13.10.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Dinner für Spinner im Stadttheater Schlechtigkeit trifft auf Gerechtigkeit

Eigentlich wollte sich der Verleger Peter Küsenberg mit seinen Kumpels einen vergnüglichen Dienstagabend machen. Er malte sich sogar aus, dass er bei der Wahl "seines Idioten" ganz besonders punkten konnte, denn Ziel der Männerrunde war, jemanden zum Dinner mitzubringen, auf dessen Kosten man sich herrlich amüsierte, der es selbst aber nicht merken durfte. Doch dann verlief alles ganz anders als geplant und das Leben des Fieslings total aus dem Ruder.

Der ehemals beste Freund Steffen (Steffen Laube) amüsiert sich königlich über Peter (Moritz Lindbergh) bei der Standpauke von Freundin Marlene (Tina Seydel). Bommes, der alles verbockt hat, (Tom Gerhardt) leidet währenddessen mit.
von Karin HegenProfil

Erst im Laufe der Aufführung erfährt das Publikum am Donnerstagabend im Stadttheater wie viele Schandtaten die Hauptperson - grandios gespielt von Moritz Lindbergh - auf dem Kerbholz hat. Mit himmlischer Gerechtigkeit fährt ihm gleich zu Beginn ein Hexenschuss ins Kreuz, so dass er das Essen zwar noch absagen konnte, aber nicht mehr seinem Opfer Matthias Bommes, Finanzbeamter und Streichholzkonstrukteur. Diese Rolle ist Tom Gerhardt auf den Leib geschrieben, jagt das Publikum von einem Lachanfall zum nächsten. Seine Frau Christine, die er dem besten Freund ausgespannt hat, seine Freundin Marlene, die er als "durchgeknallte hemmungslose Nymphomanin" betitelt (in der Doppelrolle Tina Seydel) und seine Schwarzgelder verliert er durch die Anwesenheit des Trottels. Während sich Küsenberg systematisch mit Alkohol und Schmerztabletten die Kante gibt, bringt Bommes mit verheerenden Telefonaten, seiner Naivität und Ehrlichkeit alles ans Licht. Bis letztendlich sogar sein Gastgeber meint "das nächste Mal nehmen sie mich als ihren Idioten mit".

Diese Komödie von Francis Veber ist perfekt inszeniert und bei allen Verwechslungen, Unfug und Slapstick mit einem tiefen moralischen Kern. Alles was der Protagonist in seiner Selbstherrlichkeit an Unrecht getan hat, überrollt ihn wie eine Lawine, machte sein Leben zur Farce.

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