25.01.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Auf Flügeln des Gesanges im Stadttheater Amberg Katzenjammer im Duett

Weigern sich die Tasten des Klaviers? Stimme verloren? Nein. Ein Zusammenspiel unglücklicher Zufälle löst bei Pianist Gordian Teupke für einen kurzen Augenblick Missmut aus. Deshalb beginnt das Klassik-Konzertes "Auf Flügeln des Gesanges" verspätet. Aber als der Virtuose Platz nimmt, seine Fingerspitzen vorsichtig die Klaviertasten berühren und die ersten Klänge ertönen, ist das Publikum besänftigt.

"Miau": Susanna Klovsky am Klavier untermalt das Jammern der beiden "Katzen" Mara Möritz und Susanne Veeh (von links). Bild: Williamson
von Dagmar WilliamsonProfil

Stürmisch intensiv

Zum dritten Mal singen Studierende der Hochschule für Musik Nürnberg mit Studenten unter Teupkes Begleitung im Stadttheater. Seit 2014 ist er künstlerischer Leiter des Philharmonischen Chors Nürnberg. Außerdem doziert der Perfektionist an der Musikhochschule, dirigiert die "Jungen Philharmonie Erlangen" und leitet den Kammerchor "Die Choristen".

Die Gesangsklassen von Professorin Susanne Kelling (Nürnberg) fangen die glühende Energie und die Magie des Momentes einer Oper mit Leidenschaft auf. Wegen technischer Brillanz und klanglicher Perfektion aller Mitwirkenden, verrät nichts an diesem Abend, dass Studierende auf der Bühne stehen.

Die Sopranistin Mara Möritz ist ganz in ihrem Element und verströmt eine berührende Überzeugungskraft, die in jeder Wendung und in jeder noch so kleinen Note anzutreffen ist. Mit Eleganz, stimmlicher Strahlkraft und einer großen Portion Wärme zeichnet Möritz die stürmische Intensität, die die Barockmusik prägen und Opern von Georg Friedrich Händel zu einem Fest für alle Sinne machen. "Tornami a vagheggiar", eine Arie der Morgana aus "Alcina" gibt sie vor einem überwältigtem Publikum zum Besten.

Susanne Veeh unterstreicht mit ihrem dunklen Timbre den Katzenjammer "Duetto buffo di due gatti". Die Mezzosopranistin füllt gesanglich alle Töne der Mittellage. Im Duett mit Möritz und unter der Begleitung von Susanna Klovsky am Klavier, sangen sie nur ein Wort: "Miau". Aber dafür mit einer unglaublichen Hingabe und - nicht zu vergessen - mit dem nötigen Humor und schauspielerischem Talent. Das Arrangement stammt wahrscheinlich vom englischen Komponisten Robert Lucas Pearsall, wird in der Regel aber Gioachino Rossini zugeschrieben, da es auf seiner Oper Otello basiert.

Bunter Mix

Werke aus der Romantik von Schubert, Brahms, Strauss, Mozart, Händel und Rossini werden in der ersten Hälfte des Klassik-Konzertes präsentiert. Danach folgt ein bunter Mix von Verdi über Gounod bis Léhar. Beeindruckend sind auch Intonation und Textsicherheit der Singenden, sowie die Umsetzung in Zusammenarbeit mit den beiden Pianisten. Auch im nächsten Jahr gibt es wieder Arien "Auf den Flügeln des Gesangs" im Stadttheater Amberg zu hören.

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