Amberger Chorgemeinschaft und Orchester der Berufsfachschule für Musik geben ihr Adventskonzert
Getrennt und doch gemeinsam

... und die Amberger Chorgemeinschaft harmonieren. Bilder: Steinbacher (2)
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
06.12.2016
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Es war eine besondere Veranstaltung: Die Amberger Chorgemeinschaft und das Orchester der Berufsfachschule für Musik aus Sulzbach-Rosenberg bestritten in St. Konrad ihr Adventskonzert zwar gemeinsam, musizierten aber streng getrennt Werke für beide Seiten jeweils ohne Begleitung des Partners.

Ammersricht. Die Orchestermusiker saßen still auf ihren Plätzen bei der Orgel, die Chormitglieder standen schweigsam an Hinterwand und beiden Seiten der Kirche, als Dirigent Dieter Müller vorn ans Pult trat und die Instrumentalisten das "Largo affettuoso" des Concerto grosso g-moll op 6/6 von Georg Friedrich Händel mit getragenem Ton anstimmten. Auch das fugierte "A tempo giusto" versetzte durch seine interpretierte Strenge klangvoll in die Botschaft des Konzerts: "Es nahet der Heiland".

Der Chor stimmte von seinen Plätzen aus mit der ehrwürdigen Einladung "Nun sei willkommen, Herre Christ" von Karl Hirsch (1858-1918) in diese Atmosphäre ein. Erst dann begab sich die Chorgemeinschaft nach vorne und sang den ebenfalls einladenden Hymnus "Machet die Tore weit" von Andreas Hammerschmidt (1612-1675) mit glänzender Stimmführung.

Genuss mit echter Hingabe

Mit gleicher tonlicher Hingabe stellte das Orchester die feierliche "Musette-Larghetto" aus op 6/6 von Händel dar. Von Johannes Brahms folgten zwei Chorwerke. Einmal das Adventslied "Täublein weiß", dann "Der englische Gruß" aus den Marienliedern op 22. Von Max Reger schloss sich aus den "Acht geistlichen Gesängen" op 138 das Chorlied "Unser lieben Frauen Traum" an. Von der Chorgemeinschaft war Regers Idee eine gut bewältigte Leistung und für die Zuhörer ein Genuss. Mit zwei Liedern von Felix Mendelssohn-Bartholdy, nämlich "Im Advent" und "Weihnachten" aus op 79, wurden die Besucher würdevoll auf die Besonderheit der Jahreszeit eingestimmt.

Ein großes Werk des Barock folgte mit der Orchestersuite Nr. 1 C-Dur BWV 1066 von Johann Sebastian Bach. Die sieben Sätze erklangen in präziser Darstellung, sowohl was die Streicher anbelangte als auch das Mitwirken der zwei Oboen und des Fagotts, die zuweilen solistische Aufgaben tadellos erfüllten und das "Bourrée II" allein gestalteten. Das französische Vorbild vollzog Bach genial in den tänzerischen Sätzen nach und die Musiker vermochten glaubhaft die schwungvollen Einzelteile zu vermitteln. Nach diesem großartig dargebotenen Werk gab es zwei Gesänge von Michael Praetorius (1571-1621). In "En natus est Emmanuel" und "In natali Domini" widmen sich beide der Geburt Christi und dementsprechend hymnisch erklang der Gesang. Die freudige Erwartung durchzog auch "Jerusalem gaude" von Jacobus Handl (1550-1591).

Berührender Schluss

Aus dem op 6/6 von Händel ertönten dann die beiden Schluss-Allegros, genauso überzeugend in Szene gesetzt. Als Zugabe kam noch einmal "Tochter Zion" von Georg Friedrich Händel zu Gehör. Damit ging ein berührendes musikalisches Erlebnis für Ausführende und Besucher zu Ende.
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