22.01.2018 - 16:30 Uhr
Oberpfalz

Barbari Bavarii in Ursensollen Leiser Schoas und ein Wienerl gratis

Treffen sich ein Beamter, ein Sprachwissenschaftler und ein Mitarbeiter der Arbeitsagentur im Kubus. Das ist kein Witz - das ist das Trio Barbari Bavarii. Und es singt das Lied vom Sepp, dem in uns allen schlummernden Durchschnittsdepp.

Auch Stefan mit "F" im roten Hemd aus dem Publikum durfte mal den Sepp spielen: Triangel halten ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. (Bild: dwi)
von Dagmar WilliamsonProfil

Ursensollen. Alle Charaktere sind fiktiv, versuchen die bayerischen Barbaren dem Publikum zu versichern. "Aber falls sich einer wiedererkennt - Pech gehabt." Das Publikum lacht. "Sepp, der Durchschnittsdepp", so heißt das vierte Album zum gleichnamigen Bühnenprogramm und erzählt die Geschichte eines Otto-Normalverbrauchers, der sich mehr "Umpf" im Leben wünscht. Verpackt in melancholischem Blues, fetzigem Rock oder einer sentimentalen Ballade steht die komödiantische Oberpfälzer Mundart immer im Vordergrund.

Referenzen zu bekannten Liedern runden jede Kurzgeschichte überspitzt humorvoll ab. "I thank you all" aus Freddie Mercurys "We are the Champions" oder "Dieser Weg wird kein leichter sein" von Xavier Naidoo werden gekonnt schamlos missbraucht, um der Geschichte den richtigen Ausdruck zu verleihen.

"Ich war noch niemals in New York und niemals auf Hawaii. Ich ging noch nie durch ein verschneites Ursensollen", jammert Sepp während seine Gedanken über das Leben vor sich hin schweifen. Sex, Drugs, Rock 'n' Roll und der Zentralfriedhof wären für ihn die wichtigen Themen. Das Leben kann aber auch geil sein - vor allem wenn der Metzger ein Gratis-Wienerl in die Tüte packt.

"Jeder riecht meinen Schoas und jeder glaubt, der andere woas - das macht das Leben geil." Ja, das Trio bringt das Publikum zurück auf den Boden der Tatsachen. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die wirklich glücklich machen, sind die drei hervorragenden Musiker überzeugt.

Seit acht Jahren gibt es Barbari Bavarii, aber Peter "Beda" Greiner, Stephan "Rosi" Rosner und Christian "Weiti" Witt kennen sich schon seit der Schule. Damals wurden sie beim Proben noch aus dem Aufenthaltsraum der Uni verbannt - heute sind alle Konzerte ausverkauft. Vor Angeboten können sie sich kaum retten, aber unisono wurde beschlossen, es beim Hobby zu belassen, erzählen sie gegenüber der AZ.

"Wir möchten nicht zwanghaft lustig sein", sagt Greiner. Ihre Ideen entstehen aus Alltagssituationen. "Aber immer im nüchternen Zustand", betont Rosner. Sie singen ins Handy oder überlegen beim Toilettengang. Klar. Da haben Männer bekanntlich die meiste Zeit, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen. Außerdem liebt jeder der drei Barbaren seinen erlernten Beruf.

Obwohl der Radio-Moderator Matthias "Matuschke" ihren Bekanntheitsgrad erhöht hat, haben sie auf eine vertraglich bindende Zusammenarbeit mit ihm bewusst verzichtet. Barbari Bavarii brauchen auch keine Hilfe. Sie haben alles im Griff und sind eine kulturelle Bereicherung aus der nördlichen Oberpfalz.

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