28.03.2018 - 11:31 Uhr

Die Kino-Neustarts im Überblick Kinderbuchklassiker und ein I-Phone-Film

Wer kennt nicht die Geschichte von „Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer“? Diese Woche erscheint eine Verfilmung des Kinderbuchklassikers. Ganz neue Wege hingegen geht Steven Soderbergh, der seinen neuen Film „Unsane“ fast ausschließlich mit einem I-Phone gedreht hat.

Henning Baum als Lokomotivführer Lukas (rechts) und Solomon Gordon als Jim Knopf in "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer".
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

 

Die Filmstarts

„Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“: Als der Postbote eines Tages ein großes Paket an ihr Festland bringt, trauen die Bewohner der Insel Lummerland ihren Augen nicht: In Windeln gehüllt liegt darin ein kleiner dunkelhäutiger Junge, der sie alle mit großen Augen anstrahlt. Die gutmütige Lebensmittelverkäuferin Frau Waas (Annette Frier) tauft ihn kurzerhand Jim (Solomon Gordon) und nimmt ihn unter ihre Fittiche. Auch mit dem Rest der Inselbewohner schließt er bald Freundschaft – besonders im Lokomotivführer Lukas (Henning Baum) hat er einen Zuhörer gefunden, der ihm außerdem die Faszination für Lokomotiven näherbringt. Doch je älter Jim wird, desto mehr sehnt er sich nach der Antwort auf die Frage, wo er eigentlich herkommt. Verfilmung des Kinderbuchklassikers.
(Regie: Dennis Gansel – Mit Henning Baum, Solomon Gordon, Annette Frier, Christoph Maria Herbst – 110 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Im Zweifel glücklich“: Auf den ersten Blick mutet die Geschichte des Mittvierzigers Brad Sloan durchschnittlich an: Ein Mann verliert sich in einer Lebenskrise. Doch Autor und Regisseur Mike White („Year of the Dog“) bietet in der Tragikomödie „Im Zweifel glücklich“ mehr. Die Story weitet sich nämlich zum kritischen Bild einer Gesellschaft, in der materieller Erfolg den höchsten Stellenwert hat. Das gibt dem unterhaltsamen Spielfilm eine erstaunliche Tiefe, ohne dass Spaß und Spannung darunter leiden. In der Hauptrolle ist Ben Stiller zu sehen.
(Regie: Mike White – Mit Ben Stiller, Jenna Fischer und Austin Abrams – 102 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Unsane“: Was soll man machen, wenn man gegen den eigenen Willen in einer psychiatrischen Einrichtung feststeckt? Steven Soderbergh, der schon Filme gedreht hat wie „Sex, Lügen und Video“, „Traffic“, «Erin Brockovich» oder „Logan Lucky“, entwirft in seinem aktuellen Werk ein unheimliches Szenario. Hauptfigur Sawyer Valentini jedenfalls ist immer verzweifelter angesichts der aussichtslosen Lage, in der sie sich befindet. Nachdem ihr selbst die Polizei nicht hilft, hofft die junge Frau nun auf Hilfe durch ihre Mutter. Regisseur Soderbergh hat den Film mit dem iPhone eingefangen. Premiere feierte „Unsane“ diesen Februar bei der Berlinale. Es spielen unter anderem Claire Foy und Juno Temple.
(Regie: Steven Soderbergh – Mit Claire Foy, Joshua Leonard und Jay Pharoah – 97 Minuten – frei ab 16 Jahren) (dpa)

„Vor uns das Meer“: Der zweifache Familienvater Donald Crowhurst (Colin Firth) lebt Ende der Sechzigerjahre ein wohlsituiertes Leben im englischen Teignmouth. Was seine Ehefrau Clare (Rachel Weisz) nicht ahnt: Um die Geschäfte ihres Mannes steht es schlecht. Da erfährt der leidenschaftliche Hobbysegler von einer Regatta: Wer als erster alleine die Welt umrundet, erhält das Preisgeld von 5000 britischen Pfund. Donald sieht seine Chance gekommen und bereitet sich trotz mangelnder Praxis auf das große Rennen vor. Das Hochseesegeln will er sich während des Rennens selbst beibringen. Doch Donalds Träumereien werden ihm auf dem Ozean bald zum Verhängnis; genauso wie die Einsamkeit, die sich in Visionen und Wahnvorstellungen äußert.
(Regie: James Marsh – Mit Colin Firth, Rachel Weisz, David Thewlis und Mark Gatiss – 102 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„The Death of Stalin“: Als der russische Diktator Josef Stalin am 2. März 1953 einen Schlaganfall erleidet und kurz darauf stirbt, folgt ein erbitterter Kampf um die Nachfolge. Mitglieder des Politbüros wie Chruschtschow (Steve Buscemi), Molotow (Michael Palin), Geheimdienstchef Beria (Simon Russell Beale) oder der Weltkriegsgeneral Schukow (Jason Isaacs) ringen mit allen Mitteln um die Macht. Ein gnadenloses Hauen und Stechen beginnt. Der schottische Regisseur Armando Iannucci, Schöpfer der Emmy gekrönten HBO-Satire „Veep – Die Vizepräsidentin“, legt mit „The Death of Stalin“ eine hochkarätig besetzte, bitterböse Tragikomödie vor, die auf Fakten beruht und sich ganz auf ein hervorragendes Ensemble stützt. In
Russland wurde der Film bereits im Februar verboten.
(Regie: Armando Iannucci – Mit Steve Buscemi, Michael Palin und Simon Russell Beale – 107 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„1000 Arten Regen zu beschreiben“: Der 18-jährige Mike schließt sich im Zimmer ein. Wochenlang hält er die Tür verschlossen. Nur manchmal reicht er seiner Familie Zettelchen mit Regen-Schilderungen unter dem Türschlitz nach draußen. Seine Eltern und seine Schwester verzweifeln. Niemand von ihnen hat eine Antwort auf das Warum. Und erst recht keine Lösung. Denn weder Liebe und Verständnis, noch Druck und Drohungen helfen. Als Eltern sind in „1000 Arten Regen zu beschreiben“ Bibiana Beglau und Bjarne Mädel zu sehen. Es ist das Spielfilmdebüt von Isa Prahl.
(Regie: Isa Prahl – Mit Bjarne Mädel, Bibiana Beglau und Emma Bading – 91 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Verpiss dich, Schneewittchen!“: Comedian Bülent Ceylan (42), bekannt für sein wallendes Haar und einen kräftigen kurpfälzischen Dialekt, versucht sich in einer Kinohauptrolle: In „Verpiss dich, Schneewittchen!“ spielt der Komiker den Musiker Sammy, der von einer Karriere als Rockstar träumt. Davon ist er allerdings weit entfernt: Er jobbt im Hamam seines Bruders. Plötzlich aber bekommt er die Möglichkeit, bei einer Castingshow berühmt zu werden. Für Ceylan ist es eine Debütrolle, in der er sich wohlfühlen dürfte: Musik ist sein Thema. Wegen Rockbands wie Pearl Jam und Nirvana ließ er sich einst die Haare wachsen. Neben ihm sind Schauspielprofis am Werk, unter anderem Josefine Preuß, Kida Khodr Ramadan und Paul Faßnacht.
(Regie: Cüneyt Kaya – Mit Bülent Ceylan, Josefine Preuß, Kida Khodr Ramadan und Paul Faßnacht, 88 Minuten, frei ab 12 Jahren) (dpa) 

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