24.02.2017 - 15:04 Uhr
Oberpfalz

38. Erlanger Universitätstage in Amberg Mit’m Reden macht ma’s aus

Die größte Selbstverständlichkeit des Menschseins ist eine der widersprüchlichsten. Sprache wirft Fragen auf, die ohne Sprache nicht beantwortet werden können. Dieses Dilemma kennt nur einen Ausweg: Sprache.

"Sprachwelten": Prof. Dr. Rudolf Freiburg (links) und Bürgermeister Martin Preuß tauschen sich über das Thema der 38. Erlanger Universitätstage aus, die am 7. März beginnen. Bild: Steinbacher
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Ohne die würden die 38. Erlanger Universitätstage vom 7. März bis 4. April nicht stattfinden. Das Thema "Sprachwelten" geht also an die Substanz und dringt in Kernbereiche wissenschaftlichen Arbeitens vor. Prof. Dr. Rudolf Freiburg, Organisator der Vortragsreihe mit fünf Abenden, spricht deshalb lieber von der "nur vermeintlichen Selbstverständlichkeit", mit der die Menschen Sprache als natürlichste und mithin banalste Sache der Welt betrachten würden.

Für Bürgermeister Martin Preuß, das betonte er in einer Pressekonferenz, ist Freiburg der unumstrittene Spiritus Rector der Universitätstage, der es mit seiner Themenwahl immer wieder schaffe, Lust auf die Beschäftigung mit hochkomplexen Phänomenen und den wissenschaftlichen Umgang damit zu machen. Noch heute bedauert Preuß, vor rund zwei Jahren Besucher habe abweisen müssen, weil der Große Rathaussaal überfüllt war. Damals ging es um Unendlichkeit.

Nicht weniger interessante Gedankengänge und Erkenntnisse verspricht Freiburg für die Reihe "Sprachwelten". Jeder Mensch habe sich schon mit der Ergründung von Sprache befasst, ist er überzeugt. Das könnten ganz alltägliche Situationen sein. Die Suche, das Ringen um richtige Wörter oder Begriffe etwa, das Aufklären von Missverständnissen oder das Zusammentreffen und die Verständigung mit anderssprachigen Menschen. Der Anglistik-Lehrstuhlinhaber an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) geht davon aus, bis in Kernbereiche der Wesenhaftigkeit von Sprache vorzudringen. Beispielsweise bei der Betrachtung der Beziehung von Sprache und Denken.

Kulturreferent Wolfgang Dersch hält die Unitage für unersetzlich. Die anspruchsvollen Vortragsabende erfüllen nach seiner Einschätzung ein Bedürfnis nach Bildung, das nur dieses Veranstaltungsformat erfüllen könne. "Für diesen Input ist Amberg immer dankbar."

Die Vorträge

Beginn jeweils dienstags um 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr) im Großen Rathaussaal. Der Eintritt ist frei

Wo kommen Wörter her?

7. März: Der vergleichende Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Norbert Oettinger geht Fragen nach, weshalb wir von einer 'Mumie' und nicht von einer 'Dörrleiche' sprechen?

Die Sprache der Gene

14. März: Gene sind Baupläne von Organismen. Wie sie sich mitteilen, darüber spricht der Humangenetiker Prof. Dr. André Reis.

Sprache der Propaganda

21. März: Ohne Propaganda kein Römisches Reich. Der Archäologe Prof. Dr. Andreas Grüner erklärt es.

Wenn Sprache riecht

28. März: Wie beschreibe ich einen mir unbekannten Geruch? Antworten weiß die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Jessica Freiherr.

Wie funktioniert das nur?

4. April: Kinder müssen Sprache erst lernen, Eltern können sie schon. Der Linguist Prof. Dr. Thomas Herbst weiß weshalb.

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