11.04.2018 - 09:54 Uhr
Oberpfalz

Die Kino-Neustarts im Überblick Berlin-Thriller, Romy-Schneider-Hommage und Wim-Wenders-Klassiker

Diese Woche laufen ungewöhnlich viele deutsche Filme im Kino an. Wotan Wilke Möhring spielt im Berlin-Thriller „Steig. Nicht. Aus!“ die Hauptrolle. Marie Bäumer sieht in „3 Tage in Quibéron“ der Schauspiel-Ikone Romy Schneider nicht nur unglaublich ähnlich, sondern liefert auch eine außergewöhnliche Darbietung vor der Kamera ab.  Frederick Lau ist in „Spielmacher“ zu sehen. Außerdem zeigen ausgewählte Kino den Wim-Wenders-Klassiker „Der Himmel über Berlin“ in einer Wiederaufführung. 

Per Telefon wird Karl Brendt (Wotan Wilke Möhring) vom Erpresser in "Steig. Nicht. Aus!" über die nächsten Schritte instruiert.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Filmstarts

„Steig. Nicht. Aus!“: Eigentlich will Karl Brendt, der für ein Bauunternehmen tätig ist, nur seine beiden Kinder zur Schule bringen. Doch es kommt ganz anders. Ein Unbekannter meldet sich auf Brendts Handy mit einer unmissverständlichen Drohung: In Brendts Auto soll sich eine Bombe befinden, die sofort explodiert, sollte einer der Insassen das Gefährt verlassen. Zudem soll Karl 67.000 Euro in bar besorgen und eine sechsstellige Summe auf ein Konto überweisen. Wotan Wilke Möhring spielt die Hauptrolle in diesem Berlin-Thriller von Christian Alvart. Der deutsche Regisseur hat schon Filme inszeniert wie „Antikörper“, „Pandorum“ und „Banklady“.
(Regie: Christian Alvart – Mit Wotan Wilke Möhring, Christiane Paul und Hannah Herzsprung – 105 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„3 Tage in Quibéron“: Im Jahr 1981 gilt Romy Schneider (Marie Bäumer) immer noch als die berühmteste Schauspielerin Europas. Vor allem ihr Mitwirken in den „Sissi“-Filmen hat sie zu einer Ikone ihrer Generation, aber auch einsam gemacht. Ein ungesunder Lebensstil mit viel Alkohol, Tabletten und wenig Schlaf führt sie vor ihrem nächsten Filmprojekt zu einer Fastenkur ins französische Quibéron. Ihre beste Freundin Hilde (Birgit Minichmayr) begleitet sie. Die beiden Frauen verbringen die freie Zeit zunächst alleine in dem bretonischen Küstenort, eh sich der „Stern“-Reporter Michael Jürgs (Robert Gwisdek) ankündigt, der eine Reportage über die Schauspielerin schreiben will. Auch der mit ihr privat befreundete Fotograf Robert
Lebeck (Charly Hübner) schließt sich ihnen an und wird Zeuge, wie sich Romy auf die unangenehmen Fragen des Journalisten seelisch entblößt und vor der ganzen Welt zugibt: „Ich bin eine unglückliche Frau von 42 Jahren und heiße Romy Schneider.“
(Regie: Emily Atef – Mit Marie Bäumer, Charly Hübner, Birgit Minichmayr, Robert Gwisdek und Vicky Krieps – 115 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Der Sex Pakt“: Die drei Mädels Kayla, Julie und Sam schließen einen geheimen Pakt: Sie wollen ihre Jungfräulichkeit verlieren und zwar bei der Schul-Abschlussfeier. Doch dann erfahren ihre Eltern davon und sind natürlich alles andere als begeistert - und geben sich ihrerseits das Versprechen, die Pläne ihrer Kinder zu vereiteln. „Der Sex Pakt“ ist das Regiedebüt von Kay Cannon, die sich als Drehbuchautorin für die gefeierten „Pitch Perfect“-Komödien bereits einen Namen machte. Produziert wurde das Werk unter anderem von Comedy-Spezialist Seth Rogen.
(Regie: Kay Cannon – Mit Leslie Mann, Ike Barinholtz und Kathryn Newton – 102 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„A Quiet Place“: In dem US-Thriller kämpft eine junge Familie nach einer Invasion außerirdischer Kreaturen ums Überleben. Die mysteriösen, gefährlichen Bestien lauern überall und werden von Geräuschen angelockt. Lee Abbott, seine hochschwangere Frau Emily, seine gehörlose Tochter Regan und Sohn Noah müssen sich deshalb vollkommen lautlos verhalten, weil das kleinste Geräusch für sie tödlich sein könnte. Die britische Darstellerin Emily Blunt („Edge of Tomorrow“) und der US-Amerikaner John Krasinski („Detroit“), die auch im richtigen Leben ein Ehepaar sind, spielen die Hauptrollen in dem Horrorfilm, bei dem Krasinski zudem erstmals Regie führte. Die Rolle der Regan spielt Millicent Simmonds („Wonderstruck“), die tatsächlich taub ist und den anderen Darstellern am Set die Gebärdensprache
beibrachte.
(Regie: John Krasinski – Mit Emily Blunt, John Krasinski und Millicent Simmonds – 90 Minuten – FSK o.A.) (dpa)

„Der Himmel über Berlin“: Es ist eine der schönsten Liebeserklärungen an Berlin, die es gibt. Wim Wenders' Kinomärchen „Der Himmel über Berlin“ ist eine poetische Hommage, die die Stimmung in der geteilten Stadt mit viel Wehmut und wunderschön komponierten Bildern einfängt. Der Film wurde nach seinem Erscheinen 1987 mit Preisen überhäuft und gilt bis heute weltweit als Kult. 30 Jahre später kommt die Geschichte von einem Engel, der für die Liebe auf seine Unsterblichkeit verzichtet, in einer aufwendig restaurierten Fassung wieder neu in die Kinos – in höchster Auflösung digitalisiert und mit dem heute üblichen Surround-Ton. Das Faszinierende: Die Qualität des Films ist jetzt so gut wie bislang noch nie.
(Regie: Wim Wenders – Mit Bruno Ganz, Otto Sander und Solveig Dommartin – 127 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes“: Für „Papa Moll“ ist es eine Premiere: Die Schweizer Comicfigur, zu deren Erschaffung Künstlerin Edith Oppenheim-Jonas 1952 den Auftrag erhielt, wurde erstmals für eine Verfilmung zum Leben erweckt. Der tollpatschige Familienvater, ein dickbäuchiger Antiheld mit Eierkopf und fünf Haaren drauf, wird in der Realverfilmung von Stefan Kurt gespielt. Mit „Papa Moll“ und seiner Familie geht es zurück in die 50er Jahre. Eine besondere Rolle kommt dabei Dackel Tschips zu. „Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes“ ist nicht nur das erste Kinoabenteuer, sondern auch der 30. Band der „Papa-Moll“-Klassik-Reihe im Globi Verlag (Zürich). Dort gehören die Geschichten rund um den tollpatschigen Familienvater seit Mitte der 1970er Jahre zu den Dauerbrennern. Seinen Start hatte „Papa Moll“ 1953 in einer Zeitschrift.
(Regie: Manuel Flurin Hendry – Mit Stefan Kurt, Isabella Schmid, Luna Paiano, Maxwell Mare und Yven Hess – 90 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Spielmacher“: Als der einstige Fußballer Ivo aus dem Gefängnis entlassen wird, schaut er dem Nachwuchs bei seinem alten Club beim Training zu. Dabei lernt er den jungen Lukas und dessen Mutter kennen. Dann aber findet Ivo keinen Job, wettet auf ein Fußballspiel, gewinnt tatsächlich - und rutscht schon bald in dubiose Geschäfte bei der Spielothek. In der Hauptrolle ist Frederick Lau zu sehen. Es ist das Regiedebüt von Timon Modersohn.
(Regie: Timon Modersohn – Mit Frederick Lau, Antje Traue und Oliver Masucci – keine Angaben zur Filmlänge und FSK-Freigabe) (dpa)

„Das etruskische Lächeln“: Rory MacNeil (Brian Cox) ist ein in die Jahre gekommener, höchst eigenwilliger und recht knorriger Schotte, der jegliche Veränderung hasst und der seine geliebte Heimat sein ganzes Leben über kein einziges Mal verlassen hat. Eine ernsthafte Erkrankung aber zwingt Rory dazu, nun doch einmal in ein Flugzeug zu steigen. Es geht nach San Francisco. An der amerikanischen Westküste soll sich der Schotte nicht nur in Behandlung begeben, er trifft dort auch auf die Familie seines Sohnes. Zu seinem, nur wenige Monate alten Enkel baut Rory eine besondere Beziehung auf. Das Drama beruht auf dem gleichnamigen Roman des 2013 verstorbenen spanischen Schriftstellers José Luis Sampedro.
(Regie: Oded Binnun und Mihal Brezis – Mit Thora Birch, Brian Cox und Rosanna Arquette – 108 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„Saturday Night Fever“: Diesen April ist es 40 Jahre her, dass einer der legendärsten Tanzfilme in die deutschen Kinos gelangte. Damals noch unter dem Titel „Nur Samstag Nacht“. Bekannter freilich ist der Film auch bei uns unter seinem Originaltitel: In „Saturday Night Fever“ geht's um einen Italo-Amerikaner namens Tony Manero, der bei seinen Eltern lebt und in einem kleinen Geschäft arbeitet. Nur an den Wochenenden lebt dieser Tony richtig auf, verwandelt sich in den König der Tanzfläche. Der Film zeigt uns als Hauptfigur einen John Travolta in seiner vielleicht wichtigsten Rolle. Legendär auch: die musikalische Flankierung, etwa „Stayin' Alive“ von den Bee Gees. Am 13. April findet der Klassiker erneut seinen Weg in so manches Kino.
(Regie: John Badham – Mit John Travolta, Karen Lynn Gorney und Barry Miller – 118 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

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