Anna Godelmann, Anna-Sophia Kraus und Anja Mörk in der Bergkirche
Dreimal A-Plus für Konzert der Extraklasse

Anna Godelmann (links), Anja Mörk (Mitte) und Anna-Sophia Kraus gaben ein Weihnachts-Benefizkonzert für Lafia, dem Franziskanischen Hilfswerk, das in Kamerun (Afrika) ein Schulprojekt gestartet hat. Bild: Steinbacher
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
20.12.2016
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Von Marielouise Scharf

Amberg. Ein Konzert mit dem Prädikat dreimal A-Plus, so ließe sich der Benefizabend in der ausverkauften Mariahilfbergkirche am Sonntag am besten beschreiben. Der prächtige Kirchenraum, die Weihnachtskrippe mit den verschiedenen biblischen Stationen, das leuchtende Gnadenbild gaben den stimmungsvollen Rahmen für das gelungene Weihnachtskonzert für den guten Zweck.

Das erste A-Plus gehört selbstverständlich den drei jungen, charmanten Solistinnen Anna Godelmann, Anna-Sophia Kraus (beide Geige) und Anja Mörk (Klavier), deren Vornamen ja bezeichnenderweise mit dem ersten Buchstaben des Alphabets beginnen. Alle drei bestechen mit fantastischen musikalischen Qualitäten. Sie spielen nicht nur kammermusikalisch-konzertant aufeinander zu, sie interpretieren auch spieltechnisch auf hohem Niveau.

Man hört gebannt zu, staunt, wie hautnah der warme Klang der Geigen mit den klangvollen Akkorden des Klaviers harmoniert. Mit welch tiefer Empfindung die unterschiedlichen Kompositionen von Antonio Vivaldi, Maurice Moszkowski, Dimitri Schostakowitsch und Johann Sebastian Bach interpretiert werden und Weihnachtslieder sanft und unaufdringlich erklingen. Damit ist man bereits beim zweiten A-Plus angekommen, nämlich der gelungenen, abwechslungsreichen und berührenden Programmauswahl. Gerade die fünf Stücke für zwei Violinen und Klavier des russischen Komponisten Schostakowitsch, der in seiner Heimat fast zur Unperson erklärt und sogar evakuiert worden war, sprechen in der Interpretation der drei Musikerinnen eine so lebendige, intensive Sprache.

Die von russischer Schwermut geprägte Gefühls- und Melodienfülle bringen die jungen Frauen innig und immens sensibel. Ihr faszinierendes Zusammenspiel demonstrieren sie auch mit Bachs Konzert in D-Moll, wo in der dichtesten Klangstruktur jedes einzelne Instrument klar erkennbar bleibt, einerseits aufgeraut und impulsiv aufgebrochen, dann derart intensiv und weich, dass es eine Freude ist, zuzuhören. Mit einer Zugabe bedankten sich die Musikerinnen für den großen Applaus.

Der dritte Pluspunkt gehört Lafia, dem Franziskanischen Hilfswerk, das mit seinem zweiten Projekt eine katholische Grundschule in Kamerun plant und bauen möchte. Dafür ist der Erlös des Konzerts bestimmt. Pater Janusz erläuterte: "Ziel des Hilfswerkes ist, Menschen vor Ort zu helfen. So kann man friedlich und menschlich viele Probleme lösen."

LafiaErst vor kurzem entstand in Kamerun mit Unterstützung des Hilfswerkes die kleine Tochter vom Mariahilfberg - die Maria-Hilf-Kirche. Pater Janusz vom Amberger Franziskanerkloster reist zwei bis drei Mal im Jahr nach Kamerun und ist der Vorsitzende des Hilfswerks. Es existiert seit Herbst 2013 und wird für seine Unterstützung und Projekte in dem afrikanischen Staat sogar von der Generalleitung des Franziskanerordens in Rom gewürdigt. Sie sagte Lafia bei ihrem geplanten Schulprojekt sogar die volle Unterstützung zu. Das ermutigt den Förderverein sehr, deshalb wird er auch weiterbestehen und seine Arbeit fortsetzen. Mehr unter www.lafia-amberg.de. (msf)
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