28.02.2018 - 13:57 Uhr

Die Kino-Neustarts im Überblick Westradio und ein schweigendes Klassenzimmer

Regisseur Lars Kraume hat vor allem mit dem überzeugenden und fesselnden Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“ aus dem Jahr 2015 aufhorchen lassen. Auf der Berlinale lief sein neuer Streifen „Das schweigende Klassenzimmer“.

Kreisschulrätin Kessler (Jördis Triebel) verhört Erik (Jonas Dassler) im Film „Das schweigende Klassenzimmer“.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Darin geht es um Schüler aus der DDR, die sich mit den Opfern des Ungarn-Aufstandes solidarisieren und eine Schweigeminute im Unterricht initiieren. Der Film hat seine Schwächen und neigt in gewissen Szenen zu enormer Dramatik, ist allerdings sehenswert.  Außerdem starten „Red Sparrow“ mit Jennifer Lawrence und der für vier Oscars nominierte Film „Call me by Your Name“. 

Die Filmstarts

„Das schweigende Klassenzimmer“: Es ist das Jahr 1956. Die Mauer ist noch nicht gebaut, doch das System der DDR ist bereits etabliert. Die Abiturienten Leo und Kurt leben in Stalinstadt. Während eines Besuchs in Westberlin schleichen sie sich ins Kino und erfahren in der Wochenschau von Aufständen in Ungarn. Zurück zu Hause erzählen sie ihren Freunden davon und hören im heimlich eingeschalteten Westradio, dass bei der Niederschlagung Hunderte Menschen ums Leben gekommen sind - die
gesamte Klasse entscheidet sich kurzfristig, zu Unterrichtsbeginn zwei Schweigeminuten für die Opfer einzulegen. Doch ihr Schweigen wird schnell als politischer Akt ausgelegt, das Bildungsministerium ordnet eine Untersuchung an. Regisseur Kraume zeigt dabei auf bedrückende Weise, wie die Abiturienten von verschiedensten Seiten massiv unter Druck gesetzt werden. Die Geschichte basiert auf wahren Ereignissen.
(Regie: Lars Kraume – Mit Leonard Scheicher, Tom Gramenz, Anna Lena Klenke – 111 Minuten frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Red Sparrow“: Erst 28 Jahre alt wird Jennifer Lawrence in diesem Sommer. Mitgespielt aber hat die US-Amerikanerin bereits in so viel gerühmten und oder großen Filmwerken wie „Winter's Bone“, „Die Tribute von Panem“, „Silver Linings“, „American Hustle“ oder „Passengers!. Jetzt schlüpft Lawrence in die Rolle einer knallharten russischen Agentin: Eigentlich hatte Dominika ihr Leben ganz auf den Tanz ausgerichtet, als Ballerina konnte ihr keiner das Wasser reichen. Ein brutaler Zwischenfall aber beendet die Karriere. Da bietet sich der jungen, noch mit ihrer Mutter zusammenlebenden Frau eine neue Chance: In einer Eliteeinrichtung soll sie zu einer tödlichen Waffe des Staates heranwachsen.
(Regie: Francis Lawrence – Mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton und Charlotte Rampling – 143 Minuten – FSK o.A.) (dpa)

„Game Night“: Max (Jason Bateman) und Annie (Rachel McAdams) sind große Brettspielfans. Regelmäßig nehmen sie an Pärchen-Spieleabenden teil und haben darüber enge Freunde gefunden. Genug von den ewig gleichen Abläufen, schlägt Max' Bruder Brooks (Kyle Chandler) eines Abends ein ganz besonderes Spiel vor: Wie in einem Krimi sollen die Mitspieler ein Verbrechen aufklären. Um es möglichst lebensecht wirken zu lassen, organisiert Brooks echte falsche Ganoven und weiht sogar einen FBI-Agenten in seine Pläne mit ein. Doch dann kommt alles anders, denn die Spielgemeinschaft gerät plötzlich ins Visier echter Gangster. Das Problem: Weder Max, Annie, noch die anderen Mitspieler steigen hinter den Ernst der Lage und beginnen stattdessen mit den Ermittlungen – nicht ahnend, in was für einer Gefahr sie sich befinden.
(Mit Jason Bateman, Rachel McAdams, Jesse Plemons und Kyle Chandler – 100 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

„Die Biene Maja – Die Honigspiele“: Sie ist klein, frech und summt bald wieder in 3D über die Kinoleinwände: die Biene Maja. Für ihr neuestes Abenteuer müssen Maja und ihr bester Freund Willi ihre geliebte Klatschmohnwiese verlassen. In der Stadt Summtropolis nehmen sie an einem Wettkampf – „den Honigspielen“ – teil. Für die freche Biene und ihre fliegenden Freunde steht einiges auf dem Spiel: Verliert Maja den Wettkampf, bekommt die Kaiserin von Summtropolis die gesamte Honigernte und Majas Bienenfamilie muss den Winter ohne Honig überstehen. Mit einem ganz besonderen Team an ihrer Seite stellt sich die mutige Maja der Herausforderung.
(Regie: Alexs Stadermann – Mit den Stimmen von Nina Schatton, Jan Delay, Uwe Ochsenknecht und Andrea Sawatzki – 85 Minuten – ohne Altersbeschränkung) (dpa)

„Call Me By Your Name“: Der 17-jährige Professorensohn Elio verliebt sich in den einige Jahre älteren Studenten Oliver. Der erwidert die Gefühle. Oder spielt er nur mit dem Jungen? Der italienische Regisseur Luca Guadagnino („A Bigger Splash“) hat den in den 1980er Jahren angesiedelten gleichnamigen Roman des Schriftstellers André Aciman im Stile einer elegischen Sommerromanze inszeniert. Die Schwierigkeit, erwachsen zu werden, spiegelt er in emotionsgeladenen Bildern. Als
Drehbuchmitautor und als Koproduzent hat der durch stilvolle Literaturadaptionen wie «Maurice» und „Zimmer mit Aussicht“ weltberühmt gewordene James Ivory den auch erotisch aufgeladenen Spielfilm wesentlich mitgeprägt. Das Werk ist für vier Oscars nominiert, darunter auch der 22-jährige Timothée Chalamet als bester
Hauptdarsteller. (Regie: Luca Guadagnino – Mit Timothée Chalamet, Armie Hammer, Michael Stuhlbarg und Amira Casar – 132 Minuten – frei ab 12 Jahren) (dpa)

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