Anja Kraus zeigt trauminspirierte Bilder in einer Privat-Ausstellung
So sehen Träume aus

Andrea Kleindienst (links) macht ihre Wohnung am Kaiser-Wilhelm-Ring 8 zur Galerie. Zu sehen sind Werke von Anja Kraus (rechts). Bild: Steinbacher
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
13.09.2017
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Von Johann Frischholz

Amberg. In Sachen Auswahl von Ausstellungsräumen ist die junge Amberger Künstlerin Anja Kraus wohl ebenso kreativ wie als Malerin und Zeichnerin. Für ihre aktuelle Schau ist sie mit ihren Werken in die privaten Räume von Andrea Kleindienst eingezogen. In deren Wohnung am Kaiser-Wilhelm-Ring 8 sind nun ganz besondere Werke zu sehen.

Rund 40 Gäste fanden den Weg zu dieser Adresse. Sie erblickten Räume, zu denen die Bilder von Anja Kraus ausgezeichnet passen. Die Künstlerin zeigte Werke aus ihrer jüngsten Schaffensphase, die belegen, dass sie mittlerweile einen eigenen Stil gefunden hat. Weder streng nach der Natur noch völlig abstrakt entwickelt sie eine ganz eigene Ästhetik, die offensichtlich von Traumwelten inspiriert sind. So sind in den Bildern Motive aus ihrer Umwelt mit traumhaften Welten vermischt. Eine besondere Vorliebe weist Kraus für Geflügeltes in allen Variationen auf: Engel, Vögel und Schmetterlinge kann der aufmerksame Betrachter immer wieder finden.

In der Farbgebung dominiert eindeutig ein dunkles Blau, das aber gerne auch durch weitere Farben etwas abgerundet oder kontrastiert wird. Die traumhaften Motive, ob aus der Realität oder der Fantasie gespeist, sprechen die Gefühle der Betrachter an und verweigern sich einer klaren stilistischen Analyse. Die großen Surrealisten standen ebenso Pate wie etwa Picasso, dessen Porträt einer Absinth-Trinkerin als einziges der Ausstellung nicht mehr verkäuflich ist, sondern einen Stammplatz in der Wohnung von Andrea Kleindienst gefunden hat. Die Hausherrin wurde auch zum Kunstobjekt. Am Eingang empfängt die Besucher ein gezeichnetes Doppelporträt von ihr.

Ein kleiner Wermutstropfen fiel dennoch auf die ansonsten sehr harmonische Vernissage. Der Amberger Trompeter Franz Badura, der sie musikalisch umrahmen sollte, kam wegen eines Staus auf der Autobahn nicht mehr rechtzeitig zur Eröffnung. Aber er ließ es sich nicht nehmen noch drei Stücke zu spielen, darunter "Somewhere over the Rainbow", das wunderbar zu den Bildern passte.

Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 22. September, immer werktags zwischen 15 und 18 Uhr zu sehen. Eine Voranmeldung unter 0151/52 14 92 11 (Anrufbeantworter) ist erforderlich.
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