18.04.2018 - 13:43 Uhr
Oberpfalz

Die Kino-Neustarts im Überblick "Lady Bird": Fünffach für den Oscar nominiert

Gerade erst 24 Jahre alt geworden, aber bereits dreimal für den Oscar nominiert. Die Schauspielerin Saoirse Ronan ist der aufgehende weibliche Filmstar in Hollywood. Im vielfach ausgezeichneten Film „Lady Bird“ spielt sie die unangepasste, schräge Jugendliche Christine McPhersond, die gezwungenermaßen auf die katholische Highschool gehen muss. Auch in der Tragikomödie von Greta Gerwig überzeugte die US-Amerikanerin, musste sich bei den Oscars in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin aber Frances McDormand geschlagen geben, die sich die Trophäe für ihre außergewöhnliche Leistung in „Three Billboards Outside Ebbing“ sicherte.

Saoirse Ronan (Mitte) als Lady Bird McPherson in "Lady Bird".
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Filmstarts

„Lady Bird“: Christine McPherson hat im letzten Schuljahr genug von allem: Ihre Familie nervt, die Nonnen in ihrer katholischen Schule nerven noch mehr und als Christine möchte sie ohnehin schon gar nicht mehr angesprochen werden. Stattdessen sollen sie doch bitte alle nur noch „Lady Bird“ nennen. Was diese launische „Lady Bird“ in ihrem letzten Jahr an der Highschool in Sacramento – trotz des Status' als Bundeshauptstadt eher zum langweiligen Teil Kaliforniens zählend – erlebt, inszeniert Regiedebütantin Greta Gerwig in einem autobiografisch aufgeladenen und liebevollen Komödiendrama. Das Werk wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und war fünfmal für den Oscar nominiert.
(Regie: Greta Gerwig – Mit Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts und Timothée Chalamet – 93 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Roman J. Israel Esq.“: Denzel Washington als idealistischer Strafverteidiger: Hollywood bringt mit dem Gerichts-Thriller „Roman J. Israel Esq. - Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“ die Geschichte eines exzentrischen Pro-Bono-Anwalts auf die große Leinwand. Neben Washington („Flight“) zeigt sich auch Schauspielgröße Colin Farrell von seiner besten Seite: Als aalglatter Anwalt macht er Roman das Leben schwer. Der muss nach dem Tod seines Mentors und Chefs in der Kanzlei des Karrieristen anheuern. Am Ende könnte ihm aber ein unmoralisches Angebot zum Verhängnis werden.
(Regie: Dan Gilroy – Mit Denzel Washington und Colin Farrell – 122 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„Stronger“: Jeff Bauman (Jake Gyllenhaal) arbeitet im Großmarkt in der Fleisch-Abteilung und hängt gerne mit seinen Freunden ab, um Baseball zu schauen. Eigentlich ist er im Frühjahr 2013 schon nicht mehr mit seiner Freundin Erin (Tatiana Maslany) zusammen, als er ein letztes versucht, sie zurück zu gewinnen, indem er ihr beim Zieleinlauf des Marathons in Boston zujubelt. Dann kommt alles anders: Ein Terroranschlag tötet drei Menschen, über 250 weitere werden verletzt, auch Bauman. Er verliert bei dem Anschlag beide Beine und Erin muss sich fragen, welche Verantwortung sie ihm gegenüber überhaupt hat. Das differenzierte Drama nach wahren Ereignissen liegt dank exzellenter Schauspieler und kluger Regie-Entscheidungen weit über dem Durchschnitt ähnlicher Katastrophenbewältigungsfilme.
(Regie: David Gordon Green – Mit Jake Gyllenhaal, Tatiana Maslany und Miranda Richardson – 119 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Solange ich atme“: Als sich Robin (Andrew Garfield) und Diana (Claire Foy) in den Fünfzigerjahren bei einem Sommerfest kennenlernen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Nach wenigen Monaten des Verliebtseins folgt die Hochzeit mit einer anschließenden Reise ins afrikanische Kenia. Dann aber erkrankt Robin an Polio und scheint schon bald dem Tode geweiht. Diana aber gibt nicht auf. Gemeinsam mit ihrem Freund, Professor Teddy Hall (Hugh Bonneville), entwickelt sie den Plan für einen Rollstuhl mit eingebautem Beatmungsgerät, der es Robin ermöglichen soll, sein Leben nicht mehr länger nur im Bett zu fristen. Es ist der erste Schritt in Richtung einer medizinischen Revolution. Der Film ist das Regiedebüt von Andy Serkis („Der Herr der Ringe“).
(Regie: Andy Serkis – Mit Andrew Garfield, Claire Foy, Hugh Bonneville, Tom Hollander und Camilla Rutherford – 118 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Ghost Stories“: Philip Goodman (Andy Nyman) entlarvt in seiner TV-Show paranormale Schwindler. Er ist streng wissenschaftsgläubig – bis sein großes Vorbild, ein vom Zweifel abgefallener Psychologe, ihm drei Akten mit der Aufschrift „Erklären Sie die hier!“ übergibt. „Ghost Stories“ war erst als Theaterstück erfolgreich. Nun hat das Autoren- und Regieduo Andy Nyman und Jeremy Dyson es im Stile alter britischer Episoden-Horror-Werke verfilmt. Mit von der Partie sind Martin Freeman („Der Hobbit“) und Comedian Paul Whitehouse.
(Regie: Andy Nyman und Jeremy Dyson Mitmit Andy Nyman, Martin Freeman, Paul Whitehouse und Alex Lawther – 98 Minuten – FSK o. A.) (dpa)

„Matti und Sami“: Der zehnjährige Matti, sein Bruder Sami und ihre Eltern (Sabine Timoteo und Tommi Korpela) leben in Hamburg. Mattis Vater Sulo stammt aus Finnland und der Junge träumt davon, einmal dort Urlaub zu machen - doch dafür fehlt der Familie das Geld. Als er feststellen muss, dass Erwachsene nicht immer die Wahrheit sagen, beschließt auch er, dem Glück auf die Sprünge zu helfen: Ein angeblicher Lotteriegewinn lockt die Familie nach Finnland. Doch schon bald kommt die Wahrheit ans Licht und die vier stehen ohne Geld, Auto und Unterkunft da. Erstaunlicherweise aber stellt sich diese unglückliche Situation als genau das richtige für Mattis Familie heraus, die endlich wieder zusammenwächst.
(Regie: Stefan Westerwelle – Mit Mikke Rasch, Nick Holaschke, Sabine Timoteo und Tommi Korpela – 94 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Die Pariserin: Auftrag Baskenland“: Im Film verschlägt es die Pariserin Sibylle (Élodie Fontan) aus beruflichen Gründen in eine Region Frankreichs, von der sie bisher nichts gehalten hat – das Baskenland. Doch wie sich herausstellt, ist es dort gar nicht so übel und auch eine Romanze lässt nicht lange auf sich warten. Zu den Gegensätzen zweier Regionen gibt es zwar schon mehrere Komödien. Unterhaltsam der Film aber nicht zuletzt wegen teils absurder Abenteuer, die Sybille mit den Dorfbewohnern erlebt. Eigentlich ist sie zum Arbeiten dort: Sie soll einen Familienbetrieb aufkaufen und in einen Supermarkt verwandeln. Doch die Einheimischen sind störrisch – vor allem der gut aussehende Ramunxu.
(Regie: Ludovic Bernard – Mit Élodie Fontan und Florent Peyre – 98 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

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