Broom Bezzums beim Amberger Sommerfestival
Ginsterbesen zaubern gute Laune

"Broom Bezzums" besticht beim Vortrag der Songs auch durch Abwechslung und verschiedene Tempi der einzelnen Lieder. Bild: Hartl

Mark Bloomer und Andrew Cadie ziehen als "Broom Bezzums" (deutsch: Ginsterbesen) mit Fiedel und Klampfe durch die Lande. Auf dem Programm steht abwechslungsreiche Folk-Musik gewürzt mit spritzigen Moderationen, wechseln instrumentale Nummern mit gesungenen Liedern ab. Dabei ergänzen sich die beiden unterschiedlichen Stimmen sehr gut.

Mitten im Gewühle von Kabeln, Steckern, Koffern und allerlei technischem Gerät stehen die beiden am Dienstag vor ihren Mikrofonen in der Stadtbibliothek. Wie zwei Straßenmusiker sehen sie aus: Hemd über der Hose, Instrument in der Hand, gute Laune im Gesicht. Draußen hat es mal wieder geregnet, aber das macht dem britischen Duo nun wirklich nichts aus. Schließlich kommt es ja von der Insel, und da ist Regen kein Fremdwort.

Gute Stimmung

Drinnen verbreiten sie einfach gute Stimmung mit Musik und leichtem Geplauder. Sie schaffen etwas beinahe Unmögliches, sie übersetzen "englischen Humor" ins Deutsche. Und das so unaufdringlich und ungemein charmant, dass man aus dem Schmunzeln gar nicht raus kommt. Das Publikum wird animiert zum Mitsingen beim einzigen Shanty aus der Pfalz: "Keep Hauling'", heißt das Stück, das Andrew Cadie in Weisenheim am Sand komponiert hat. "Der Amberger Chor ist steigerungsfähig", bemerkt der langhaarige Musiker, der eigentlich aus Northumberland im Nordosten Englands kommt und Fiddle, Gitarre und Northumbrian Pipes spielt.

Den "kleinen Bruder vom schottischen Dudelsack" schnallt er sich "nach europäischen Sicherheitsregeln" um die Brust und dann legt er los. Auch seine Interpretation von "The House of The Rising Sun" ist einer von vielen Höhepunkten. Sein Partner Mark Bloomer stammt aus Birmingham und spielt Gitarre, Mandola und singt. Die beiden lernten sich bei einer Session in Deutschland eher zufällig kennen, denn der eine lebt in der Pfalz und der andere im Hunsrück.

Gemeinsam sind sie stark! Mark Bloomers rauchige Stimme vermischt sich perfekt mit dem Gesang von Andrew Cadie. Ihre aktuelle CD "No smaller than the world" wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. "Gutes Songmaterial aus eigener Feder dominiert das Repertoire, und die Arrangements der Stücke haben gekonnte Spannungsbögen und Refrains, die im Ohr bleiben. Folksongs im besten Sinne des Wortes", lauten die Kritikerbemerkungen.

Sanft und flott

"High Germany" oder "Hen in the Pen", Titel dieser CD, kommen beim Sommerfestival-Konzert kraftvoll und voller Spielfreude. Genauso wie die Reels (keltische Tanzstücke) "Kitty Will You Marry me Kate" oder "Devil in the Bush" . Mal sanft, mal kraftvoll, mal flott, mal melancholisch, aber stets vielseitig und mitreißend präsentieren "Broom Bezzums" eine Mischung aus traditionellem Folk und Eigenkompositionen. In ausgelassener Stimmung wird geschnippt, geklatscht und mitgewippt. Die Begeisterung ist groß!
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