Dreikönigsingen in Amberg
Auf den Spuren der Könige

Helle, klare Frauenstimmen prägten Beiträge der Stauber Moila, mit denen sie das diesjährige Dreikönigsingen bereicherten. Rita Butz leistete instrumentelle Unterstützung an der Zither.
 
Mit erhebenden Klängen trugen die Ensdorfer Bläser zum Gelingen des Dreikönigsingens bei. Bilder: ads (3)

Ein großes Aufgebot an Musikern und Sängern aus der Region prägte das Dreikönigsingen in Amberg. Mit dabei waren die Stauber Moila aus Atzmannsricht, die Gebenbacher Stubenmusi, die Hahnbacher Sänger und die Ensdorfer Bläser.

-Sulzbach. (ads) Die Federführung beim Programm in der Amberger Bergkirche hatte Hermann Frieser von den Oberpfälzer Volksmusikfreunden. Diese musikalisch-religiöse Andacht mit anspruchsvollem Musikprogramm und einer Spurensuche nach den Heiligen Drei Königen ist in dieser Form einzigartig in der Oberpfalz. Mit feierlichen Klängen läuteten die Ensdorfer Bläser das Dreikönigssingen ein. Die Franziskaner-Patres als Hausherren freuten sich über den großen Zuspruch in der Wallfahrtskirche. Ihr Dank galt Frieser und seinen Mitstreitern, die unentgeltlich zugunsten der Sanierung von Kloster und Kirche auftraten. Von Freude waren die Instrumentalstücke und das Liedgut geprägt, mit denen die Mitwirkenden die Bedeutung des Dreikönigsfests interpretierten. Stimmungsvolle Saitenklänge präsentierte die Gebenbacher Stubenmusi, zum Großteil junge Instrumentalisten. Die Hahnbacher Sänger erwiesen sich in ihrem mehrstimmigen, harmonischen, aber auch leidenschaftlichen Vortrag als eingespieltes Team.

Der sonore Männergesang bot einen reizvollen Kontrast zu den klaren, hellen und jugendlichen Stimmen der Stauber Moila, die von Rita Butz auf der Zither unterstützt wurden. Ihre Begeisterung und ihre Leidenschaft für den Gesang prägten die Werke, die sie zu Gehör brachten.

Mit einem Segen und dem gemeinsamen Lied "Oh du fröhliche" endete die Andacht, der sich eine Brotzeit im Kloster anschloss.

Drei Männer und der Stern von BethlehemHochinteressant war Hermann Friesers Spurensuche nach den Drei Königen und dem Stern von Bethlehem. Letzterer sei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen weder ein unheilverkündender Komet gewesen, noch eine Sternenexplosion (Supernova): "Nach der Theorie von Johannes Kepler handelt es sich um eine Sternenhochzeit und um die sehr seltene Jupiter-Saturn-Konjunktion im Sternzeichen der Fische, die nur alle 800 Jahre am Himmel zu sehen ist." Im Jahr 7 vor Christus sei sie aber dreimal eingetreten, am 29. Mai, am 3. Oktober und zuletzt am 7. Dezember, genau über Bethlehem.

Jupiter gelte als Stern des babylonischen Gottes Marduk, Saturn als Planet des jüdischen Volkes und das Fische-Zeichen als Symbol für Palästina. Nach den babylonischen Astronomen habe die Sternenhochzeit auf ein überwältigendes Ereignis hingewiesen, auf die Geburt eines neuen Herrschers, erläutert Frieser.

Keplers Theorie Anfang des 17. Jahrhunderts hätten deutsche Archäologen 300 Jahre später bei Ausgrabungen von Keilschriften bestätigt. Die Könige stammten vermutlich aus der sternkundigen babylonischen Priesterkaste der Magoi, die mit ihren Geschenken (Gold als das Wertvollste, Weihrauch als das Göttliche und Myrrhe als das Bittere) auf die Menschwerdung Gottes und den Leidensweg Jesu Christi hinwiesen. Sie verkörperten die drei damals bekannten Kontinente und damit auch drei Lebensabschnitte: Melchior für das Greisenalter und das alte Europa, Balthasar für den Orient und das mittlere Lebensalter und der jugendliche Kaspar für den jungen Kontinent Afrika. Frieser erläuterte auch den Ursprung der Reliquien der Drei Könige - wie sie nach Köln gelangten und Anlass zum Bau des Doms zwischen 1248 und 1880 wurden. Mit Gedanken von Alfred Delp schloss er: "Es ist ganz nebensächlich, ob es wirklich Könige oder Sterndeuter waren. Wichtig ist, dass sie die Weisheit und Sehnsucht ihrer Völker in ihren königlichen Herzen trugen". Und er ergänzte: "Arm sind wir dran, wenn wir den Blick nach oben, in die Sterne, verloren haben und in unserer Verhaftung im Hier und Jetzt gefangen sind." (ads)
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