27.12.2017 - 10:43 Uhr
Oberpfalz

Die Kino-Neustarts im Überblick Filmische Hommage an Vincent van Gogh

Ein vergleichbares Projekt wie „Loving Vincent“ gab es für die große Leinwand noch nie. 125 Maler erschaffen einen Film, dessen Look einmalig im Kino ist. Damit wird dem Künstler Vincent van Gogh ein filmisches Denkmal gesetzt. 

von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Filmstarts

„Loving Vincent“: Es ist ein kühnes, fast aberwitzig anmutendes Projekt, dass die Filmemacher Dorota Kobiela und Hugh Welchman in sechs Jahren auf die Beine gestellt haben. „Loving Vincent“ ist der erste in Öl gemalte Animationsfilm der Welt. 125 Maler griffen zur Palette und ließen mit 65 000 Gemälden rund 130 berühmte Bilder Vincent van Goghs lebendig werden. Zuvor war der ganze Film als Vorlage zudem mit echten Schauspielern gedreht worden. Durch diese einzigartige, flimmernde und intensiv leuchtende Bilderwelt streift Armand Roulin (Douglas Booth), der in Auvers-sur-Oise den Tod Vincent van Goghs untersucht. Der niederländische Künstler hatte sich dort 1890 in einem Weizenfeld in den Bauch geschossen und war zwei Tage später gestorben. Bei der Befragung der Einwohner, die Vincent gekannt haben, beschleichen Roulin Zweifel, ob es wirklich Selbstmord war.
(Regie: Dorota Kobiela und Hugh Welchman – Mit Douglas Booth, Chris O'Dowd,
Saoirse Ronan und Jerome Flynn – 95 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„The Killing of a Sacred Deer“: Skurril, geheimnisvoll, abgründig und verstörend. Die Filme des griechischen Regisseurs und Drehbuchautoren Yorgos Lanthimos („The Lobster“) sind immer ein außergewöhnliches Abenteuer fern des Mainstream-Kinos. In seinem paranormalen Psycho-Thriller „The Killing of a Sacred Deer“ dreht sich alles um ein erfolgreiches Ärztepaar (Colin Farrell, Nicole Kidman) und deren Kinder, die durch den Teenager Martin (Barry Keoghan) in eine mörderische Geschichte um Rache, Schuld und Sühne gezogen werden. Als eines der Kinder plötzlich nicht mehr laufen kann, scheint Martin die Ursache dafür zu sein. Nach und nach offenbart sich dessen unheimliche und diabolische Seite.
(Regie: Yorgos Lanthimos – Mit Colin Farrell, Nicole Kidman, Barry Keoghan, Raffey Cassidy, Sunny Suljic und Alicia Silverstone – 121 Minuten – frei ab 16 Jahren) (dpa)

„Voll verschleiert“: Die frisch verliebten Studenten Leila und Armand freuen sich aufs Praktikum bei den Vereinten Nationen in New York. Doch Leilas Bruder Mahmoud durchkreuzt die Pläne: Religiös radikalisiert kommt er von einer Reise aus dem Jemen zurück und verbietet seiner Schwester den Kontakt zu Armand. Der weiß sich nicht anders zu helfen, als unter einen Niqab zu schlüpfen, um weiterhin Kontakt zu Leila haben zu können. Doch die Maskerade führt dazu, dass sich Mahmoud in das scheue Wesen unter dem Schleier verliebt. Mit der französischen Komödie „Voll verschleiert“ gibt die aus dem Iran stammende Dokumentarfilm-Regisseurin Sou Abadi ihr Spielfilmdebüt.
(Regie: Sou Abadi – Mit Félix Moati, Camélia Jordana und William Lebghil – 87 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„Die Flügel der Menschen“: Zentaur schlägt sich in der weitläufigen Gras- und Steppenlandschaft Kirgistans als Hilfsarbeiter auf Baustellen durch und ernährt so seine taubstumme Frau und den fünfjährigen Sohn. Er sehnt sich nach einer Zeit, in der seine Gesellschaft noch stärker mit den Legenden ihrer Vorfahren verbunden war und verteufelt den modernen Kampf um Macht und Geld. Nachts schleicht er sich deshalb in die Ställe der neuen Reichen und befreit deren edle Pferde. Der sechste abendfüllende Spielfilm von Regisseur und Hauptdarsteller Aktan Arym Kubat findet rührend-poetische Bilder für eine Welt, die es selten im hiesigen Kino zu sehen gibt.
(Regie: Aktan Arym Kubat – Mit Aktan Arym Kubat, Nuraly Tursunkojoev und Zarema Asanalieva, 89 Minuten, frei ab 6 Jahren) (dpa)

„Bamse“: Dieser, mit dem „Prädikat besonders wertvoll“ bedachte Einstünder aus Schweden erzählt uns von dem «liebsten» und „stärksten Bären der Welt“. Nicht genug bekommen kann dieser Bär namens Bamse von dem „Donnerhonig“ seiner Großmama. Hat er diesen Zauberhonig zu sich genommen, dann kann ihm so gut wie keiner mehr etwas anhaben, auch die Bösewichter nicht in seiner Heimatstadt. Darunter auch Reinhard Fuchs. Der macht sich daran, mittels eines perfiden Plans
möglichst viele gegen den gutgläubigen Bären aufzubringen. Bei Bamse handelt es sich um eine erstmals im Fernsehen aufgetauchte Zeichentrickfigur, der in ihrem Heimatland Schweden bereits eine Briefmarke gewidmet wurde.
(Regie: Christian Ryltenius – 63 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

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