30.08.2017 - 15:45 Uhr
Oberpfalz

Die Kino-Neustarts im Überblick Ein Bodyguard für den Killer

Techno, ein Serienmörder und eine "Jugend ohne Gott" - diese Woche laufen extravagante Filme an. Am prominentesten ist "Killer's Bodyguard" mit Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson besetzt.

von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Auch künstlerisch wird es diese Woche. Zwei Filme beschäftigen sich mit Auguste Rodin und David Lynch. Bei dieser Vielfalt dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. 

Die Filmstarts

„Killer's Bodyguard“: Der eine hat sich darauf spezialisiert, gefährdete Menschen davor zu bewahren, umgebracht zu werden. Der andere ist ein veritabler Meister in der zielgenauen Tötung von Menschen. In diesem Film müssen sich die beiden irgendwie von England bis nach Den Haag durchschlagen. In den Niederlanden soll der Auftragsmörder Kincaid (gespielt von Samuel L. Jackson) vor dem Internationalen Strafgerichtshof gegen einen Despoten (Gary Oldman) aussagen. Dass alles glatt geht, dafür soll der von Ryan Reynolds verkörperte Bodyguard sorgen. Die Regie zu diesem, mit viel Humor getränkten Actionthriller stammt von Patrick Hughes ("The Expendables 3"). Auch Salma Hayek ("Frida") ist vor der Kamera zu sehen.
(Regie: Patrick Hughes - Mit: Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson und Gary Oldman - 119 Minuten - Frei ab 16 Jahren) (dpa)

"Magical Mystery": Wieder feiern so wie früher: In "Magical Mystery" knüpft eine Gruppe alter Freunde an alte Techno-Zeiten an. Auch wenn seit ihren wilden Zeiten fünf Jahre vergangen sind, wollen sie noch einmal mit ihrem erfolgreichen Plattenlabel auf eine Rave-Tour durch Deutschland gehen. Als Fahrer engagieren sie ausgerechnet ihren Freund Karl (Charly Hübner), der wegen seiner Drogenexzesse vor fünf Jahren in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Karl ist geläutert, lebt im betreuten Wohnen und versorgt Zootiere. Aus alter Verbundenheit lässt er sich überreden von Raimund (Marc Hosemann) und Ferdi (Detlev Buck), die beide mit einem Club und der Technoplattenfirma Bumm Bumm Records in Berlin viel Geld verdienen. Für Techno-Fans eine Zeitreise mit Westbam, Deichkind und vielen mehr, verfilmt nach Sven Regeners Roman "Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt".
(Regie: Arne Feldhusen - Mit: Charly Hübner, Detlev Buck und Annika Meier - 111 Minuten - Frei ab 12 Jahren) (dpa)

"The Limehouse Golem": Im London des Jahres 1880 erschüttert eine Serie von Morden den berüchtigten Limehouse District. So grauenvoll und monströs, dass die Anwohner vermuten, allein eine legendäre jüdische Kreatur aus dunklen Zeiten könne dahinter stecken - der Golem. Der Horror-Mystery-Thriller "The Limehouse Golem" nach einem Roman des Briten Peter Ackroyd erinnert nur im Titel an einen der berühmtesten Werke der Kinogeschichte: Paul Wegeners Stummfilm "Der Golem" von 1915. Gewidmet ist die sehr englische Leinwandstory dem im Januar 2016 verstorbenen Schauspielstar Alan Rickman - er sollte ursprünglich den ermittelnden Scotland-Yard-Inspektor darstellen.
(Regie: Juan Carlos Medina - Mit: Bill Nighy, Olivia Cooke und Douglas Booth - 105 Minuten - Ohne Altersbeschränkung) (dpa)

"Jugend ohne Gott": Eine Gruppe von Jugendlichen tritt in einer Art Survivalcamp zum Wettkampf an. Es geht darum, möglichst viele Punkte zu sammeln und so einen Studienplatz zu bekommen. Alain Gsponer ("Heidi") hat den Antikriegsroman "Jugend ohne Gott" von Ödön von Horváth verfilmt und eine düstere Vision einer Gesellschaft entworfen, die sich ausschließlich über Stärke und Leistung definiert. Neben einer Elite gibt es Ausgestoßene, die in abgetrennten Sektoren in prekären Verhältnissen leben. Auch Zach soll in dem Camp um Punkte kämpfen, doch ihm kommen Zweifel. Nadesh dagegen ist hochmotiviert, Titus ordnet seinem Ziel alles unter. Eine wichtige Rolle spielt zudem der Lehrer. "Jugend ohne Gott" ist mit Jannis Niewöhner, Alicia von Rittberg, Fahri Yardim und Anna Maria Mühe hochkarätig besetzt.
(Regie: Alain Gsponer - Mit: Jannis Niewöhner, Fahri Yardim, Emilia Schüle, Alica von Rittberg, Jannik Schümann und Anna Maria Mühe - 114 Minuten - Frei ab 12 Jahren) (dpa)

"Als Paul über das Meer kam": In einem Camp mitten in den Wäldern von Nordafrika lernt der deutsche Regisseur Jakob Preuss den Kameruner Paul kennen. Dieser hofft auf eine Überfahrt nach Europa, um dort ein besseres Leben zu beginnen. Preuss macht ihn zum Protagonisten seines Dokumentarfilms über Migration. Er begleitet Paul auf seiner Odyssee durch Spanien, Frankreich und Deutschland. Der Dokumentarfilm ist wie ein Tagebuch aufgebaut. (Regie: Jakob Preuss - Mit: Paul Nkamani und Jakob Preuss - 97 Minuten - Frei ab 6 Jahren) (dpa)

"Auguste Rodin": Auguste Rodin ist bereits ein anerkannter Künstler, als er 1880 vom Staat den Auftrag erhält, ein Bronzeportal für das Pariser Museum für dekorative Künste zu entwerfen. Das "Höllentor" wird zu seinem Lebenswerk und seiner Besessenheit. Dann lernt er Camille Claudel kennen, mit der er eine stürmische Beziehung beginnt. Mit ihr teilt er nicht nur das Bett, sondern auch seine Phasen manischen Schaffens. Doch Rodin lebt mit Rose zusammen, der Mutter seines Sohnes. In "Rodin" beschreibt der französische Regisseur Jacques Doillon das Verhältnis des Bildhauers zu seiner Arbeit und zu seinen Frauen. Die Hauptrollen in dem biografischen Drama spielen Vincent Lindon (Rodin), der 2015 in Cannes für "Der Wert des Menschen" mit dem Preis des besten Darstellers ausgezeichnet wurde, Izïa Higelin (Camille Claudel) und Séverine Caneele (Rose).
(Regie: Jacques Doillon - Mit: Vincent Lindon, Izïa Higelin und Séverine Caneele - 119 Minuten - Frei ab 6 Jahren) (dpa)

"David Lynch: The Art Life": David Lynch steht in seinem Atelier. Er malt, bastelt und bohrt. Das chaotisch wirkende Studio ist der bevorzugte Rückzugsort des Regisseurs, der derzeit mit der Serie "Twin Peaks" wieder Fans verwirrt und begeistert. Die Filmemacher Jon Nguyen, Olivia Neergaard Holm und Rick Barnes haben den 71-Jährigen in seinem Zuhause getroffen und ihn einfach erzählen lassen. In einer Art 90-minütigem Monolog spricht der Exzentriker über seine Kunst-Leidenschaft. Er erzählt von einer idyllischen Kindheit und abenteuerlichen Jugend, vom Familienleben, dem Beginn und den frühen Phasen seines Künstlerdaseins. Andere Menschen kommen nicht zu Wort. "Ich hatte diese Vorstellung, dass man Kaffee trinkt, Zigaretten raucht und malt. Und das ist es dann", erklärt Lynch, wie er sich das Leben eines Künstlers damals vorstellte. "Vielleicht kommen noch Mädchen dazu." Das ungewöhnliche Porträt dürfte vor allem für Cineasten und Fans des Kultregisseurs interessant sein.
(Regie: Jon Nguyen, Rick Barnes und Olivia Neergaard-Holm - Mit: David Lynch - 88 Minuten - Ohne Altersbeschränkung) (dpa)

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