25. Studiokonzert im Bühnenraum des Stadttheaters mit dem Duo François de Ribaupierre & Rupert ...
Ein Abend mit vielen "Good Vibrations"

François de Ribaupierre (Bassklarinette und Klarinette, rechts) und Rupert Stamm (Vibraphon) begeisterten am Donnerstagabend das Publikum im Stadttheater. Bild: Steinbacher
Natürlich freut sich das Kulturreferat über die Erfolgsgeschichte der Studiokonzerte im Stadttheater - ungewöhnliche Konzert an einem ungewöhnlichen Ort zu ungewöhnlicher Zeit. Auch die 25. Auflage mit dem Duo François de Ribaupierre und Rupert Stamm war ausverkauft, wie Kulturfachkraft Marina Auer in ihrer kurzen Begrüßung strahlend anmerkte. Und es war schon etwas Besonderes, die beiden Topmusiker am Donnerstagabend im Bühnenraum an ihren Instrumenten, der Klarinette und dem Vibraphon, zu erleben.

Das Auge hört mit

Nicht nur das Hören wurde zum Genuss, auch das Sehen kam nicht zu kurz. Während der Schweizer François de Ribaupierre optisch eher zurückhaltend agierte, tänzelte der Deutsche Rupert Stamm hinter seinem Instrument, verwehte mit den Armen die Töne, drehte und wand sich quasi um die Melodien. Die Schlägel, mit grünem oder rotem Gummikopf aus dem Köcher gezaubert, hielt er im Ypsilongriff und bearbeitete damit die Metallplatten.

Er ließ sie singen und vibrieren, hauchen und schluchzen. Leichtfüßig verwoben die Töne des Schlaginstruments mit der festen Kontur der Klarinette, die artistisch leicht, filigran und temperamentvoll, fest und unbeugsam das Grundgerüst bildete und mit warmer Klangtiefe punktete.
Eine Harmonie der Sphärenklänge, ein Zwiegespräch der Instrumente, ein Konzert der "Good Vibrations", der guten Vibrationen, war dieser Abend. Einmal jazzig versnobt, dann zart erzählend, immer aber fein ausbalanciert. So bestachen die Musiker mit ihren Eigenkompositionen mit Titeln wie: "Sequence cronopium", "Song 3" oder "Les lendemains gris". Wobei vom "Grauen am Morgen danach", wie Rupert Stamm den letzteren Titel schmunzelnd übersetzte, nun keinerlei Gefahr ausging. Vielmehr erlag man Stück für Stück immer mehr dem Zauber dieser außergewöhnlichen Musik.

Perfekte Stimmungsregie

Der Charme der Akteure, die Chansons voll verspielter Tiefe, die psychedelisch angehauchte Atmosphäre mit der akrobatischen Klopf- und Blas-Choreographie der Musiker im dunklen Bühnenambiente, das stimmte perfekt. Das Publikum ging nach anfänglich respektvollem Zuhören immer mehr mit, vertiefte sich in die jazzigen Sequenzen und verfolgte aufmerksam den Klangmix aus afrikanischen und fernöstlichen Zutaten. Höhepunkt der besonderen Art waren die erzählenden Romantik-Passagen voll Energie und Dynamik. Dafür gab's jede Menge Beifall.
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