Die Kino-Neustarts im Überblick
Aliens und Jahrhundertfrauen

In dem Film "Jahrhundertfrauen" spielen (von links) Billy Crudup, Elle Fanning, Annette Bening, Greta Gerwig und Lucas Jade Zuman Seite an Seite. (Foto: Splendid/dpa)
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
17.05.2017
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Die "Alien"-Teile bilden eine der erfolgreichsten Film-Reihen. Als 1979 Ridley Scotts Horrorfilm ins Kino kam, machte er den weiblichen Actionstar salonfähig. Die Rolle verschaffte Sigourney Weaver den Durchbruch. Nun erscheint der von den Fans freudig erwartete "Alien: Covenant".

Wer weniger auf große Blockbuster und mehr auf kleines, feines Kino steht, sollte sich das Drama "Jahrhundertfrauen" ansehen. Es lebt vor allem von den schauspielerischen Leistungen und den kleinen Momenten. Außerdem kommen diese Woche vor allem die Doku-Fans auf ihre Kosten.

Die Filmstarts in dieser Woche

„Alien: Covenant“: Zehn Jahre nach dem fünften Alien-Gemetzel „Prometheus“ (2012), inhaltlich aber noch vor der Handlung von „Alien“ (1979): Eine Gruppe hoffnungsvoller Forscher und Pioniere (unter anderem Katherine Waterston, James Franco, Noomi Rapace, Guy Pearce) und ein Android (Michael Fassbender) landen auf einem fernen Planeten, um ihn zu besiedeln. Die neue Welt erscheint ihnen als Paradies – bis sie in ihren Höhlen auf Alien-Eier stoßen. Im sechsten Film führt Regisseur Ridley Scott Ankündigungen zufolge eine neue Alien-Untergattung ein. Und bringt neue Theorien zur Entstehung von Aliens und Menschen ins Spiel.
(Regie: Ridley Scott – Mit Michael Fassbender, Katherine Waterston, James Franco, Noomi Rapace, Guy Pearce – 122 Minuten – frei ab 16 Jahren) (dpa)



„Jahrhundertfrauen“: Der Film erzählt die Geschichte von Dorothea Fields (Annette Bening, „American Beauty“), einer selbstbestimmten Mutter im Kalifornien der späten 1970er Jahre. Sie zieht ihren Sohn Jamie (Lucas Jade Zumann) ohne Vater groß und bittet stattdessen die Fotografin Abbie (Greta Gerwig), Handwerker William (Billy Crudup) und Julie (Elle Fanning), eine altkluge Teenagerin und Freundin von Jamie um Hilfe. Das herzlich beobachtete Drama von Regisseur und Drehbuchautor Mike Mills lohnt wegen der authentischen Figuren, präzisen Momente und einer grandiosen Annette Bening den Kinobesuch.
(Regie: Mike Mills – Mit Annette Bening, Lucas Jade Zumann, Greta Gerwig,
Billy Crudup, Elle Fanning – 119 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)



„Beuys“: Joseph Beuys, der Mann mit dem Hut und Erfinder der Fettecke ist eine Ikone der deutschen Kunst. 30 Jahre nach dem Tod des Ausnahmekünstlers hat Dokumentarfilmer Andres Veiel („Black Box BRD“) Beuys mit einem außergewöhnlichen Filmporträt quasi in die Gegenwart zurückgeholt. Mehr als 300 Stunden Bewegtbilder und 150 Stunden Audiomaterial sichtete Veiel für das virtuos geschnittene 100-Minuten-Porträt. Veiel zeigt Beuys mit seinen wichtigsten künstlerischen Stationen – als provokanten Medienstar der 70er Jahre, als erschöpften Mitbegründer der Grünen, aber auch als Selbstdarsteller, der aus seiner wenig rühmlichen Weltkriegs-Vita mit Lügen eine Heldenlegende strickte.
(Regie: Andres Veiel – 107 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)



„6 Jahre, 7 Monate & 16 Tage“: Lange Zeit agierten die Mitglieder des „Nationalistischen Untergrunds“ unerkannt: Die Morde des NSU wurden über viele Jahre gar nicht als eine rechtsextremistische Mordserie erkannt. Regisseur Sobo Swobodnik nähert sich in seiner Dokumentation „6 Jahre, 7 Monate & 16 Tage“ nun genau diesen Taten. Der Titel beschreibt den Produktionsangaben zufolge den Zeitraum, in dem der NSU zehn Morde an Migranten und einer deutschen Polizistin verübte. Seit Mai 2013 findet in München der Prozess gegen Beate Zschäpe und
mutmaßliche Helfer und Unterstützer statt.
(Regie: Sobo Swobodnik – 76 Minuten – FSK o.A.)



„National Bird“: In dieser Dokumentation geht es um den Drohnen-Krieg der Vereinigten Staaten. Die in Hamburg aufgewachsene, in den USA lebende Regisseurin und Journalistin Sonia Kennebeck hat dafür mit drei ehemaligen Analysten des US-Drohnenprogramms gesprochen. Alle drei äußern sie starke Zweifel an der ethisch-moralischen Vertretbarkeit des mit unbemannten Luftfahrzeugen arbeitenden Programms. Zu den von Kennebeck interviewten Protagonisten gehört auch eine Video-Analystin, die mittlerweile als Masseurin arbeitet: Sie kritisiert am Drohnen-Projekt unter anderem, dass sie nicht
wisse, wie viele Menschen sie getötet habe. Mitproduziert wurde das Werk von der Kino-Legende Wim Wenders.
(Regie: Sonia Kennebeck – 92 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)



„Nocturama“: An einem scheinbar ganz normalen Tag plant eine versprengte Gruppe von jungen Erwachsenen mit verschiedenen biografischen Hintergründen in Paris eine Reihe von tödlichen Anschlägen. Über ihre Beweggründe aber verrät dieser Film recht wenig. Nach den Explosionen verschanzen sich die jugendlichen Attentäter in einem luxuriösen Einkaufstempel. Regisseur Bertrand Bonello soll das teils kontrovers diskutierte Porträt einer französischen Jugend bereits eine ganze Weile vor den tatsächlichen terroristischen Anschlägen in Paris konzipiert haben. Zuletzt hatte
sich der Franzose als Regisseur mit dem Modedesigner Yves Saint Laurent beschäftigt („Saint Laurent“, 2014).
(Regie: Bertrand Bonello – Mit Finnegan Oldfield, Hamza Meziani, Vincent Rottiers – 130 Minuten – FSK o.A.) (dpa)



„Zwischen den Stühlen“: Spätestens seit Maren Ades Film „Der Wald vor lauter Bäumen“ wissen Kinogänger: Der Alltag als Lehrer kann ganz schön hart sein. Für die preisgekrönte Doku „Zwischen den Stühlen“ hat Jakob Schmidt drei Referendare an Berliner Schulen begleitet. Man leidet und fiebert richtig mit, wenn die drei Junglehrer vor der Klasse stehen oder von ihren Seminarleitern nach Prüfungsstunden kritisiert werden. Es wirkt, als hätten alle die Kamera vergessen – so dicht dran war Schmidt an seinen Protagonisten. „Was ist daran so schlimm daran, wenn man kein Komma gemacht hat?“, will ein Mädchen in einer Szene wissen. Und vor einer Lehrprobe wiederholen die Schüler, was die Lehrerin sich wünscht: „Dass wir uns morgen von unserer besten Seite zeigen, dass wir nicht für Sie Hartz IV bezahlen müssen.“ Ein Pflicht-Film für alle, die den Lehrerberuf für einen Halbtagsjob halten.
(106 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)
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