Autorenlesung mit Bernhard Setzwein im Barocksaal der Provinzialbibliothek
Der böhmische Samurai

Bernhard Setzwein, ein gebürtiger Münchener und in Cham lebender Schriftsteller, stellt sein Buch "Der böhmische Samurai" vor. Bilder: wsb (2)

Die Katholische Erwachsenenbildung und das Evangelische Bildungswerk laden gemeinsam zu einer Autorenlesung ein. Bernhard Setzwein stellt im Barocksaal der Provinzialbibliothek seinen Roman vor.

Das Werk "Der böhmische Samurai" ist eine Familiensaga, die sich über die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts erstreckt. In der Mitte Europas liegt das Schloss Ronsperg, wo eine bemerkenswerte Familie hauste, die Coudenhoves. Heinrich Graf Coudenhove-Kalergi, in diplomatischer Mission unterwegs in Japan, brachte 1896 von dort seine Ehefrau Mitsuko mit in das böhmische Schloss und gründete eine Familie, über deren Mitglieder sich Bernhard Setzwein fundierte Kenntnisse aneignete und die Biografien der höchst interessanten Persönlichkeiten in Romanform vorlegte.

Er entwickelt dabei ein Panorama, dass sich nicht nur auf die Familie und die Topographie eines kleinen tschechischen Städtchens beschränkt, sondern immer wieder Anklänge an die große Politik enthält, der sich in jener wechselvollen Zeit niemand entziehen konnte, schon gar nicht die Multi-Kulti-Familie Coudenhove. Deren Oberhaupt Graf Coudenhove-Kalergi pflegte seine vielseitigen Interessen und Kontakte, immer interessiert an anderen Kulturkreisen und Lebensweisen.

So enthält das Buch zahlreiche Anekdoten aus dem Leben derer von Coudenhoves und auch den Einflüssen, die auf sie wirkten. So entwickelte Sohn Richard, genannt Dickie, schon früh die Idee eines geeinten Europas und prophezeite schon in den 20er-Jahren einen neuen Weltkrieg, wenn sich die Staaten nicht vereint dagegen stellten. Die Geschichte lehrt uns, dass sein Wunsch zu seiner Zeit eher belächelt, denn ernst genommen wurde - mit den bekannten fatalen Folgen.

Die musikalische, dem Thema entsprechend recht fernöstlich anmutende Umrahmung der Lesung übernahm das Duo Gondwana Drift, bestehend aus Gerhard Legat und Peter Zorn, mit ihren exotischen Instrumenten, das von Hans Bauer, dem Geschäftsführer der Katholischen Erwachsenenbildung, am Schlagwerk rhythmisch unterstützt wurde.
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