Die Kino-Neustarts im Überblick
Neuer Soderbergh und Aronofsky

Kultur
Amberg in der Oberpfalz
13.09.2017
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Filme von gleich zwei der wichtigsten amerikanischen Regisseure sind diese Woche zu sehen. Es laufen Steven Soderberghs "Logan Lucky" und Darren Aronofskys "mother!" an. 

Die Filmstarts

"Logan Lucky": Steven Soderbergh wollte eigentlich gar keine Kinofilme mehr realisieren, sich stattdessen auf die Arbeit fürs Fernsehen konzentrieren. Nun aber kehrt dieser wichtige amerikanische Regisseur ("Traffic", "Magic Mike") mit einem neuen Spielfilm ins Kino zurück. Es geht um ein vom Leben gebeuteltes Brüderpaar, verkörpert von Adam Driver und Channing Tatum und einen verrückten Plan: Mit Hilfe eines so unwahrscheinlichen wie waghalsigen Einbruchmanövers wollen sich die beiden endlich aus ihrer misslichen Lage befreien. Unterstützung kommt von einem auf Tresor-Angelegenheiten spezialisierten Knastbruder (Daniel Craig). Auch Hilary Swank tritt kurz auf in dieser Gaunerkomödie. (Regie: Steven Soderbergh - Mit: Channing Tatum, Adam Driver und Daniel Craig - 118 Minuten - Frei ab 12 Jahren) (dpa)



"mother!": Der Regisseur Darren Aronofsky hat sich einen Namen mit düsteren und intensiven Dramen gemacht: "Requiem for a Dream" erzählte vom Untergang von Junkies, "The Wrestler" zeigte einen überragenden Mickey Rourke und für ihre Leistung in "Black Swan" wurde Hauptdarstellerin Natalie Portman mit einem Oscar ausgezeichnet. Nun folgt "mother!" mit Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Ed Harris und Michelle Pfeiffer in den Hauptrollen. Der Psychothriller erzählt von einem Paar, dessen Beziehung auf eine harte Probe gestellt wird, als ungebetene Gäste ins Haus kommen. (Regie: Darren Aronofsky - Mit: Jennifer Lawrence, Javier Bardem und Ed Harris - 115 Minuten - Ohne Altersbeschränkung) (dpa)



"Wie die Mutter, so die Tochter": Frauen, die kurz vor den Wechseljahren schwanger werden - davon gab es zuletzt einige prominente Fälle. Nun ist das Thema auch im Kino angekommen. Mit "Wie die Mutter, so die Tochter" startet gleich die zweite französische Komödie innerhalb weniger Wochen zu später Mutterschaft. Mado (Juliette Binoche) verhält sich wie ein Teeanger - ist aber 47 Jahre alt und längst Mutter einer erwachsenen Frau. Das ist vor allem für die inzwischen 30-jährige Tochter ein Problem, die mit ihr unter einem Dach lebt. Als dann auch noch beide gleichzeitig schwanger sind, gerät die Mutter-Tochter-Beziehung mehr und mehr ins Wanken. (Regie: Noémie Saglio - Mit: Juliette Binoche, Camille Cottin und Lambert Wilson - 94 Minuten - Ohne Altersbeschränkung) (dpa)



"High Society": Anabel von Schlacht ist die wohlstandsverwahrloste Tochter einer schwerreichen Industriellenfamilie. Kleider und Partys machen ihr Leben aus, dabei erscheint ihr Herz gar nicht mal schlecht. Als sich im Rahmen eines handfesten Skandals herausstellt, dass sie als Baby in der Klinik vertauscht wurde, macht sich die 25-Jährige auf den Weg zu ihrer wahren Mutter - einer buddhistisch angehauchten, auf konsumkritischen Krawall gebürsteten Proletin im Plattenbau. Vor der Haustür trifft Anabel schon mal den attraktiven Polizisten Yann, der bei ihrer Entwicklung zu einer eigenen Identität noch eine wichtige Rolle spielen wird. Die Komödie «High Society - Gegensätze ziehen sich an» ist demnach kein Remake des Hollywood-Klassikers von 1956, sondern nach "Traumfrauen" 2016 die zweite Regiearbeit der erfolgreichen Drehbuchautorin Anika Decker ("Keinohrhasen"). (Regie: Anika Decker - Mit: Emilia Schüle, Iris Berben, Katja Riemann und Jannis Niewöhner - 90 Minuten - Ohne Altersbeschränkung) (dpa)



"Mr. Long": Verbrechen lohnt sich nicht? Ein namenloser Profikiller (Chen Chang) aus Taiwan sieht das ganz anders. Das Töten gegen Honorar hat ihn reich gemacht. Doch dann wird er selbst zum Gejagten. Er hat nur 120 Stunden, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. In diesen fünf Tagen wird sein Leben völlig auf den Kopf gestellt. Denn er trifft ausschließlich gute Menschen. Sie nennen ihn "Mr. Long" und krempeln sein Leben mit ihrer Liebe völlig um. Der unter dem Künstlernamen SABU weltbekannte japanische Regisseur Hiroyuki Tanaka erzählt die originelle Story mit viel Action, Witz und Gefühl. In der Titelrolle agiert der seit Ang Lees Hit "Tiger and Dragon" (2000) international gefeierte taiwanesische Star-Schauspieler Chang Chen. (Regie: SABU - Mit: Chang Chen, Yiti Yao und Runyn Bai - 129 Minuten - Frei ab 16 Jahren) (dpa)



"Das Löwenmädchen": Die kleine Eva Arctander ist am ganzen Körper behaart wie ein Löwe - und von Geburt an verdammt zu einem Leben als Außenseiterin. Ihr Vater verbirgt sie vor der Welt, bis sie zur Schule kommt. Hier wird sie gehänselt. Der Kinofilm "Das Löwenmädchen" nach einem Roman von Erik Fosnes Hansen erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die trotz ihres Andersseins ihren Weg findet. Rolf Lassgård, deutschen Zuschauern als Kommissar Wallander aus den Verfilmungen der Henning-Mankell-Krimis bekannt, überzeugt als zwischen Liebe und Scham zerrissener Vater Gustav Arctander. Das Löwenmädchen wird gespielt von drei verschiedenen Schauspielerinnen (Aurora Lindseth Løkka als Siebenjährige, Mathilde Thomine Storm als 14-Jährige und Ida Ursin-Holm als junge Frau). (Regie: Vibeke Idsøe - Mit: Rolf Lassgård, Ken Duken, Burghart Klaußner und Connie Nielsen - 114 Minuten - Frei ab 12 Jahren) (dpa)



"Radiance": Zuletzt hat Naomi Kawase den sehr poetischen Film «Kirschblüten und rote Bohnen» in die Kinos gebracht. Hierzulande war das im Winter 2015. Auch ihr neues Werk, das sie dieses Jahr bereits in Cannes präsentiert hat, ist von poetischer Natur. Es geht in «Radiance» um eine Frau namens Misako, die mit großem Engagement an Hörfassungen von Kinowerken für sehbeeinträchtigte Menschen arbeitet. Bei einer Vorführung trifft Misako auf einen älteren Fotografen namens Nakamori. Dem Mann droht, schrittweise seine Sehkraft einzubüßen. Ausgerechnet in Nakamoris fotografischem Werk aber stößt Misako auf Verbindungslinien in ihre eigene Vergangenheit. Gemeinsam begeben sie sich in eine für Misako bisher verborgene Welt. (Regie: Naomi Kawase - Mit: Tatsuya Fuji, Mantarô Koichi und Ayame Misaki - 101 Minuten - Ohne Altersbeschränkung) (dpa)


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