05.04.2018 - 09:14 Uhr
Oberpfalz

Die Kino-Neustarts im Überblick Hommage an die 1980er Jahre

Steven Spielberg ist gerade wegen Blockbuster wie "Der weiße Hai", "E. T.", "Jurassic Park" oder die "Indiana Jones"-Teile der wohl weltweit bekannteste Regisseur. Mit seinem neuen Streifen "Ready Player One" bringt der US-Amerikaner wieder ein Leinwandspektakel ins Kino – es ist eine Liebeserklärung an die 1980er Jahre. 

Mark Rylance als Anorak in "Ready Player One".
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Filmstarts

„Ready Player One“: Mit dem Science-Fiction-Spektakel „Ready Player One“ kehrt Regisseur Steven Spielberg («Die Verlegerin») zum Popcorn-Kino zurück. In einer düsteren Zukunft flüchten sich die Menschen in eine virtuelle Realität namens Oasis. Deren Schöpfer James Halliday ruft vor seinem Tod eine Schatzsuche aus. Wer gewinnt, erbt die Oasis und Hallidays gigantisches Vermögen. Dafür ist aber umfangreiches Wissen über die Popkultur der 80er Jahre nötig. Neben den Jugendlichen Wade und Samantha will der skrupellose Konzernboss Sorrento mit allen Mitteln gewinnen. Die Jungstars Tye Sheridan („X-Men: Apocalypse“) und Olivia Cooke („Ouija“) spielen die Hauptrollen in der visuell überwältigenden Romanverfilmung, die Kinoklassiker, Videospiele und Musik der 80er zelebriert. Ben Mendelsohn („Rogue One“) glänzt als Schurke Sorrento, Oscargewinner Mark Rylance („Bridge of Spies“) als sympathischer Nerd Halliday.
(Regie: Steven Spielberg – Mit Tye Sheridan, Olivia Cooke, Mark Rylance und Ben Mendelsohn – 140 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Transit“: Der Flüchtling Georg gelangt in Paris durch Zufall an die Papiere des Schriftstellers Weidel, der sich das Leben genommen hat. Darunter sind auch Genehmigungen für ein Transitvisum nach Mexiko. Georg erkennt schnell, welchen Wert diese Papiere haben und nimmt die Identität Weidels an. „Transit“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Anna Seghers aus dem Jahr 1942 – Regisseur Christian Petzold verlagerte die Geschichte aber in unsere Gegenwart. So verwischen die Grenzen zwischen dem Damals und Heute und machen gleichzeitig Parallelen in der Historie deutlich.
(Regie: Christian Petzold – Mit Franz Rogowski, Paula Beer und Godehard Giese – 101 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Das Zeiträtsel“: Die Eltern des Teenagers Meg arbeiten als Astrophysiker an der Erforschung von Raum und Zeit. Ihr Vater Alex glaubt an die Existenz von „Falten“ im Weltall, die es Menschen ermöglichen, komplette Galaxien schneller als das Licht zu durchqueren. Seit vier Jahren ist er jedoch in einer solchen Falte verschwunden und Mutter Kate kümmert sich um die oft zögerliche Meg und ihren unfassbar gescheiten Bruder Charles Wallace. Der lässt eines Tages Mrs. Soundso ins Haus – neben Mrs. Wer und Mrs. Welche eine von drei feenähnlichen Wesen, die Meg, Charles Wallace und Megs Schulfreund Calvin zu ihrem Vater bringen wollen. Regisseurin Ava DuVernay hat mit tollen Schauspielern ein vor allem in den USA beliebtes Jugendbuch fantasievoll modernisiert und schafft vor allem für junge Mädchen viel Identifikationspotenzial.
(Regie: Ava DuVernay – Mit Storm Reid, Deric McCabe, Oprah Winfrey, Reese Witherspoon, Mandy Kaling und Chris Pine – 110 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Film Stars Don't Die in Liverpool“: Der Streifen ist eine Filmbiografie über die Liebesbeziehung der Schauspieler Gloria Grahame und Peter Turner. Der 26-jährige Turner (Jamie Bell) verliebt sich in die knapp 30 Jahre ältere Grahame (Annette Bening), die Jahrzehnte vorher ein berühmter Hollywood-Star war. Doch ihre Beziehung wird immer wieder auf die Probe gestellt. Der Film basiert
auf dem gleichnamigen, autobiografischen Buch von Turner.
(Regie: Paul McGuigan – Mit Annette Bening, Jamie Bell und Julie Walters – 105 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„Gringo“: Immer nur nett sein, so kommt Harold Soyinka nicht voran. Die Chefs seines Pharmaunternehmens sind in schmutzige Intrigen verwickelt, seine Ehefrau hat eine Affäre und Geld hat er auch keins mehr. Auf einer Geschäftsreise nach Mexiko erkennt Harold, dass es sich nicht auszahlt, immer nur anständig zu sein. So
inszeniert er seine eigene Entführung, ohne zu ahnen, dass er sich damit die mexikanische Drogenmafia ebenso auf den Hals hetzt wie us-amerikanische Rauschgiftfahnder. Ein gefährliches Abenteuer beginnt. Nash Edgerton hat die Action-Komödie „Gringo“ inszeniert. In einem Kurzauftritt ist auch Paris Jackson zu sehen, Tochter des 2009 verstorbenen Popstars Michael Jackson. In weiteren Rollen: David Oyelowo als Harold, Charlize Theron als eiskalte Geschäftsfrau Elaine
und Joel Edgerton in der Rolle ihres Partners Richard.
(Regie: Nash Edgerton – Mit David Oyelowo, Charlize Theron und Paris Jackson – 110 Minuten – frei ab 16 Jahren) (dpa)

„Ghostland“: Colleen hat das Haus ihrer verstorbenen Tante geerbt. Gemeinsam mit ihren beiden Töchtern Beth und Vera will sie die Gelegenheit nutzen, um hier in der französischen Einöde neu anzufangen. Doch schon in der Nacht ihrer Ankunft kommt es für die Familie zu einem dramatischen Zwischenfall: Fremde verschaffen sich Zutritt in die halbverfallene Villa und quälen die drei Frauen bis aufs Blut. Nur mit roher Gewalt können sie sich aus den Fängen ihrer Peiniger befreien. Viele Jahre später: Beth ist eine gefeierte Horrorbuchautorin, während Colleen in der Abgeschiedenheit auf ihre nach wie vor traumatisierte Tochter Vera aufpasst. Als Beth eines Tages einen alarmierenden Anruf erhält, reist sie zu ihrer Familie und erlebt vor Ort ein Grauen, an das sie sich nur zu gut erinnert.
(Regie: Pascal Laugier – Mit Mylène Farmer, Chrystal Reed, Taylor Hickson, Anastasia Phillips und Emilia Jones – 91 Minuten – frei ab 18 Jahren) (dpa)

„Die Nacht der Nächte“: Sieben Jahre nach der erfolgreichen Komödie „Almanya –
Willkommen in Deutschland“ melden sich die Samdereli-Schwestern Yasemin und Nesrin mit einem neuen Projekt zurück. „Die Nacht der Nächte“ heißt ihr Kino-Dokumentarfilm, in dem sie vier Paare auf drei Kontinenten porträtiert haben. Sie alle sind seit mindestens 50 Jahren zusammen. Mit sehr viel Offenheit berichten die Männer und Frauen aus Japan, Indien, Deutschland und den USA über Höhen und Tiefen ihrer langen Partnerschaften. Der Dokumentarfilm wurde im Januar bereits mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.
(Regie: Yasemin und Nesrin Samdereli – 97 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Reseba“: Reko und Pero sind Jesiden und leben in einem Dorf im Norden des Iraks. Das Paar will heiraten, als IS-Terroristen die Heimat der beiden überfallen. Kinder und Frauen werden entführt – unter ihnen auch Pero. Ihr Verlobter Reko macht sich in „Reseba – The Dark Wind“ auf eine verzweifelte Suche. Das Werk des Regisseurs Hussein Hassan nimmt Bezug auf tatsächliche Ereignisse. So hatten IS-Extremisten das Sindschar-Gebirge im Sommer 2014 überrannt und dabei Tausende Jesiden getötet oder verschleppt. Zehntausende Menschen flohen. Die IS-Terroristen verfolgen die Jesiden, eine religiöse Minderheit, als „Teufelsanbeter“. Die meisten Schauspieler in dem Spielfilm sind Laien.
(Regie: Hussein Hassan – Mit Rekesh Shabaz und Diman Zandi – 89 Minuten – FSK o.A.) (dpa)

„Pio“: Wie geht es zu im Leben eines 14-jährigen Roma-Jungen? Der italienisch-amerikanische Regisseur Jonas Carpignano gibt in seinem Spielfilm „Pio“ eine Antwort darauf. Hauptdarsteller ist Pio Amato, der im Prinzip sich selbst spielt. Er lebt mit seinen unzähligen Verwandten in Ciambra, einer Roma-Siedlung im süditalienischen Kalabrien, und tritt in die Fußstapfen seines kriminellen großen Bruders. Er klaut, trinkt, treibt sich auf Partys rum – ist aber gleichzeitig auf der Suche nach emotionalem Halt.
(Regie: Jonas Carpignano – Mit Pio Amato – 118 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Das Mädchen aus dem Norden“: Dieser Film nimmt uns mit in den hohen Norden. Gedreht wurde in der schwedischen Provinz Uppsala. Der fast zwei Stunden dauernde Film handelt von der angehenden Rentierzüchterin Elle Marja, die zusammen mit ihrer Schwester eine Internatsschule in Lappland besucht. Elle Marja, 14 Jahre alt, gehört dem Volk der Sami an. Es sind die 1930er Jahre; die rassistischen Vorurteile, mit denen sich Elle Marja und ihr Volk konfrontiert sehen, sind besonders schlimm. An der Schule etwa werden diskriminierende „rassenbiologische“ Untersuchungen vorgenommen. Da entscheidet sich das Mädchen zu einem radikalen Schritt.
(Regie: Amanda Kernell – Mit Lene Cecilia Sparrok, Mia Erika Sparrok und Julius
Fleischanderl – 110 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

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