09.05.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Der A.K.T. Kunstverein feierte sein Jubiläum mit einer großen Mitgliederausstellung 10 Jahre Kunst und Kontroversen

Was da vor zehn Jahren am Stammtisch im Casino-Wirtshaus ersonnen wurde, hat sich zu einer Institution im kulturellen Leben Ambergs entwickelt. Der A.K.T.-Kunstverein feiert dieses Jubiläum mit seiner inzwischen traditionellen Mitgliederausstellung.

Nach den Wahlen stand fest, dass sie auch künftig an der Spitze des Vereins stehen (von links): Kurt Etzold, Doris Winkler, Achim Hüttner, Susanne Pirzer, Stefan Reuther, Vorsitzender Hans Graf, Marcus Trepesch, Johann Frischholz und Johann Sturcz.
von Johann FrischholzProfil

Amberg . (frj) Über 20 Kreative aus den eigenen Reihen stellten ihre Werke aus, und die Besucher waren einhellig der Meinung, dass dies die sehenswerteste Mitgliederausstellung war, die es bisher in den Kulturstift-Räumen gab.

Nun, über Kunst kann man ja, soll man aber nicht streiten. Jedenfalls zeigte die Vernissage, welche Bandbreite an Stilen und vor allem welche Talente im Verein zu finden sind. Collage, Skulpturen, Zeichnungen und Gemälde in allerlei verschiedenen Techniken waren da zu bewundern. Und so mancher, der sich bisher noch nicht getraut hat, seine Werke auszustellen, hat hier den ersten Schritt gemacht und wird vielleicht bald mit einer eigenen Ausstellung im A.K.T.-Programm zu sehen sein. Denn die Chance, dem Nachwuchs eine Plattform zu geben, gehört ebenso zu den Zielen, wie auch etablierten Künstlern der Amberger Szene Ausstellungsräume zu bieten. Natürlich sollen zudem namhafte Künstler nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus fernen Ländern in die Stadt geholt werden, um damit dem kulturellen Leben einen Hauch von großer, weiter Welt zu geben.

Einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte wollte Vorsitzender Hans Graf nicht unerwähnt lassen. Denn 2016 waren A.K.T.-Künstler zu einem Besuch in Daegu in Südkorea eingeladen und konnten dort Kunst aus der Oberpfalz ausstellen. Er musste leider auch über einen Wermutstropfen in der Erfolgsgeschichte des A.K.T. berichten. Die letztjährige Mitgliederversammlung hatte beschlossen, an der Kundgebung gegen die AfD am Marktplatz teilzunehmen. Das stieß bei einigen Mitgliedern, die sich nicht politisch positionieren wollten, auf Widerspruch und hatte Austritte aus dem Verein zur Folge. Graf rechtfertigte die damalige Vorgehensweise damit, dass A.K.T. keinesfalls Parteipolitik betreiben wollte, aber sich genötigt sah, aktiv zu werden, da die AfD in ihrem Wahlprogramm ein eindeutige Einschränkung der Freiheit der Kunst forderte.

Auch OB Michael Cerny berichte, dass er für eine Kontroverse gesorgt hat. Er wurde aus eigenen Reihen kritisiert, weil er als offizieller Vertreter der Stadt eine Ausstellung des bekennend homosexuellen Künstlers Wilfrid Laule aus Berlin besucht hat. So etwas sollte eigentlich in Zeiten, in denen gleichgeschlechtliche Paare auch in Bayern die eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen können, kein Problem mehr sein. Im Anschluss verteilten sich die etwa 140 Besucher in den Ausstellungsräumen oder im Innenhof, wo Tanja und Michael Dandorfer das Musikprogramm eröffneten, das dann von der Gruppe Little Talks fortgesetzt wurde und Partystimmung ohne politische Differenzen aufkommen ließ.

Auch in Südkorea

Vor der großen Jubiläumsparty hatte der A.K.T.-Kunstverein zur Mitgliederversammlung eingeladen. Dort gab Hans Graf einen kleinen Rückblick auf die zahlreichen Ausstellungen, die der Verein in den vergangenen zehn Jahren angeboten hat. Besonders hob er dabei hervor, dass A.K.T.-Künstler im vergangenen Jahr eine Einladung ins südkoreanische Daegu erhalten haben. Moritz Hüttner, Johann Sturcz und Gina Uber traten die Reise an und betreuten dort die Ausstellung mit den Werken Amberger Künstler.

Weiterer Tagesordnungspunkt war die Wahl des Vorstands, den wieder Graf anführt. Ihn unterstützen Kurt Etzold, Doris Winkler, Achim Hüttner, Susanne Pirzer, Stefan Reuther, Marcus Trepesch, Johann Frischholz und Johann Sturcz. (frj)

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