12.03.2018 - 16:00 Uhr

20 Jahre Symphonisches Orchester Parsberg Mehr Höhepunkte als Zuhörer

In Amberg und Umgebung gibt es viele ausgezeichnete Musikvereine und Blasorchester. An Chancen, gute Ensembles zu hören, mangelt es also nicht. Vielleicht war das der Grund, warum das Symphonische Blasorchester Parsberg beim Jubiläumskonzert im Musi-komm nur sehr mäßiges Interesse fand. Dabei war das Konzert ein Erlebnis.

Das Symphonische Blasorchester Parsberg existiert seit 20 Jahren. Zum Jubiläumskonzert kommt das Ensemble unter der Leitung von Christina Lang (links) ins Amberger Musikomm. Bild: Steinbacher
von Redaktion OnetzProfil

Von Helmut Fischer

Amberg. Wenn etwa 50 Musiker die Bühne füllen, dann kann man einen großen Klang erwarten. Sie hatten ein Best-of-20-Jahre-Programm zusammengestellt, ausgewählt von den Musikern selbst, die ihre Lieblinge präsentierten. Mit diesem Konzert verabschiedete sich auch Dirigentin Christina Lang, die das Orchester vier Jahre lang führte, zu erstaunlicher Reife formte und aus beruflichen Gründen die Leitung übergibt. Ihrem Dirigat merkte man die Konzentration an: mit klaren Zeichen, stets in Blickkontakt mit ihren Musikern, dabei aufmerksam jeden Einsatz andeutend, mit ihr hatte das Orchester erkennbar einen glücklichen Griff. "Best of 20 Jahre", das war ein kunterbuntes Wunschkonzert mit einer Mischung aus Musical, Filmmusik, auch Traditionells, die in loser Folge geboten wurden. Dabei überzeugte der intensive Sound, den das Ensemble in großer Besetzung zum Klingen brachte, ebenso wie manche zurückgenommenen, verhaltenen Passagen. Und einzelne Instrumentengruppen, wie Flöten, Klarinetten und Hörner, hatten stets Gelegenheiten, sich besonders zu profilieren.

Auch Gesangssolisten hatten die Parsberger dabei. Peter Meier und Marina Hollweck ergänzten mit ihren Auftritten die Darbietungen in gelungener Weise. Natürlich können bei fast 150-minütiger Dauer nicht alle gespielten Stücke gewürdigt werden. So seien einige herausgepickt, die besonderen Eindruck hinterließen. Das war im ersten Teil "Puszta" von Jan van der Roost, wo das ungarische Kolorit in so unterschiedlichen, verschiedenen Rhythmen und musikalischen Wandlungen eindrucksvoll über die Musikomm-Rampe kam.

Auch die Präsentation von "Fluch der Karibik" hinterließ starken Eindruck. Als besonderes Accessoire fungierte dabei Matthias Zippel als Moderator. Beeindruckend dabei, dass er die einzelnen Stücke in jeweils wechselnden Kostümen vorstellte, Erläuterungen zur Entstehungsgeschichte und zur Erstaufführung das Jubel-Orchesters gab. Weniger positiv war die eher als suboptimal einzustufende Art seiner Präsentation. Wie zu erfahren war, wird er die Leitung des Orchesters von Christina Lang übernehmen.

Im zweiten Teil gab es einige ganz starke Präsentationen. Dazu gehören die "From These Ashes" von Chuck Elledge, wo die musikalische Reise durch eine Waldlandschaft in aller Intensität, auch mit besonderen Einlagen des Orchesters wie Hauchen, Trampeln, Knistergeräuschen und verschiedenen instrumentalen-Charakterisierungen bis zur Schilderung von Unwettern und Waldbränden zwingend umgesetzt wurde. Großen Anteil an den eindrucksvollen Darbietungen hatte auch die Projektion von Bildern, die das musikalische Geschehen sichtbar machten. Das war eine, vom Vorsitzenden und Oboist Wolfgang Ebel kreierte, ganz tolle Ergänzung der Musik.

Mit unterschiedlichen Beiträgen präsentierten sich Gesangssolisten. Marina Hollweck zeigte mit "Ich hab' geträumt" aus "Les Miserables" ihr Musical-Talent und hatte mit "Ich gehör' nur mir" aus "Elisabeth" einen starken Auftritt. Peter Meier erntete mit seinem unglaublich intensiven, in durchwegs kultivierter, homogen und klug disponierter Stimmführung gesungenen "You Raise me Up " begeisterte Ovationen und war auch beim bekannten Duett aus "Tanz der Vampire" der prägende Solist.

Themen aus "Phantom der Oper" und einen Querschnitt aus "Starlight-Express" gab es zu bewundern. Ohne Zugaben durfte das Orchester nicht gehen. Mit Szenen aus "Die tollkühnen Männer mit ihren fliegenden Kisten" und dem von Peter Meier einfach großartige präsentierten "Music war my first Love", bei dem das Orchester gleichfalls zu großer Form auflief, endete das Konzert.

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