11.03.2018 - 20:00 Uhr

Beeindruckendes Kirchenkonzert in St. Konrad Vertonte Gläubigkeit

Über 130 Chorsänger und Symphoniker zu orchestrieren und dirigieren ist schon eine Leistung für sich. Das Ziel, die Aufführung der Missa Katharina, setzt noch einen drauf.

Ein imposanter Anblick im Altarbereich bot sich für die Konzertbesucher bei der Aufführung der Missa Katharina durch drei Chöre und einem Symphonischen Blasorchester in der Ammersrichter Pfarrkirche St. Konrad. Bild: hae
von Autor HAEProfil

Ammersricht. Zwar war der Leiter vom gastgebenden Chorensemble EverySing der grassierenden Grippewelle zum Opfer gefallen, ansonsten konnten aber die Reihen der Chöre und des Blasorchesters vollständig besetzt werden. Das galt auch für die Bruder-Konrad-Kirche. Die Voraussetzungen für ein beachtenswertes Kirchenkonzert waren also gut und die Besucher ließen sich gerne davon überzeugen.

Es ist nicht einfach, drei Chöre, ein Blasorchester sowie Orgel und Solistin zu einem Klangkörper zu vereinen. Doch Hubert Zaindl, Kirchenmusiker und Leiter des Kirchenchors und Gospelchor St. Vitus Burglengenfeld, gelang es ausgezeichnet. Sein Chor, das Ensemble EverySing Ammersricht, die Chorgemeinschaft Kallmünz und das Symphonische Blasorchester St. Vitus Burglengenfeld, über 130 Mitwirkende, ergänzten und befruchteten sich musikalisch gegenseitig sehr belebend.

Zum Konzertauftakt erklangen an der Orgel zwei Sätze aus der "Suite Gothique" von Léon Boellmann, mit denen der Organist Andreas Feyrer feingliedrig und souverän einen guten Kontrapunkt zur Missa Katharina setzte. Nachfolgend spielte das Symphonische Blasorchester St. Vitus anspruchsvolle Stücke, bei denen das Orchester sein ganzes Können sich abfordern, aber auch ausspielen konnte. Beim "Canterbury-Chorale" von Jan van der Roost oder der "Fantasia über ein Thema von Thomas Tallis" bestach das Orchester durch seine Dynamik und homogenen Klang. Adolf Huttner führt das Orchester mit kleinsten Bewegungen, legt durch seine Routine und Können die Basis für die Leistungsfähigkeit seines Klangkörpers.

Gelungene Wechsel

Hubert Zaindl übernahm dann bei den einzelnen Teilen der Missa Katharina das Dirigat und sorgte das ganze Konzert über für eine optimale Abstimmung zwischen den Chören und dem Orchester. Nicht zuletzt deshalb, weil das Orchester sofort und exakt auf seine Leitung reagierte. Die Missa Katharina ist musikalisch ein sehr anspruchsvolles Werk. Überraschende Harmoniewechsel sind schwer zu singen und zu spielen. Chor und Orchester haben diese Aufgabe bestens bewältigt. Dabei sind Musikalität und Dynamik trotz der doch außergewöhnlichen Besetzung nicht auf der Strecke geblieben.

Die feinen Solo-Passagen der Sopranistin Elisabeth Schöx, die mit sehr gutem Klang und Intonation das Konzert bereicherte, setzen in dem Werk einen Kontrapunkt zu dem sonst sehr vollen und kräftigen Gesamtklang des Werkes. Im instrumental gesetzten Präludium wird das Hauptthema der Messe aufgenommen und findet im Kyrie seine Fortsetzung. Die drei Chöre treten mächtig auf, halten dem Orchester stand, auch Elisabeth Schöx kann sich stimmlich absolut behaupten.

Publikum geht mit

Das Gloria besticht durch Rhythmus und Schwung. Im Credo werden die einzelnen Teile des Glaubensbekenntnisses vorgestellt. Gekonnt lässt der Dirigent die einzelnen Teile vom Chor interpretieren, ohne dabei den Faden für das Gesamtwerk zu verlieren. Chor und Orchester überzeugen in jeder Phase mit Können und Musikalität, das Publikum lässt sich von der positiven Ausstrahlung des Sanctus und Benedictus mitnehmen. Nach dem Agnus Dei setzt der Chor mit dem letzten Teil der Missa, dem "Amen" ein fulminantes Ausrufezeichen.

Das Orchester gibt dann noch ein Mal im Postludium dem Publikum die Gelegenheit, sich an die wunderbar romantischen Themen der Missa Katharina zu erinnern. Solistin und Chor werden dabei nicht nur vom Orchester begleitet, sondern mit den instrumentalen Präludium und Postludium auch gefühlvoll umrahmt. Dann aber nochmals kräftiger Auftakt mit Trompeten, Posaunen, Tuben und Pauken beim Choralvorspiel von John Rutter. Orgel, Querflöten und Klarinetten sorgen für die Überleitung und schließlich laden 80 Sänger die Konzertbesucher zum Mitsingen bei dem bekannten Kirchenlied "Nun danket all" ein.

Minutenlanger Applaus der Konzertbesucher war "Lob, Ehr und Preis" für die perfekte und gelungene Leistung der als Einheit auftretenden drei Chöre samt dem Symphonischen Blasorchester. Pfarrer Michael Jakob überreichte kleine Präsente an die Solistin Ellisabeth Schöx, die Dirigenten Adolf Huttner, Hubert Zaindl sowie an Christine Gesierich; Leiterin der Chorgemeinschaft Kallmünz, und an Organisten Andreas Feyrer zum Dank für dieses großartige Konzert.

Einen euphorischen Extrabeifall gab es dann noch für Stefan Wilhelm, dem Leiter von EverySing. Nicht nur, weil er wegen Krankheit auf die Konzertteilnahme verzichten musste, sondern weil er die treibende Kraft für das Zustandekommen eines gemeinsamen Konzerts mit drei Chören und einem Symphonischen Blasorchester war. Alles in allem ein bemerkenswertes Konzert in der Pfarrkirche St. Konrad in Ammersricht.

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