Amberger Chorgemeinschaft und Sinfonieorchester feiert 500 Jahre Reformation mit Konzert im ...
"Der Teufel erharret ihrer nicht": Musik als Gabe Gottes

Die Amberger Chorgemeinschaft bereitet sich auf ihren Auftritt im Kongregationssaal (Bild) vor. Bild: msf

Die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther der Überlieferung nach an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug, jährte sich am 31. Oktober 2017 zum 500. Mal. Diese bemerkenswerte Tat animiert die Amberger Chorgemeinschaft, mit einem besonderen Konzert am Sonntag, 19. November, um 17 Uhr im Kongregationssaal an die Öffentlichkeit zu treten. Der musikalische Leiter Dieter Müller beantwortet die Fragen dazu:

Herr Müller, wie soll das Reformationsjubiläum heute im 21. Jahrhundert gefeiert werden?

Dieter Müller: Während in früheren Jahrhunderten Reformationsjubiläen national und in konfessioneller Abgrenzung begangen wurden, soll das diesjährige Reformationsjubiläum von Offenheit, Freiheit und Ökumene geprägt sein. Es geht dabei nicht nur um das Jubiläum 500 Jahre Reformation, sondern es soll auch daran erinnert werden, welche Rolle die Reformation bei der Entstehung der Moderne gespielt hat. Denn das, was von Wittenberg im 16. Jahrhundert ausging, veränderte Deutschland, Europa und die Welt.

Welches Programm hat sich die Amberger Chorgemeinschaft zu dieser bedeutenden Feierlichkeit einfallen lassen?

Die Amberger Chorgemeinschaft hat zusammen mit dem Sinfonieorchester der Berufsfachschule für Musik unter meiner Leitung ein Programm zusammengestellt, bei dem die Aussagen des Reformators durch die Tonsprache bedeutender Komponisten wie Nicolai, Tunder, Telemann und Mendelssohn-Bartholdy wiedergegeben werden. Gleich einer akustischen Rauminstallation eröffnen Chor und Orchester das themenbezogene Konzert mit der Ouvertüre über den Luther-Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" von Otto Nicolai.

Über den gleichen Choral folgen zwei Kompositionen aus der Barockzeit: Franz Tunders Choralkonzert für Chor, Streicher und Basso continuo, und Telemanns Motette für Chor, Instrumente und Basso continuo.

Welches ist das zentrale Werk des Abends?

Dafür haben wir die Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107, die "Reformations-Sinfonie" von Felix Mendelssohn-Bartholdy, ausgewählt, das durch das große Sinfonieorchester zur Aufführung gelangen wird.

Den Abschluss bildet ein inniges musikalisches Gebet nach Worten Martin Luthers "Verleih uns Frieden gnädiglich", ebenfalls in einer Vertonung von Mendelssohn-Bartholdy. Robert Schumann urteilte über dieses Stück, das er am Vorabend des Reformationsfestes von 1839 erstmals zu Gehör bekam: " ... eine einzig schöne Composition ...".

Luther selbst liebte ja die Musik

Ja, In den "Tischreden wird Luther zitiert: "Der schönsten und herrlichsten Gaben Gottes eine ist die Musica. Der Teufel erharret ihrer nicht. Die Noten machen den Text lebendig. Sie verjagt den Geist der Traurigkeit, wie man am Könige Saul siehet."

Martin Luther war geübter Sänger und Lautenspieler. Als Komponist und Dichter von Liedern hat er die reformatorischen Glaubenssätze zu Musik verdichtet.

VorverkaufDas Konzert findet am Sonntag, 19. November, um 17 Uhr im Kongregationssaal am Malteserplatz 4 statt. Der Eintritt beträgt 18 Euro. Ermäßigt sind 14 Euro zu bezahlen. Kinder bis zum Alter von 14 Jahren haben freien Eintritt. Karten sind im Vorverkauf bei der Tourist-Information, Hallplatz 2, 09621/10 12 39, sowie an der Abendkasse erhältlich. (msf)
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