29.11.2017 - 11:09 Uhr
Oberpfalz

Die Kino-Neustarts im Überblick Neues Pixar-Meisterwerk und der Tod von "Ötzi"

Pixar hat es wieder einmal geschafft. Das Filmstudio packt in 109 Minuten eine anrührende Geschichte, kreiert faszinierende Animationsszenen und schafft es, dass der Kinobesucher den Saal mit einem wohligen Gefühl verlässt - und das, obwohl sich in ihrem 19. abendfüllenden Film "Coco" alles um den "Tag der Toten" dreht.

von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Als Vorfilm des neuen Meisterwerks startet "Die Eiskönigin: Olaf taut auf". Mit den Schwestern Anna und Elsa sowie Schneemann Olaf kehren alte Bekannte zurück auf die Leinwand. Frostig geht es in "Der Mann aus dem Eis" zu. Der Film beschäftigt sich mit der Frage, wie "Ötzi" starb. 

Die Filmstarts im Überblick

„Coco“: Miguel hat einen Traum: Er will Musiker werden. Dumm nur, dass in seiner Familie jede Form von Musik verpönt ist, weil Ururgroßmutter Imelda einst von einem Gitarristen sitzengelassen wurde. Dabei ist Miguel sicher, dass er ein Nachfahre des berühmten Musikers Ernesto de la Cruz ist und sein Talent geerbt hat. Als Miguel auf magische Weise ins Reich der Toten gelangt, will er seinen prominenten Ahnen treffen und sich von ihm den Segen für seine Musikkarriere holen. Allerdings ist da noch seine restliche tote Verwandtschaft: Von Tante Rosita über Urgroßvater Papá Julio bis hin zu Ururgroßmutter - alle wollen sie verhindern, dass Miguel der Musik verfällt. So muss sich der Junge entscheiden: Familie oder Musik. „Coco“ ist ein buntes, fröhliches Animationsabenteuer. Unbekümmert, einfühlsam und gefühlvoll setzt sich der Film mit dem Tod auseinander und macht deutlich, welchen Wert Familie, Freundschaft und Erinnerung besitzen.
(Regie: Lee Unkrich und Adrian Molina – unter anderem mit der deutschen Stimme von Heino Ferch – 105 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Die Eiskönigin: Olaf taut auf“: Der Schneemann Olaf ist zurück im Kino – ebenso wie die Schwestern Anna und Elsa. „Die Eiskönigin – Olaf taut auf“ ist der Vorfilm des Disney-Abenteuers „Coco“. Die Schwestern wollen Weihnachten feiern. Dabei stellen sie fest, dass sie gar nicht wissen, wie das geht. Denn wegen Elsas eisiger Zauberkräfte hatte die Familie das Fest nie so richtig begangen. Doch nun wurde der Zauber im Film „Die Eiskönigin“ gelöst und einer Feier steht nichts mehr im Wege. Schneemann Olaf zieht deshalb mit dem Rentier Sven von Tür zu Tür, um die Bewohner Arendelles nach ihren Weihnachtstraditionen zu fragen: Selbstgestrickte Socken, Punsch, Lieder oder Weihnachtssauna und jede Menge Süßkram. 22 Minuten ist das zuckersüße und mitunter etwas kitschige Animationsspektakel, in dem natürlich auch viel gesungen wird. Und weil Olaf nicht der Geschickteste ist, läuft so einiges schief.
(Regie: Stevie Wermers Skelton und Kevin Deters – 22 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Der Mann aus dem Eis“: Wie starb „Ötzi“? Die Wissenschaft weiß bisher keine eindeutige Antwort auf die Frage zum Tod des unter diesem Namen bekannt gewordenen Steinzeitmenschen. Dessen mumifizierte Leiche wurde 1991 nach mehr als 5000 Jahren aus dem Eis der Ötztaler Alpen in Südtirol geborgen. Autor und Regisseur Felix Randau („Die Anruferin“) erzählt in „Der Mann aus dem Eis“ eine erfundene Geschichte über das Sterben des Mannes. Das Drama um Rache und Vergeltung fasziniert vor allem durch die detailfreudige Rekonstruktion des Lebens vor Jahrtausenden. Obwohl im Film kein Wort in einer heute verständlichen Sprache gesprochen wird, erreicht er eine große emotionale Intensität. Das ist vor allem dem wuchtigen Spiel von Hauptdarsteller Jürgen Vogel zu danken.
(Regie: Felix Randau – Mit Jürgen Vogel, André Hennicke, Franco Nero, Susanne Wuest – 96 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Genauso anders wie ich“: Der millionenschwere texanische Kunsthändler Ron Hall (Greg Kinnear) muss nach einem Seitensprung seiner Frau Debbie (Renée Zellweger) ein Versprechen geben: Damit sie ihm verzeiht, geht er als Helfer mit ihr zur Essensausgabe ins lokale Obdachlosenheim. Dort soll er sich mit dem aggressiven Denver (Djimon Hounsou) anfreunden, einem verurteilten Mörder und ehemaligen Häftling. In langen Gesprächen erfährt Ron von Denvers schmerzhafter Vergangenheit. Das Drama basiert auf wahren Begebenheiten und einem US-Bestseller. Es betont aufrichtig christliche Werte wie Nächstenliebe und Vergebung, gerät aber arg hölzern und kitschig.
(Regie: Michael Carney – Mit Greg Kinnear, Renée Zellweger und Djimon Hounsou – 121 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„120 BPM“: Paris Anfang der 1990er-Jahre: Mit Demonstrationen und Aktionen kämpfen Aktivisten der Bewegung „Act Up“ gegen die Gleichgültigkeit der Öffentlichkeit und die Desinformationspolitik der Behörden beim Thema Aids. In „120 BTM“ greift der französische Regisseur Robin Campillo das immer noch hochaktuelle Thema auf. Dabei konzentriert er sich innerhalb der Pariser „Act Up“-Gruppe auf einen Kreis von Freunden und ihre Aktionen im Kampf gegen Aids. Im Mittelpunkt des Dramas stehen weitgehend unbekannte Schauspieler, darunter Nahuel Pérez Biscayart, Arnaud Valois und Adèle Haenel.
(Regie: Robin Campillo – Mit Nahuel Pérez Biscayart, Arnaud Valois und Adèle Haenel – 143 Minuten – frei ab 16 Jahren) (dpa)

„Whatever Happens“: Es ist ein Liebesfilm über eine Beziehung, die schiefgeht. Julian (Fahri Yardim) und Hannah (Sylvia Hoeks) treffen sich bei einer Wohnungsbesichtigung in München, werden für ein Paar gehalten und bekommen den Zuschlag. Zunächst gehen sie sich in der ungewollten WG auf die Nerven, dann finden sie zusammen, ehe sie sich wieder auseinander leben - er wandelt sich zum fürsorglichen Papa, sie ist eine zerrissene Business-Karrierefrau. Erzählt wird die Geschichte von Regisseur Niels Laupert aus rückwärtiger Sicht: Die erste Einstellung gilt dem letzten Tag in der gemeinsamen Wohnung.
(Regie: Niels Laupert – Mit Fahri Yardim und Sylvia Hoeks – 100 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„Brimstone“: Liz ist außer sich vor Angst. In dem Prediger, der neu in die kleine Wildwest-Gemeinde kommt, erkennt sie einen Peiniger wieder, der sie seit langer Zeit feindselig verfolgt. Nur kann die stumme Hebamme ihrem Ehemann das nicht verständlich machen. Die Konflikte ihrer Vergangenheit sind einfach zu verabscheuenswürdig, um sie zu offenbaren. Dann spitzt sich die Situation zu: Liz muss bei einer Geburt den Säugling töten, um das Leben der Mutter zu retten. Als der Vater des Babys für den schmerzlichen Verlust Rache fordert, schreitet der Prediger zwar zugunsten von Liz ein, aber nur, um sich ihrer Familie zu nähern und all seinen fanatischen Zorn gegen sie und ihren Ehemann zu richten. Welche düsteren Geheimnisse entfachen bloß so viel exzessive Gewalt?
(Regie: Martin Koolhoven – Mit Dakota Fanning, Guy Pearce und Kit Harington – 148 Minuten – frei ab 16 Jahren) (dpa)

„Flatliners“: Vor vielen Jahren brachte der Amerikaner Joel Schumacher („The Lost Boys“) einen Film zum Thema Nahtod-Erfahrung in die Kinos. Besetzt war dieser unter anderem mit Julia Roberts und Kiefer Sutherland. In einer vom dänischen Regisseur Niels Arden Oplev lancierten Neuauflage des unheimlichen Dramas geht es nun erneut um die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Eine Handvoll Medizinstudenten stürzt sich in dem Film in ein so spannendes wie auch hoch gefährliches Abenteuer: Indem sie ihren Herzschlag für eine kurze Zeitspanne stoppen, setzen sie sich gegenseitig Nahtod-Erfahrungen aus. In einer der Hauptrollen zu sehen ist die Kanadierin Ellen Page („Juno“).
(Regie: Niels Arden Oplev – Mit Ellen Page, Diego Luna und Nina Dobrev – 110 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Madame“: Eine Dinnerparty in einem vornehmen Pariser Haus, organisiert von einem amerikanischen Ehepaar, gespielt von Toni Collette und Harvey Keitel. Die Feier droht schief zugehen, denn plötzlich stehen 13 Gedecke auf der festlichen Tafel: Unangekündigt will auch der Stiefsohn der Hausherrin bei dem Fest dabei sein. 13 Gedecke, das kann kein Glück bringen, da ist sich die Hauschefin sicher. Also muss kurzerhand die langjährige Angestellte Maria (Rossy de Palma) einspringen: Sie soll sich als spanische Dame ausgeben. Nicht geplant ist, dass sich Maria und ihr Tischnachbar, ein britischer Kunsthändler, derart gut verstehen. Regie führt die Französin Amanda Sthers.
(Regie: Amanda Sthers – Mit Toni Collette, Harvey Keitel und Rossy de Palma – 91 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

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