15.11.2017 - 10:48 Uhr
Oberpfalz

Die Kino-Neustarts im Überblick Superhelden-Bündnis mit Batman, Superman und Wonder Woman

Die Superhelden müssen sich bewähren. Während Konkurrent Marvel einen Kassenhit nach dem anderen landet, haben die Filme aus dem DC-Universum in den vergangenen Jahren (wie „Man of Steel“, „Batman v Superman“ und „Suicide Squad“) meist weder Publikum noch Kritiker überzeugen können.  

von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Lediglich „Wonder Woman“, der im Juni in den Kinos startete, schlug ein. Nun erscheint mit „The Jusice League: Part One“ das Pedant zu den „Avengers“ von Marvel. Die Kinostarts diese Woche sind aber nicht alle so krachend wie der Action-Blockbuster. Mit „Human Flow“ bringt Ai Weiwei eine Flüchtlings-Doku auf die Leinwand. Der Horrorthriller „Happy Deathday“ kann durchaus mit Humor und Romantik überzeugen. Außerdem läuft der vielversprechende „The Big Sick“ an. 

Die Filmstarts

„The Justice League“: Es ist ein Zusammentreffen der Superhelden: Wonder Woman, Batman und Superman sind nur einige der Stars in diesem neuen Action-Spektakel. Auch die Besetzung kann sich sehen lassen – vor der Kamera sind unter anderem Gal Gadot, Ben Affleck, Jesse Eisenberg, Amy Adams, Jeremy Irons und Henry Cavill zu sehen. Und um was geht es in „The Justice League“? Batman und Wonder Woman wollen ein bisher nie gewesenes Bündnis von Helden schaffen – doch möglicherweise ist es schon zu spät, um den Planeten vor einem übermächtigen Angriff zu schützen.
(Regie: Zack Snyder und Joss Whedon – Mit Gal Gadot, Ben Affleck, Henry Cavill – Filmlänge und FSK noch unbekannt) (dpa)

„Human Flow“: Der chinesische Künstler Ai Weiwei legt mit „Human Flow“ seinen ersten Film vor – eine Dokumentation über die weltweiten Flüchtlingsströme. Der 60-Jährige versucht in dem Werk, die Katastrophe in ihrem globalen Ausmaß zu erfassen. Dafür schickte er sein Team in mehr als 20 Länder: nach Griechenland und in den Gazastreifen, nach Kenia, Serbien, Mexiko und Indonesien, nach Berlin und Calais. Ai ist auch selber in dem Film zu sehen; mal läuft er durch eines der vielen desolaten Lager, mal lässt er sich die Haare abschneiden. Trotz des Engagements für das Schicksal der Flüchtlinge bleibt der Film aber an der Oberfläche und irgendwann rauschen die Zahlen, Schauplätze und Krisen an einem vorbei. Beim Filmfest Venedig, wo das Werk im Herbst Premiere feierte, ging „Human Flow“ leer aus.
(Regie: Ai Weiwei – 140 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„The Big Sick“: Zoe Kazan spielt Emily, eine Bar-Besucherin, die nach seinem Auftritt in einem Comedyclub mit Kumail ins Gespräch kommt, ein US-Amerikaner mit pakistanischen Eltern, der leicht orientierungslos durchs Leben driftet. Die beiden landen in der ersten Nacht im Bett, schnell wird eine Beziehung daraus, doch Kumail bringt es nicht übers Herz, seinen Eltern von Zoe zu erzählen – die versuchen stattdessen weiter, ihn mit pakistanischen Single-Töchtern zu verkuppeln. Der Plot nimmt nach dem ersten Akt eine ungeahnte Wendung und die fluffige Komödie bekommt einen deutlich ernsteren Grundton verpasst. Kumail Nanjiani (bekannt aus der Startup-Comedy „Silicon Valley“) erzählt hier zusammen mit seiner wirklichen Ehefrau Emily Gordon die eigene Geschichte nach.
(Regie: Michael Showalter – Mit Kumail Nanjiani, Zoe Kazan, Holly Hunter und Ray Romano – 119 Minuten – frei ab 6 Jahren) (dpa)

„Happy Deathday“: Muss man einen Tag immer und immer wieder erleben, ist das selbst dann unerträglich, wenn es sich um den eigenen Geburtstag handelt. Für die junge Studentin Tree wird genau dieser Alptraum zur Realität, aus ihrem Geburtstag wird ein „Deathday“: Wenn sie morgens erwacht, kann sie sich darauf gefasst machen, dass sie erneut von einem maskierten Unbekannten drangsaliert wird. Immer und immer wieder. Die Regie zu diesem Horrorfilm, der gleich am ersten Wochenende in den Vereinigten Staaten auf Platz eins der Kinohitparade kletterte, kommt von Christopher Landon („Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse“). In der Hauptrolle zu sehen ist Jessica Rothe („La La Land“).
(Regie: Christopher Landon – Mit Jessica Rothe, Ruby Modine und Israel Broussard – 96 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Animals – Stadt Land Tier“: Ein Crash mit einem Schaf lässt die Welt von Anna (Birgit Minichmayr) und Nick (Philipp Hochmair) aus den Fugen geraten. Das Paar, dessen Ehe ziemlich in die Krise geraten ist, war mit dem Auto auf dem Weg in die Schweizer Alpen. Aber irgendwie scheint sich die Realität nach dem Unfall plötzlich verschoben zu haben. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vermischen sich, Katzen sprechen Französisch und Identitäten verdoppeln sich. Der polnische Regisseur Greg Zglinski zersplittert seine Szenen einer kriselnden Ehe in ein bizarres Verwirrspiel, bei dem die eigene Wahrnehmung permanent auf die Probe gestellt wird. Ein poetischer Hauch des Wahnsinns durchweht den wilden Mysterythriller „Animals – Stadt Land Tier“, der sich jeder Linearität verweigert.
(Regie: Greg Zglinski – Mit Birgit Minichmayr, Philipp Hochmair, Mona Petri, Mehdi Nebbou und Michael Ostrowski – 95 Minuten – FSK o.A.) (dpa)

„Fikkefuchs“: Der Film ist eine Tragikomödie über einen Vater, seinen Sohn und ihren Versuch, Frauen zu verführen. Der 49-jährige Rocky (Jan Henrik Stahlberg) lebt in Berlin, einsam bis auf die Begleitung seines schlabbrigen Hundes. Von seinem Sohn wusste er bis zu dem Moment, als dieser ungefragt vor seiner Tür in Berlin steht, nichts. Thorben (Franz Rogowski), ein triebgesteuerter, verhaltensauffälliger Kerl, hat Mist gebaut. Seine Mutter will ihn zur Besserung in die Psychiatrie schicken. Von dort türmt der 26-Jährige zu seinem Vater – und will von diesem nicht nur Obdach, sondern auch lernen, wie man eine Frau herumkriegt. Ein Plan, der natürlich scheitern muss.
(Regie: Jan Henrik Stahlberg – Mit Jan Henrik Stahlberg, Franz Rogowski, Thomas Bading und Susanne Bredehöft – 100 Minuten – frei ab 16 Jahren) (dpa)

„Wer war Hitler“: Diese Frage steht im Mittelpunkt eines gleichnamigen Dokumentarfilms. Antworten und Hilfe bei der Einordnung geben in diesem Fall aber nicht Historiker. Der Publizist Hermann Pölking setzt auf die Macht historischer Bilder und Worte. Dafür hat er Unmengen Filmmaterial aus der Zeit zwischen Hitlers Geburtsjahr 1889 und dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 zusammengesucht, darunter viele Amateuraufnahmen. Untermalt werden die Filme von nachgesprochenen Zitaten, aus Briefen, Tagebüchern, Reden und Büchern. Menschen aus Hitlers persönlichem Umfeld kommen ebenso zu Wort wie Politiker, Schriftsteller, Widerstandskämpfer, Künstler, aber auch einfache Soldaten und Bürger. KZ-Häftlinge schildern die grausamen Taten des Regimes und alliierte Soldaten erinnern sich an die Befreiung der berüchtigten Lager. Gut drei Stunden dauert der Film, außerdem gibt es eine 7,5-Stunden lange Festivalfassung. Seine Recherchen hat Pölking zudem in einem Buch zusammengefasst.
(Regie: Hermann Pölking – 196 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Silly – Frei von Angst“: Der Film gewährt Einblicke in den Alltag der bekannten Band. Diese wurde 1978 in Ost-Berlin gegründet, war einst eine der erfolgreichsten Rockgruppen in der DDR („Die wilde Mathilde“, „Mont Klamott“) und zählt nun zu den erfolgreichsten Bands aus dem Osten Deutschlands.
(Regie: Sven Halfar – Mit Anna Loos, Ritchie Barton und Uwe Hassbecker – 114 Minuten – ohne Altersbeschränkung – 114 Minuten) (dpa)

„Teheran Tabu“: Bei diesem Animationsfilm, einer deutsch-österreichischen Koproduktion, handelt es sich um den Erstling des Regisseurs Ali Soozandeh. Eingefangen zwar wurde das Werk mit echten Darstellern. Nachträglich aber wurden die Bilder mittels des Motion Capture-Verfahrens und der sogenannten Rotoskopie verändert. Es geht um einen jungen Musiker namens Babak und drei junge Frauen, Pari, Sara und Donya, deren Wege sich in der iranischen Hauptstadt und Metropole Teheran kreuzen. Vor allem eines eint diese vier jungen Menschen: Die Suche nach etwas Freiheit und Glück unter nicht ganz einfachen gesellschaftlichen Umständen. Premiere feierte das Gesellschaftsdrama 2017 bei den Filmfestspielen von Cannes.
(Regie: Ali Soozandeh – Mit Arash Marandi, Alireza Bayram und Zahra Amir – 96 Minuten – frei ab 16 Jahren)

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