes Abzeichen zu machen, habe sich in all den Jahren halt einfach nicht ergeben.

Enkelin Sarah Dehling , die bei den Ausflügen ins Bad stets mit dabei ist, erinnert sich an den vergangenen Donnerstag, als die Uri ihren großen Auftritt hatte: "Die Bademeisterin hat zwar zu Beginn etwas verwirrt geguckt, hat uns das Abzeichen dann aber sehr geduldig abgenommen. Als Oma dann mit einem Kopfsprung in die Sportbahn des Schwimmer-Beckens gehüpft ist, war auch sie restlos begeistert." Stadtwerke-Mitarbeiterin Magdalena Glaab habe anschließend erzählt, dass Mathilde Fischer in der Geschichte der Amberger Bäder der älteste Seepferdchen-Prüfling ist.

All zu große Ambitionen, ihrer Schwimmer-Karriere demnächst einen weiteren Höhepunkt folgen zu lassen, hat Mathilde Fischer nicht. Stichwort Freischwimmer. "Den tue ich mir nicht an." Die acht Bahnen, die sie jede Woche zurücklege, reichten ihr völlig aus.

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