10.12.2017 - 16:28 Uhr
Oberpfalz

44. Jahresausstellung der Gruppe Amberger Künstler in der Stadtgalerie "Alte Feuerwache" Hommage an die "Schundhefte"

Auf den ersten Blick wirkt die Jahresausstellung der Gruppe Amberger Künstler wohl vertraut. Die Mitglieder sind ihrem Stil treu geblieben und der Amberger Kunstfreund kann die Werke zuordnen ohne auf die kleinen Namensschilder zu schauen, die dem Neuling die Orientierung erleichtern.

Bereits zum 44. Mal lädt die Gruppe Gruppe Amberger Künstler zu ihrer Jahresausstellung in die Amberger Stadtgalerie ein. Bild:Wolfgang Steinbacher
von Johann FrischholzProfil

Dafür kann man die gleichbleibende Qualität verantwortlich machen, die Ambergs kreative Köpfe im Laufe der Jahre - es ist nunmehr die 44. Gemeinschaftsausstellung der Gruppe - entwickelt haben. Auf den zweiten Blick stellt sich das geneigte Publikum die Frage, ob es sinnvoll ist, immer mit zwar unverwechselbaren, aber doch recht ähnlichen Bildern aufzuwarten. Sind die Künstler, von denen einige, wie etwa Josef Ferstl, schon von Beginn an zur Künstlervereinigung gehören etwa müde geworden? Fällt ihnen nichts Neues mehr ein? Ist der revolutionäre Pulsschlag der Anfangsjahre, als die Gruppe noch zu den "jungen Wilden" gehörte - lange bevor dieser Begriff die Plakate der Hauptstadtgalerien schmückte - passé? Warum werden Künstler wie Luci Lauter und Moritz Hüttner, Erika Wakayama und Johann Sturcz nur auf der Gästeliste geführt? Sie sind seit Jahren Amberger und Künstler, und altersmäßig wohl nur noch schwerlich dem "Nachwuchs" zuzuordnen. Es böte sich doch an, die Jungen - Pardon, die Jüngeren - aktiv in die Gruppe einzubeziehen, sonst droht der - noch mal Pardon - "Altherrenriege" bald das biologische Aus.

Nichtsdestotrotz kommen die Werke beim Publikum gut an. Heini Hohls schraffierte Stadtlandschaften erfreuen sich wie eh und je großer Beliebtheit, auch weil der Künstler diesmal eine neue Variante hinzufügte: Miniaturausgaben der großen Bilder liebevoll auf Pappdeckel in Form von Bratwursttellern übertragen. Und auch Achim Hüttners Hommage an die Zeiten der damals "Schundhefte" genannten Abenteuercomics aus den Fünfzigern und Sechzigern des vergangenen Jahrhunderts finden den Beifall der Vernissagegäste. Eine recht originelle Idee setzt sein Sohn Moritz um. Er bat bekannte Künstler darum, einen Bissen von einem Stück Brot abzubeißen und die verbleibende Scheibe zu fotografieren. Kunst mit Lebensmitteln wird ja bekanntlich immer mit dem Hinweis auf den Hunger in der Welt kritisiert, aber die Hüttner'sche Methode lässt keine wertvollen Lebensmittel verderben um als spektakuläres Kunstwerk zu enden.

Auch die weihnachtliche Krippenszene von Bernd Trepesch weiß zu beeindrucken, vor allem schon wegen ihrer Größe, aber auch wegen der satirischen, fast blasphemisch wirkenden Untertöne. Und die Begleitmusik zur Veranstaltung liegt auch wieder in bewährten Händen. Uli Wähner am Klavier, der Bassist Mike Scherer und "Mackl" Strobl am Saxofon unterlegten die Vernissagefeier mit gewohnt coolen Klängen aus ihrem Jazzrepertoire. Und irgendwie ist es ja auch schön, wenn man sich jedes Jahr auf die Jahresausstellung der Gruppe freuen und die Schönheit der Kunst in gewohnter Weise genießen kann.

Service

Ausstellung: "Gruppe Amberger Künstler - 44. Jahresausstellung". Bis 6. Januar 2018.

Ort: Stadtgalerie Alte Feuerwache im Stadtmuseum Amberg, Zeughausstraße 18, 92224 Amberg.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11-16 Uhr, Samstag und Sonntag 11 - 17 Uhr.

Kontakt: 096 21/101284.

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Weitere Informationen:

www.stadtmuseum-amberg.de

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