Aktfotografien von Krebspatientinnen - Heute sagt Mel: "Sieht doch gut aus" - Vernissage im ...
Schön trotz Brustamputation

Mel (rechts) ist eine von insgesamt zehn Frauen, deren Aktfotos bei der Ausstellung zu sehen sind. 34 Jahre alt war sie, als sie an Brustkrebs erkrankte. Bild: Steinbacher
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
25.09.2013
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"Auf den Fotos sehe ich eine lebenslustige, schöne, starke Frau und nicht mehr die durch Operationen, Chemotherapie und Bestrahlung geschundene Person." Das steht unter dem Bild von Monika. 2009 hatte sie die Diagnose Brustkrebs bekommen. Zwei Operationen, sechs Chemotherapien und 33 Bestrahlungen hat sie hinter sich.

Monika ist jemand, der Mut hatte, großen Mut. Denn sie ließ sich fotografieren - mit ihrem Körper, der sich nach der Krebserkrankung verändert hat, mit all den Narben und den sichtbaren Spuren.

Die Aktfotos von zehn Frauen sind derzeit im Klinikum St. Marien zu sehen. Zweck ist es, Krebspatientinnen Mut zu machen, wie Klinikumsvorstand Manfred Wendl bei der Eröffnung der Ausstellung des Projektes Veränderung erklärte. Diese Veränderung hat Mel am eigenen Leib erfahren. Die Frau (Jahrgang 1973) war mit 34 Jahren an Brustkrebs erkrankt. Damit sie sich trotz Amputation und Narben weiterhin als schön empfinden konnte, schenkte ihr Mann ihr einen Gutschein für ein Aktshooting bei seinem Schulfreund, dem Fotografen Gerhard Zerbes.

"Es hat fast fünf Jahre gedauert, bis ich ihn angerufen habe", erzählte Mel bei der Ausstellungseröffnung am Montag. Mit Hoffnungen und Ängsten sei das Fotoshooting verbunden gewesen, gestand sie. Doch je mehr Bilder sie von sich betrachtete, desto mehr gefiel sie sich: "Sieht doch gut aus." Neun weitere Frauen trauten sich auch, und Mel wünschte sich, dass es weitere werden. "Wenn wir anderen Mut machen können, dann sind wir hier richtig", sagte sie.

Schwer, sich zu akzeptieren

Professor Dr. Anton Scharl, Leiter der Frauenklinik am Klinikum, ging zunächst auf die Heilungschancen bei Brustkrebs ein: Vor 30 Jahren lag die Überlebensrate bei 60 Prozent, jetzt sind es 90. "Das heißt: Neun von zehn Frauen überleben." Schwer sei es für die Frauen, nach Brustamputation und Operationen die "Schönheit des nicht Perfekten erkennen zu können". Ihr Körper trage die Narben des Lebens mit sich.

"Es erfordert viel Mut, sich so fotografieren zu lassen", betonte Scharl mit Blick auf die zehn Aktfotografien an der Wand. Die wichtigste Aussage der Ausstellung ist für ihn, Frauen zu zeigen, "dass sie trotzdem wertvoll und schön sind und den Kopf hoch tragen können".
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