Astrid Schröder, Christine Sabel, Renate Sellesnick zeigen in Amberg "Linien im Raum"
"Poetisch-ästhetische Machtgergreifung"

Bei der neuesten Ausstellung in der Stadtgalerie "Alte Feuerwache" geht es um Kunst, Frauenpower und um drei "S": Sabel, Schröder, und Sellesnick! Kulturreferent Wolfgang Dersch eröffnete mit diesem Hinweis die Vernissage am Donnerstag. Er stellte die drei renommierten Künstlerinnen vor und betonte, es sei zum ersten Mal, dass sie gemeinsam ihre Arbeiten - Malerei, Zeichnungen und Objekte - zeigen.

Unter dem Titel "Linien im Raum" gehen sie ganz unterschiedliche Wege und finden sich wieder im Leitmotiv "Linie". Ein gemeinsames Leitmotiv hat auch das "Sax-Reger-Quartett", das mit Bravour den musikalischen Rahmen bot. Ihr Instrument ist das Saxophon und darauf spielten Stefanie Rumpler, Julia Schwaiger, Valentin Klug und Eva-Marie Ehbauer, alles Schüler des Max-Reger-Gymnasiums, vielseitig und bunt. Gemeinsam ist allen drei Künstlerinnen auch die "akademische Ausbildung" wie Laudator und Kunstexperte Dr. Herbert Schneidler in seiner sehr informativen Einführung hervorhob. Ein wichtiger Punkt, denn "Hobbymaler wollen immer mehr die Macht ergreifen!", so seine Einschätzung. Bei dieser Schau allerdings ergreifen drei Frauen die Macht, und das in sehr poetisch-ästhetischer Form, transparent und intelligent, ansprechend und auch geheimnisvoll.

Transparent und geometrisch

"Schräglagen" heißt eine der Glasarbeiten der Burglengenfelderin Christine Sabel. Zu diesem Objekt erklärt die Künstlerin: "Ich arbeite bevorzugt mit transparentem Raum! Ja, ich spiele damit!" Und diese Freude an geometrischen Formen, die sie mit dem Skalpell aus Folie schneidet und an der Arbeit mit dem lichtdurchlässigen Material Flachglas, die sieht und spürt der Betrachter. Auch der Experte zeigt sich faszinieret: "Durch das sich Öffnen, das Sichtbarmachen des Inneren und des Äußeren entstehen Überschneidungen und Spiegelungen, je nach Blickpunkt ergeben sich neue Strukturen."

Viel Dynamik und Energie steckt auch in den großformatigen, farbtiefen Malereien von Astrid Schröder. Die in Regensburg lebende Künstlerin entwickelt seit 1995 Linienbilder, die sie mit Pinsel und Farbe mit vertikalen und horizontalen Strichen festhält. Die Wirkung ist reliefartig, plastisch und stellt sich nach Meinung von Dr. Schneidler "so wild es auch klingen mag, als "abstrakter Impressionismus" dar.
Mit Grafitstiften verschiedener Stärke gestaltet die Dollhopfschülerin Renate Sellesnick aus Franken ihre Kompositionen. Damit bringt sie "mal verdichtend, mal öffnend Formen und Linien aufs Papier". Es entstehen "abstrakte Bilder mit Eigenleben", so in der Einführung zu hören. "Sie denkt und arbeitet von innen heraus" (Schneidler)

Perfekte Ergänzung

Der helle Raum der Stadtgalerie Alte Feuerwache eignet sich hervorragend zur Präsentation der Arbeiten. Die Glasobjekte und -stelen finden in den großformatigen Malereien eine perfekte Ergänzung und die filigranen Zeichnungen lesen sich wie linear-sprühende Kompositionen voller Einfälle.

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Die Ausstellung läuft bis 5. Juni. Der Zugang ist über den Eingang des Stadtmuseums (Zeughausstraße. 18) möglich. Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11 bis 16 Uhr. Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr.
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