26.02.2018 - 15:36 Uhr

Abba-Gold in Amberg Atemlos bis zur "Dancing Queen"

Sie schrieben die schwierigsten Songs von allen. In den Harmonien kaum nachzuspielen und von daher ein Wagnis, das musikalische Werk der Schwedentruppe Abba in eine zweistündige Revival-Show zu packen. Das ist vor einem begeisterten Publikum im ACC weitgehend geglückt.

"Abba Gold - The Concert Show" nennt sich die Inszenierung in Amberg, in der die vier Schweden auf unterhaltsame Weise gecovert werden. Bild: Hartl
von Autor HOUProfil

Ist das nicht seltsam? Von Agnetha, Anny-Fryd, Björn und Benny hat man bis heute die gesamte Hitparade im Ohr. Der erste Akkord erklingt - und schon weiß jeder, was kommt. Hat man alles parat: "Waterloo", Money, Money"und "Fernando". Ja, von dem auch den Refrain: "There was something in the air that night."

Akzente gesetzt

Die beiden Damen und ihre zwei männlichen Begleiter machen das passabel und setzen Akzente. Auch in diesem Fall gilt: Die famosen Vier aus Skandinavien sind nicht zu kopieren. Aber man kann ihnen nahe kommen. Sowohl mit den Stimmen als auch im Outfit jener Zeit, in der plötzlich silberne Stiefel mit breiten Blockabsätzen die Bühne dominierten. Das geschieht in dieser Konzertproduktion.

"Abba Gold", wie sich das Spektakel nennt, schafft Partystimmung. Ganz anders allerdings wie damals. Dauerklatschen und rhythmisches Armeschwingen. So, als müsste jeden Moment Florian Silbereisen an der Spitze einer Polonäse einmarschieren. Handys leuchten grell auf, sogar Japaner tanzen. Was gleichgeblieben ist, sind die Trockeneisnebel. Sie schaffen das Bühnenbild eines tristen Herbstmorgens in Soho, wabern wie milchige Schleier und waren schon damals, als Abba mal im Musikladen bei Manfred Sexauer auftraten, eine verzichtbare und höchst lästige Begleiterscheinung.

Fürs Eintrittsgeld gibt es den ganzen Geschenkkorb, den Abba hinterließen. "Take a chance on me" "The winner takes it all", "Knowing me, knowing you". Teilweise perfekt von den Akteuren in Szene gesetzt. Auch "Chiquitita", bei dem man sich immer noch dabei ertappt, an Bananen zu denken.

Wechselnde Protagonisten

Auf ihre beste Ebene aber gerät diese Aufführung, wenn die Truppe seltene Songs ihrer Idole macht. "Eagle" beispielsweise. Da hätten sich auch die Schweden gefreut. Atemlos also in die Nacht: Draußen sechs Grad Minus, drinnen gefühlte Siedepunkttemperatur. "Dancing Queen" muss natürlich sein. Noch immer stehen die Mädels aus der fünften Reihe und tanzen. Weil sie nicht ahnen, dass da hinter ihnen welche sitzen, die sich nur schwer erheben können. Altersgenossen von Benny Andersson. Der ist ja heute auch schon 72.

Die auf Tournee gegangene Show hat wechselnde Protagonisten. In Amberg treten auf: Debbie Watt (Agnetha Fältskog), Kate Bassett (Anni-Fryd Lyngstad), Adam Fletcher (Benny Andersson) und Sebastian Gugel (Björn Ulvaeus). Samt einer Band, die sich ihre Gage verdiente. Hand aufs Herz aber: Da muss noch jemand hinter der Bühne sein, der Konserven in die Lautsprecher spült.

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