Die Kino-Neustarts im Überblick
Schüchterne Kampfmaschinen und verbotene Pokerspiele

Marc Benjamin als Ben und Jella Haase als Marleen Ruge in "Vielmachglas". (Foto: Bernd Spauke/Warner Bros/dpa)
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
07.03.2018
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Die Suche nach sich selbst, schüchterne Kampfmaschinen und ein späktakulärer Kriegs-Einsatz: Die Neuerscheinungen in den Kinos lassen kaum Wünsche offen. Vor allem Jella Haase - bekannt aus dem Kinoerfolg "Fack ju Göthe" - überzeugt in ihrem neuen Film "Vielmachglas an der Seite von Matthias Schweighöfer.

Auch Bruce Willis meldet sich mit dem Streifen "Death Wish" zurück auf der Leinwand. Und auch eine zweite deutsche Produktion steht in den Startlöchern. In „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“ haben Lina Beckmann, Charly Hübner und Benno Fürmann mit einer besonderen Situation zu kämpfen: Was tun, wenn es mich plötzlich zwei Mal gibt?

Die Filmstarts im Überblick

„Vielmachglas“: Marleen steckt in einem Dauertief, kann sich mit Anfang 20 nicht einmal für ein Studienfach entscheiden, lebt bei ihren Eltern frustriert vor sich hin. Nach einer persönlichen Katastrophe will sie so weit weg wie möglich. Mit acht Euro in der Tasche bricht Marleen - gespielt von Jella Haase („Fack ju Göhte“) Richtung Hamburger Hafen auf, um von dort in die Antarktis zu schippern. Unterm Arm hat sie das Vielmachglas ihren großen Bruders (Matthias Schweighöfer). Seine Idee: Jeden Ausbruch aus der Komfortzone soll sie auf einen Zettel notieren und als Mut-Trophäe
im Glas sammeln. Eine Komödie - gedreht überwiegend in Köln und in NRW - mit Road-Movie-Anteilen, mit Beziehungskiste und prominenten Darstellern.
(Regie: Florian Ross – Mit Jella Haase, Marc Benjamin, Matthias Schweighöfer, Juliane Köhler, Uwe Ochsenknecht – 89 Minuten – FSK o.A.) (dpa)



„Death Wish“:
Chicago im Ausnahmezustand, die Gewalt auf den Straßen eskaliert. Chirurg Paul Kersey (Bruce Willis) muss jeden Tag in der Notaufnahme Schusswaffenopfer behandeln. Als seine Ehefrau Lucy (Elisabeth Sue) bei einem Raubüberfall in ihrem Haus getötet und Kerseys Tochter Jordan (Camila Morrone) schwer verletzt wird, verwandelt sich der schüchterne Mediziner in eine Kampfmaschine, die nur noch einen Gedanken kennt: Rache. In der Neuauflage des Genre-Klassikers „Ein Mann sieht rot“ von 1974 spielt Bruce Willis („Stirb langsam“) den Part, den damals Charles Bronson verkörperte. Regie in diesen Thriller mit einigen expliziten Gewaltszenen führt der Horror-Spezialist Eli Roth („Hostel“). Vincent D'Onofrio spielt den besonnenen Bruder von Kersey, Dean Morris („Breaking Bad“) einen überforderten Polizisten.
(Regie: Eli Roth – Mit Bruce Willis, Elisabeth Sue, Vincent D'Onofrio,
Dean Morris – 108 Minuten – frei ab 18 Jahren) (dpa)



„Operation: 12 Strong“: Von einer ziemlich spektakulären Aktion berichtet dieser auf dem Buch eines US-Autoren („Horse Soldiers“) basierender Film zum Afghanistan-Einsatz der Vereinigten Staaten. Besetzt ist die Geschichte rund um eine zwölfköpfige Eliteeinheit mit Darstellern wie Michael Shannon, Michael Peña und Chris Hemsworth. Die Regie kommt von einem dänischen Debütanten namens Nicolai Fuglsig, produziert hat das 130 Minuten währende Kriegswerk der Action-Experte Jerry Bruckheimer („Armageddon“). Der Inhalt: Kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 werden die Protagonisten dieses Films nach Afghanistan geschickt. Hier sollen sie sich zusammen mit der sogenannten Nordallianz nach Masar-e Sharif bewegen.
(Regie: Nicolai Fuglsig – Mit Chris Hemsworth, Michael Shannon und Navid Negahban – 130 Minuten – frei ab 16 Jahren) (dpa)



„Molly's Game“:
Selbstsicher, gerissen und sexy tritt Jessica Chastain („Der Marsianer“) als Molly Bloom in der von Männern dominierten Pokerwelt auf. Mit dem Drama „Molly's Game – Alles auf eine Karte“ gibt der Oscar-prämierte Drehbuchautor Aaron Sorkin („The Social Network“) sein Regie-Debüt. Der Film erzählt die wahre Geschichte der einstigen Profi-Skiläuferin Molly Bloom, die in Los Angeles ein lukratives, aber kriminelles Geschäft mit Underground-Pokerspielen über Jahre hinweg organisierte. Sie lockte auch viele Promis an den Pokertisch, darunter Ben Affleck und Tobey Maguire, bis am Ende die Bundespolizei ihr Unternehmen zerschlug. Bloom hatte ihre Erlebnisse 2014 als Memoiren veröffentlicht. Neben Chastain spielen Idris Elba, Michael Cera und Kevin Costner mit.
(Regie: Aaron Sorkin – Mit Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner und Michael Cera – 140 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)



„Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“: Die Arbeit, ein Ehemann und ein Liebhaber – Luisas Nerven liegen blank. Eines Morgens dann der Schock: Sie trifft sich selbst, im Schlafzimmer. Über Nacht hat sich die Paar-Therapeutin verdoppelt. Ihr Alter Ego sieht aus wie sie, ist allerdings viel entspannter und vor allem sehr naiv. Erst ist Luisa befremdet, doch bald hat sie eine Idee. Wie wäre es, wenn Ann, ihr zweites Selbst, die treusorgende Ehefrau spielt und sie selbst mit ihrem Liebsten durchbrennt? „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer“ ist eine sehr lustige, skurrile Komödie von Lola Randl. Die Doppelrolle Luisa/Ann spielt Lina Beckmann, Charly Hübner gibt ihren Ehemann und Benno Fürmann ist als Luisas Affäre Richard zu sehen.
(Regie: Lola Randl – Mit Lina Beckmann, Charly Hübner und Benno Fürmann – 94 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)



„Lucky“: Lucky ist 90 Jahre alt und lebt in einem verlassenen Nest im Süden der USA. Unter gleißender Sonne und mit zirpenden Grillen in der Nacht geht er mit großer Ruhe seinem Alltag nach, und seine Mitmenschen haben ihren Frieden mit der Mischung aus Cowboy und Kauz geschlossen. Als Lucky eines Tages bei einem kleineren Schwächeanfall zusammenbricht, muss sich er sich dem nahenden Ende seines Lebens stellen. Regisseur John Carroll Lynch gelingt ohne große Schaueffekte eine souveräne Meditation über einen nahenden Tod. Besonders Charakterdarsteller Harry Dean Stanton („Paris Texas“) berührt in der letzten Rolle vor seinem Tod im vergangenen September.
(Mit Harry Dean Stanton, David Lynch, Tom Skerritt, von John Carroll Lynch – 87 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)



„Arthur & Claire“: Arthur, ein Mann mittleren Alters und eine noch recht junge Frau, Claire: Beide eint, dass sie ihrem Leben ein Ende setzen möchten. Beide treffen sie in einem niederländischen Hotel aufeinander. Die Lebensmüden aber werden hineingezogen in die Amsterdamer Nacht, sie lassen sich treiben und sie diskutieren darüber, worum es eigentlich geht in diesem Leben. Die Regie besorgt hat Miguel Alexandre («Gran Paradiso»). Josef Hader („Vor der Morgenröte“), der hier den krebskranken Arthur gibt, hat selbst auch am Drehbuch mitgeschrieben. Hannah Hoekstra spielt die Claire. Dem, mit einigem Humor angereicherten Filmdrama liegt ein gleichnamiges Theaterstück von Autor Stefan Vögel zugrunde.
(Regie: Miguel Alexandre – Mit Hannah Hoekstra, Josef Hader und Rainer Bock – 99 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)



„Furusato – Wunde Heimat“: Nach der Nuklearkatastrophe 2011 im japanischen Fukushima ist auch in der Stadt Minamisoma nichts mehr wie vorher: Ein Teil liegt in der evakuierten 20-Kilometer-Sperrzone um den havarierten Reaktor, im übrigen Teil gilt die Stadt nach der Reaktorkatastrophe von 2011 trotz viel zu hoher Strahlenwerte weiterhin als bewohnbar. Dort leben noch immer knapp 57 000 Menschen. Warum aber leben Menschen in einer potenziell gefährlichen Gegend? Dieser Frage geht Regisseur Thorsten Trimpop in seiner Dokumentation „Furusato – Wunde Heimat“ nach.
(Regie: Thorsten Trimpop – 94 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa) 

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