8. französische Filmnacht in Amberg
Humor kann viel erzählen

Haben die achte französische Filmnacht im Ring-Theater auf die Beine gestellt (von links): Ex-Kinobetreiber Andreas Wörz, Kulturvereins-Vorsitzender Thomas Binder und Anne-Marie Bey sowie Eugen Burger vom Freundeskreis Périgueux. Bild: wsb
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
17.12.2016
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Mit der Eröffnung eines Großkinos in der Stadt hat sich Ambergs Cineasten-Szene vor bald zwei Jahren grundlegend verschoben. Eine Nische trotzt diesem Wandel ebenso hartnäckig wie erfolgreich.

Deshalb kann Eugen Burger in aller Seelenruhe ankündigen: "An der Struktur hat sich nichts geändert." Er meint die französische Filmnacht im Ring-Theater. Die achte Auflage dieses Abends, der nicht nur zwei hier weniger bekannte Kinoproduktionen, sondern zugleich viel Savoir-vivre (frei übersetzt Lebenskunst) unserer Nachbarn transportiert, steht. Wo cineastische und kulinarische Gourmets am Freitag, 3. Februar, zu finden sein werden, ist deshalb schon jetzt klar.

Nicht nur Filme, auch Veranstaltungen können Gemeinschaftsproduktionen sein. Das ist auch hier der Fall, wenn das nostalgische Ring-Theater zumindest für ein paar Stunden wieder zu seiner ursprünglichen Form aufläuft. Die französische Filmnacht stellen der Freundeskreis Périgueux, der Amberger Kulturverein und Ex-Kinobetreiber Andreas Wörz auf die Beine. Sie bieten als Aperitif einen Begrüßungs-Cidre, einen unsynchronisierten Film mit deutschen Untertiteln, in der Pause französische Canapés und eine weitere Kinoproduktion, die keine Französisch-Kenntnisse mehr erfordert. Die Ankündigungs-Pressekonferenz birgt seit Jahren eine gewisse Spannung in sich. Bisher haben die französischen Filmnächte oft Produktionen aufgegriffen, die einem breiteren Publikum zum damaligen Zeitpunkt noch kaum bekannt waren. Nicht nur einmal haben sie sich kurz darauf als Kassenschlager herausgestellt. Dieses Potenzial dürften auch die beiden Filme vom 3. Februar haben. Burger, jeweils im Vorstand der Périgueux-Freunde sowie des Kulturvereins aktiv, skizzierte den Inhalt der Komödie "Un, beaucoup, aveuglément! (deutsch: Mit dem Herz durch die Wand"). Schon die Konstellation der beiden Protagonisten verspricht Amüsement: An Hellhörigkeit kaum zu überbieten, wohnen ein Erfinder und eine Pianistin Wand an Wand. Sie nehmen sich nur als Geräuschkulissen wahr und nerven sich gegenseitig maßlos. Ein nachbarschaftlicher Kleinkrieg verfestigt alle Vorurteile und Antipathien und lässt Ängste wachsen, sich einmal wirklich über den Weg zu laufen. Doch das ist früher oder später unvermeidlich.

Als eine von hinter- und tiefsinnigem Humor getragene Produktion beschrieb Anne-Marie Brey, Vorsitzende des Freundeskreises Périgueux, den zweiten Film der Kinonacht. "Unterwegs mit Jaqueline" (französisch "La vache") erzählt die Geschichte von dem algerischen Bauern Fatah, dessen ganzer Stolz seine Kuh Jaqueline ist. Sein Dorf bestätigt und ermutigt ihn deshalb darin, das Tier auf der Landwirtschaftsmesse in Paris zu zeigen. Fatah macht sich auf zu seiner Mission, zu Fuß.

Brey betonte, dass diese so amüsant anmutende Story sehr wohl von der Ernsthaftigkeit einer Parabel getragen werde: dem nicht immer einfachen Verhältnis der Franzosen zu algerischen Einwanderern. Genau das ist es, was die Veranstalter dieser Filmnächte erklärtermaßen auch transportieren wollen. Die gewisse Leichtigkeit des Seins, die dem Savoir-vivre innewohnt.

Der Vorverkauf (20 Euro für zwei Filme, Begrüßungs-Cidre und Canapés in der Pause) hat schon begonnen. Er läuft samstags (außer Heiligabend und Silvester) von 8.30 bis 12 Uhr im Ring-Theater, sowie ab 9. Januar über das Café Zentral.

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Weitere Informationen:

www.freundeskreis-perigueux.de
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