23.03.2018 - 16:38 Uhr

Dritte interkulturelle Filmnacht im Ringtheater "Verständnis statt Populismus"

Zwei Filme, leckeres Fingerfood aus anderen Ländern und natürlich viel Raum, um mit Freunden ins Gespräch zu kommen. Mit Menschen, die geflüchtet sind. All das bietet die dritte interkulturelle Filmnacht, für die Verständnis als Motto ausgegeben wurde.

Viel Raum für Begegnungen bietet insbesondere die Pause bei der dritten interkulturellen Filmnacht. Junge Flüchtlinge und Migranten werden wieder fleißig mithelfen und die Besucher zwischen den beiden Filmen mit internationalem Fingerfood versorgen. Archivbild: Dagmar Williamson
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Verständnis für die Situation der geflüchteten Menschen und der Migranten: Das wünschen sich die Organisatoren der dritten interkulturellen Filmnacht am Samstag, 14. April, im Ring-Theater. Gemeinsam stellen der Förderverein des in Sulzbach-Rosenberg ansässigen CJD-Migrationsdienstes und Kino-Besitzer Andreas Wörz diesen besonderen Abend auf die Beine. Jede Filmnacht stand unter einem anderen Motto. Die erste war mit "Begegnungen" überschrieben, die zweite mit "Eindrücke".

Die dritte Auflage ist mit "Verständnis" betitelt. "Es sind immer mehr Äußerungen gegen Flüchtlinge zu hören", sagt Martina Hiesl, Vorsitzende des CJD-Fördervereins. CJD-Leiterin Anna Szymczak stimmt zu. "Die Stimmung ist mit Sicherheit schlechter als vor zwei Jahren, als eine Willkommenskultur herrschte." Vor allem bei der Wohnungssuche treffen viele Flüchtlinge und Migranten auf Ablehnung, so die Erfahrung.

"Und es gibt auch genügend Abschiebungsbescheide", wirft stellvertretende CJD-Leiterin Andrea Rausch ein. Sie und ihre Mistreiter wünschen sich, dass die Filmnacht ein Abend der Begegnung wird. "Unser Anliegen ist, dass sich die Menschen treffen und austauschen." Dazu soll insbesondere in der Pause Gelegenheit sein. Wenn man nämlich miteinander ins Gespräch komme, stelle man fest, dass der Andere gar nicht so anders sei, erklärt sie. Vorurteile würden so abgebaut. "Verständnis statt Populismus", gibt Willy Mühlbauer als Devise für diesen Filmabend der Begegnung aus. Die Eintrittskarten gibt es vorab für 20 Euro beim CJD-Jugendmigrationsdienst (09661/94 34) und im Internet (www.ringtheater.de) sowie am Samstag, 7. April, von 10 bis 13 Uhr im Ring-Theater. An der Abendkasse kosten die Tickets 22 Euro. Mit dem Erlös der Filmnacht werden CJD-Projekte unterstützt, zum Beispiel eine Gruppe junger Eritreer, die einmal monatlich im Gruppenraum des CJD einen Gottesdienst feiert. Dabei wird laut Rausch immer viel gesungen, auch sind Trommelklänge zu hören. Und danach treffen sich die jungen Menschen zu einem gemeinsamen Essen. "Das ist immer sehr schön", sagt Andrea Rausch.

Neben zwei Filmen und Fingerfood ist auch Musik bei der Filmnacht geboten, sowohl vor Beginn als auch in der Pause. Dafür sind "Winni" und "Pflaume" zuständig. Dass Menschen durch diese Veranstaltung miteinander ins Gespräch und in Kontakt kommen, ist nicht nur das Anliegen der Veranstalter, sondern auch ausdrücklicher Wunsch von Flüchtlingen und Migranten, die sich ebenfalls an diesem Abend engagieren und mithelfen werden. Die Schirmherrschaft für die interkulturelle Filmnacht haben zwei Politiker übernommen: Oberbürgermeister Michael Cerny und Landrat Richard Reisinger.

Internationales Fingerfood in der Pause

Die Filmnacht beginnt um 18.30 Uhr im Ring-Theater. Einlass ist bereits um 18 Uhr. Vor dem ersten Film gibt es für die Besucher Tapas zur Caipibowle (mit und ohne Alkohol). Gezeigt wird zunächst "Monsieur Lazhar". Dieses Drama handelt von einem nach Kanada emigrierten Algerier, der traumatische Kinder, deren Lehrerin sich im Klassenzimmer erhängt hat, unterrichtet und dem selbst die Abschiebung droht. Nach diesem Film geht es in die Pause, in der die Gäste mit internationalem Fingerfood, gespendet von Lokalen aus der Region, bewirtet werden. Der zweite Film ist eine Komödie: "Ostfriesisch für Anfänger". Der Film nähert sich der Integration auf der witzigen Schiene, erklärt Ring-Theater-Besitzer Andreas Wörz, der beide Streifen passend zum Filmnacht-Motto "Verständnis" ausgewählt hat.

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