13.02.2018 - 20:00 Uhr

Bidla Buh begeistert am Rosenmontag im Stadttheater "Der Applaus ist berechtigt"

Bidla Buh am Rosenmontag im Stadttheater: Sekt, Frack und Rock 'n' Roll waren angekündigt. Dazu kamen noch jede Menge Spaß, gute Laune und ein begeistertes Publikum. Ein rundum gelungener Abend.

Das Publikum im Stadttheater hat die wandlungsfähigen Musiker von Bidla Buh frenetisch gefeiert. Bild: gf
von Helmut FischerProfil

Es sind drei Vollblutmusiker aus Hamburg, die nicht nur ihre gefühlten hundert Instrumente perfekt beherrschen, sondern damit ein Menü von musikalisch-komödiantischen Leckerbissen servieren. Bidla Buh, das sind Hans Torge Bollert, Olaf Klindtwort und Jan Frederick Behrend, letztere wurden als "großer Bruder Ole" an der Gitarre und "kleiner Bruder Frederick" am Schlagzeug vorgestellt.

Bidla Buh versteht es, sein Publikum "einzufangen", es zu überraschen und bei Laune zu halten. Seriös erscheinen sie im Frack, "Ole" mit Zylinder, und Hans als der Spiritus Rector der Truppe, bindet sofort das Publikum ein: "Was wollt ihr hören?" Auf die Antwort "Rock 'n' Roll!" geht es mit einer fetzigen Version von "Rock around the Clock" los.

Als Moderator fungiert Hans, der mit dem Publikum kokettiert und Konversation auf humorvolle, spritzige Weise betreibt. Gepfiffene Melodien lässt er erraten, und so hört man "Hoch auf dem gelben Wagen" in einer ebenso "neuen" Version wie Mozarts "Kleine Nachtmusik" oder der "Königin der Nacht"-Arie. Sogar auf Beethovens 5. und die Rigoletto-Arie wird gepfiffen. "Vielen Dank - der Applaus ist berechtigt" - auch das gehört zur Show.

Aida und rosaroter Panther

Schade, dass die Texte durch die hohe Sprachgeschwindigkeit nicht immer verständlich waren. Hinreißend komödiantisch war die sportliche Darbietung mit drei Melodicas. Bei jedem Ton eine Kniebeuge und dann in loser Folge der Floh-Walzer, "Wenn der Hund mit der Wurst..." und sogar dem Donau-Walzer von Strauß - da verbindet sich musikalische Klasse mit toller Comedy. Pausenlos präsentierte Bidla Buh neue Überraschungen. Da konnte Hans keine seiner vielen Trompeten bevorzugen, und so wurde der Triumphmarsch aus Aida kombiniert mit dem rosaroten Panther, Offenbachs Cancan verknüpft mit der Eurovisions-Fanfare, Händels "Halleluja" und dem Zillertaler Hochzeits-Marsch, beendet mit Gartenschlauch-Trompete und Lohengrins "Brautchor". Stets wird das Publikum einbezogen - diesmal mit vier Orff-Instrumenten, die an die Zuhörer verteilt wurden. Das gab den zusätzlichen Kick zur viersätzigen Performance mit "Kein Schwein ruft mich an" bis hin zur "Veronika, der Lenz ist da".

Nach der Pause folgte der Einstieg mit einer Piazzolla-Adaption und einer "Rückbesinnung in die 20er-Jahre". Dies geschah in einer verballhornten Version von "Aber bitte mit Sahne", bei der das Publikum den Refrain beisteuerte. Atemberaubend der jonglierende Gag mit farbigen Trinkbechern. Das darf am Rosenmontag nicht fehlen - die im "Busen-Blues" verewigten Reize der BH-Größen 1 bis 13 von zierlich bis kolossal, die unter Jubel des Publikums eindrucksvoll geschildert wurden.

Südamerika trifft Russland

Mit Brillanz an den Instrumenten, und dem animierenden "Wir feiern heute Party" wollte sich Bidla Buh verabschieden. Aber ohne Zugabe ging das nicht. Bei stehenden Ovationen kam der "kleine grüne Kaktus" auf den Balkon in südamerikanischer und russisch-kosakenhafter Version, wobei das Publikum das "hollerie-hollera, hollero" begeistert mitsang.

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