17.01.2018 - 09:26 Uhr

Die Kino-Neustarts im Überblick Churchill in seiner „dunkelsten Stunde"

Es gibt kaum Schauspieler mit einer derart hohen Wandlungsfähigkeit wie Gary Oldman. In „Die dunkelste Stunde“ spielt er Winston Churchill. Wer es nicht wüsste, würde Oldman nie und nimmer erkennen. Außerdem sind  Matthias Schweighöfer und Til Schweiger Seite an Seite im Film „Hot Dog“ zu sehen und Matt Damon lässt sich in „Downsizing“ schrumpfen.

von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Filmstarts

„Die dunkelste Stunde“: Kurz nach seinem Amtsantritt als britischer Premierminister steht Winston Churchill im Frühsommer 1940 vor schwersten Entscheidungen. Hitlers Armeen überrennen Westeuropa und bedrohen Großbritannien. Churchills politische Gegner setzen ihn unter Druck, mit Hitler über einen Frieden zu verhandeln. Doch der Staatsmann riskiert die Evakuierung der britischen Truppen aus Dünkirchen und nimmt dafür selbst hohe Verluste in Kauf. Die Hauptrolle als politisches Schwergewicht in „Die dunkelste Stunde“ übernimmt Gary Oldman. Für seine Leistung gewann der Brite bereits einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller.
(Regie: Joe Wright – Mit Gary Oldman, Kristin und Scott Thomas – 126 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„Hot Dog“: Die zwei vielleicht bekanntesten zeitgenössischen männlichen Namen im deutschen Filmgeschäft zusammen in einem Film: Matthias Schweighöfer und Til Schweiger. Letzterer spielt hier einen ziemlich abgebrühten GSG-10 Ermittler. Schweighöfer schlüpft derweil in die Rolle des genauen Gegenteils: eines schüchternen Schreibtisch-Polizisten, der gerne mal etwas mehr erleben würde. Zusammen werden Theo und Luke vor eine nicht eben kleine Aufgabe gestellt: Es gilt, die aparte Präsidententochter Mascha (verkörpert von Lisa Tomaschewsky) aus den Händen von Entführern zu befreien. Unterstützung erhalten sie von der schlauen Computerexpertin Nicki. Die Inszenierung kommt von Torsten Künstler.
(Regie: Torsten Künstler – Mit Til Schweiger, Matthias Schweighöfer und Heino Ferch – 105 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Downsizing“: Paul Safranek (Matt Damon) ist ein Durchschnitts-Amerikaner mit zu weiten Polohemden und zu beigen Hosen. Den Traum, Chirurg zu sein, hat er aufgegeben, stattdessen arbeitet er als Werksarzt in einer Fleischerei. Die Wünsche von ihm und seiner Frau Audrey übersteigen die finanziellen Mittel, doch norwegische Wissenschaftler haben die Lösung. Sie haben ein Verfahren entwickelt, das Menschen auf Winz-Größe schrumpft und dann in Luxus leben lässt, weil das Geld aus der realen Welt in „Leisureland“ sehr viel mehr wert ist. Regisseur Alexander Payne („Sideways“) besetzt den Film prominent mit Stars wie Christoph Waltz, Kristen Wiig und Udo Kier in Nebenrollen. Vor allem aber überzeugt Newcomerin Hong Chau als vietnamesische Mini-Bürgerrechtlerin.
(Regie: Alexander Payne – Mit Matt Damon, Hong Chau, Christoph Waltz, Kristen Wiig, Udo Kier – 136 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft“: Was soll man nur machen als Sohn von Eltern, die mal wieder mehr an die eigene Karriere denken, als an den Sprössling? Felix jedenfalls, Hauptfigur dieser farbenreichen Kinder- und Familienkomödie, ist nicht nur stinksauer, er wünscht sich auch, dass seine Eltern auf Zwergengröße zusammenschrumpfen. Als sich dieser Wunsch aber tatsächlich erfüllt, stellt das Felix vor nicht geahnte neue Herausforderungen. In dieser Fortsetzung einer deutschen Film-Produktion aus dem Jahr 2015 („Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“) spielen Darsteller wie Otto Waalkes, Andrea Sawatzki, Anja Kling und Axel Stein. Die Regie kommt von Tim Trageser.
(Regie: Tim Trageser – Mit Andrea Sawatzki, Anja Kling und Otto Waalkes – 90 Minuten – FSK o. A.) (dpa)

„Der andere Liebhaber“: Chloé leidet an Depressionen. Bei einem Psychotherapeuten hofft die junge Frau Hilfe zu finden. Es trifft ein, was zwischen Patient und Therapeut nicht passieren sollte: Sie verlieben sich ineinander, was Chloés Zustand zunächst auch verbessert. Doch bald schon entdeckt sie, dass Paul einen Teil seines Lebens vor ihr verbirgt. Mit „Der andere Liebhaber“ hat François Ozon („8 Frauen“) einen Erotikthriller gedreht, der die Frage nach Identität in den Fokus rückt. Der Film, in dem Marine Vacth und Jérémie Renier die Hauptrollen spielen, lehnt sich an den Roman „Lives of the Twins“ von Joyce Carol Oates an. Er wurde erstmals auf den Filmfestspielen in Cannes im Wettbewerb präsentiert.
(Regie: François Ozon – Mit Marine Vacth, Jérémie Renier, Jacqueline Bisset – 108 Minuten – frei ab 16 Jahren) (dpa)

„It Comes At Night“: In einer nicht näher bestimmten Zukunft hat es eine Epidemie gegeben. Paul (Joel Edgerton, „Loving“) hat sich mit seiner Frau Sarah (Carmen Ejogo) und seinem Sohn Travis (Kelvin Harrison Jr.) in den Wald zurückgezogen, um schwer bewaffnet seine Familie vor der Krankheit zu schützen. Als eines Tages ein junger Mann namens Will (Christopher Abbott, «James White») in das Haus einbricht, um seiner Familie zu helfen, entscheidet sich Will, die Fremden aufzunehmen. Gegenseitiges Misstrauen droht aber, alle Beteiligten bis an den Rand der Katastrophe zu führen. Autor und Regisseur Trey Edward Shults setzt sich im sehr gelungenen postapokalyptischen Thriller „It Comes at Night“ weniger auf gewöhnliche Horroreffekte als auf ständig steigende psychologische Spannung.
(Regie: Trey Edward Shults – Mit Joel Edgerton, Christopher Abbott, Carmen Ejogo und Kelvin Harrison Jr. - 92 Minuten – frei ab 16 Jahren) (dpa)

„Wir töten Stella“: Eine Frau im goldenen Käfig macht sich schuldig. Sie sieht mit an, wie eine Gaststudentin an der Gefühlskälte ihrer bürgerlichen Familie zerbricht. Die Hauptfigur des Films ist die Gastmutter Anna, gespielt von Martina Gedeck. „Wir töten Stella“ ist kein Krimi – die Frage, wie Stella stirbt, wird gleich in der zweiten Szene geklärt. Vielmehr ist das Werk des österreichischen Regisseurs Julian Roman Pölsler ein hochmoralisches Psychodrama.
(Regie: ulian Roman Pölsler – Mit Martina Gedeck, Matthias Brandt und Mala Emde – 98 Minuten – FSK o. A.) (dpa)

„Die Anfängerin“: Annebärbel Buschhaus (Ulrike Krumbiegel) arbeitet als Medizinerin in ihrer eigenen Praxis. Im Alltagstrott hat sie nicht bloß die Leidenschaft für ihren Beruf verloren, auch Ehemann Rolf (Rainer Bock) trennt sich von ihr. Die eigentlich erfolgreiche Mittfünfzigerin sucht ihr Glück an ganz anderer Stelle: beim Eiskunstlaufen. Mit der Coming-of-Age-Tragikomödie „Die Anfängerin“ gibt Alexandra Sell ihr Debüt als Langfilmregisseurin. Die Hamburger Regisseurin hat sichtlich genug davon, wie die Ergebnisse knallharten Trainings in Sport- und Tanzfilmen regelmäßig süßlich-romantischer Verklärung zum Opfer fallen. Die Eishalle dient ihr „als Brennglas von Gegensätzen“.
(Regie: Alexandra Sell – Mit Ulrike Krumbiegel, Maria Rogozina, Christine Errath, Rainer Bock – 99 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Born in China“: Die Doku aus dem Hause Disneynature nimmt die Kinobesucher unter anderem mit in die Berge der südwestchinesischen Provinz Sichuan, in der die seltenen Pandas und auch andere Bären ihr Zuhause haben. Der Film, der in der englischen Version mit der Erzählstimme des Schauspielers John Krasinski („The Office“) aufwartet, berichtet von drei Tierfamilien: einer Schneeleopardenmutter im steten Einsatz für ihren Nachwuchs, einem Äffchen mit goldenem Fell und einer Pandamutter mit ihrer Tochter. Nach Kinostarts etwa in China (2016) oder den USA (2017) findet die britisch-chinesisch-amerikanische Koproduktion unter der Regie des Chinesen Chuan Lu nun ihren Weg in die hiesigen Lichtspielhäuser.
(Regie: Chuan Lu – 79 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

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